G.fast: Swisscom bekennt sich zu Huawei

Die Swisscom legt Wert auf die Zusammenarbeit mit Huawei und verlässt sich auf das eigene Monitoring des Netzes. Auch der Vodafone-Chef will eine fachliche Debatte.

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Swisscom Zentrale
Swisscom Zentrale (Bild: Swisscom)

Swisscom-Chef Urs Schaeppi hat sich mutiger als die deutschen Netzbetreiber zu angeblichen Sicherheitsrisiken und Killswitches durch Huawei geäußert. "Wir haben heute keinen Hinweis, dass Spionage in den Netzen betrieben wird", sagte Schaeppi am Rande einer Medienkonferenz der Nachrichtenagentur AWP: "Wir sind ja nicht ganz blind, wenn wir die Netze betreiben. Wir monitoren sie permanent und schauen, was auf den Netzen passiert."

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Die Diskussion werde heute viel zu beschränkt geführt. Moderne Telekommunikationsnetze hätten eine Vielzahl von Lieferanten. "Mit einem einzigen Lieferanten kann man heute kein Netz bauen."

Mit Trojanern könne man in jede Infrastruktur eindringen, ob die von Cisco oder von Huawei stamme. "Deshalb muss man das ganze Sicherheitskonzept der Infrastrukturen anschauen", sagte Schaeppi. Huawei liefert für die Swisscom G.fast-Bestandteile für das Festnetz. Konkurrent Sunrise setzt auf Huawei für den Bau des 5G-Mobilfunknetzes.

Von den die deutschen Mobilfunkbetreibern wollte sich am 31. Januar 2019 niemand öffentlich zu dem Bericht über einen Huawei Killswitch für die deutschen 5G-Netze äußern. Die Techniker von Vodafone stimmen der Einschätzung eines Experten zu, dass dies "inkompetenter Unsinn" sei. Weitere Aussagen machte Vodafone nur vertraulich. Telekom-Sprecher Christian Fischer sagte Golem.de, man "werde nur Fakten kommentieren. Den zuständigen Behörden liegen keine Hinweise vor, die diese These stützen könnten. Wir stehen mit diesen Behörden in engem Austausch." Die Telefónica äußerte sich nicht auf unsere Anfrage.

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Vodafone-Chef Nick Read hatte die internationale Telekommunikationsbranche dazu aufgerufen, ein "sachbezogenes Gespräch" über Huawei zu führen. "Insbesondere bei Huawei möchte ich wirklich klarstellen, dass ich denke, wir müssen zu einer eher auf Fakten basierenden Konversation übergehen. Ich denke, es ist im Moment auf einer simplen politischen Ebene", sagte er.

Read kritisierte die politischen Gründe für die Huawei-Sicherheitsdebatte und betonte, dass sein Unternehmen froh sei, mit dem chinesischen Ausrüster bei seinem 5G-Rollout weiter zusammenzuarbeiten, obwohl kürzlich berichtet wurde, dass Vodafone die Verbindung zu Huawei in Europa unterbrochen habe.

"Es gibt einen großen Unterschied zwischen Radio und Core. Wir verwenden Huawei hauptsächlich im Radio. Wir verwenden sie weiterhin für 5G im Radio. Im Core lassen wir sie jedoch pausieren", ersetzt werde hier jedoch nichts. Dort sei die Ausrüstung von Huawei auch nicht von Bedeutung. Read warnte vor einem umfassenden Verbot von Huawei in Europa und sagte, dies wäre ein finanzieller Alptraum für Telekommunikationsunternehmen auf dem ganzen Kontinent. Read: "Wenn es auf Radioebene ein vollständiges Verbot gäbe, wäre das natürlich ein großes Problem für uns, und es wäre ein riesiges Problem für den gesamten europäischen Telekommunikationssektor." Huawei habe wahrscheinlich einen Marktanteil von 35 Prozent in Europa.

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