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FX-8370E im Test: 95-Watt-Prozessor als Upgrade für den Sockel AM3+

Sparsamer und dennoch teils flotter: AMDs neuer Vishera-Prozessor FX-8370E schlägt den FX-8350 bei wenig parallelisierten Anwendungen und Spielen, die Leistungsaufnahme liegt darunter.
/ Marc Sauter
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FX-8370E im Asrock Fatal1ty 990FX Killer (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
FX-8370E im Asrock Fatal1ty 990FX Killer Bild: Marc Sauter/Golem.de

Knapp zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Vishera-Prozessoren bringt AMD erneut CPUs für den alten Sockel AM+3 heraus. Statt auf extreme Taktraten und absurd hohe Hitzeentwicklung setzt AMD auf Effizienz: Zwei der drei neuen Prozessoren mit Piledriver -Architektur verfügen über ein E-Suffix. Die TDP beläuft sich auf nur 95 statt 125 Watt.

Einzig das schnellste Modell, der FX-8370, fällt in die höhere TDP-Klasse. Mit einem Basistakt von 4,1 GHz und einem maximalen Turbo von 4,3 GHz ist der Chip 100 MHz flotter als der FX-8350. Interessanter ist da schon der FX-8370E: Die Grundfrequenz entspricht mit 3,3 GHz dem nur für OEMs verfügbaren FX-8300.

Der maximale Turbo auf einem Modul ist allerdings identisch mit dem des FX-8370, was verglichen mit dem FX-8350 die höhere Modellnummer rechtfertigen soll. Der Boost auf allen vier Modulen beträgt jedoch nur 3,6 GHz – das sind 100 MHz mehr als beim FX-8300 und 500 MHz weniger als beim FX-8350.

Vishera-Modelle vom Typ FX-8000
Module / Threads Basistakt Turbo / max. Turbo NB-Takt L3-Cache TDP
FX-8370E 4 / 8 3,3 GHz 3,6 GHz / 4,3 GHz 2,2 GHz 8 MByte 95 Watt
FX-8370 4 / 8 4,0 GHz 4,2 GHz / 4,3 GHz 2,2 GHz 8 MByte 125 Watt
FX-8350 4 / 8 4,0 GHz 4,1 GHz / 4,2 GHz 2,2 GHz 8 MByte 125 Watt
FX-8320E 4 / 8 3,2 GHz 3,4 GHz / 4,0 GHz 2,2 GHz 8 MByte 95 Watt
FX-8320 4 / 8 3,5 GHz 3,8 GHz / 4,0 GHz 2,2 GHz 8 MByte 125 Watt
FX-8300 (OEM) 4 / 8 3,3 GHz 3,5 GHz / 3,9 GHz 2,0 GHz 8 MByte 95 Watt

Benchmarks plus Leistungsaufnahme

Wir haben den FX-8370E sowie den FX-8350 auf ein Asrock Fatal1ty 990FX Killer gepackt und zusammen mit 16 GByte DDR3-1866-Speicher ein paar Tests durchgeführt. Die Grafikausgabe übernahm eine Radeon R7 250, als Netzteil verwendeten wir ein effizientes Be Quiet Straight Power E9 mit 400 Watt Nennleistung und 80-Plus-Gold-Zertifizierung .

Wie erwartet ist der FX-8370E bei Multithreading dem FX-8350 unterlegen: Der Cinebench R15 gibt 526 und 632 Punkte aus. Der E-Prozessor hält in diesem Test nicht konstant die 3,6 GHz – er reduziert die Frequenz immer mal wieder auf 3,3 GHz. Bei der Singlethread-Messung hingegen liegen dauerhaft 4,3 GHz an und der FX-8370E erreicht ein paar Punkte mehr als der FX-8350.

Die Leistungsaufnahme des kompletten Systems ist aufgrund des wenig sparsamen Mainboards bereits recht hoch: Ausgehend von 43 Watt im Leerlauf steigt sie mit dem FX-8370E auf 137 Watt bei Multithreading – der schnellere, höher taktende FX-8350 kommt auf 194 Watt. Auch im Singlethread-Test ist der neue FX sparsamer, hier schlägt vermutlich die im Laufe der Jahre gereifte Fertigung durch.

Verfügbarkeit und Fazit

Der FX-8370, der FX-8370E und der FX-8320E sind seit heute erhältlich. Die beiden schnelleren Prozessoren kosten laut AMDs Preisliste(öffnet im neuen Fenster) 199 US-Dollar. Im deutschen Handel dürfte dies knapp 160 Euro entsprechen. Der FX-8320E sollte etwa 120 Euro kosten.

Der FX-9590 ohne Kühler fällt offiziell von 306 auf 230 US-Dollar, der FX-9370 von 224 auf 211 US-Dollar. Bei letzterem beträgt der Straßenpreis ohnehin schon 180 Euro, der FX-9590 ist für rund 240 Euro erhältlich.

Fazit

Der neue FX-8370E ist unserer Ansicht nach der bisher beste FX: Die Leistung liegt in Multithreading-Anwendungen leicht unterhalb eines FX-8320, das reicht um Intels ähnlich teuren Core i5-4460 zu schlagen. Bei weniger parallelisierter Software hilft der Turbo von bis zu 4,3 GHz – Spieler greifen aber zum i5.

Die Leistungsaufnahme des FX-8370E bleibt durchweg unter der des FX-8350, egal ob Single- oder Multithreading. Die Stromrechnung dürfte diese Differenz kaum verringern, die CPU-Kühlung allerdings arbeitet deutlich leiser oder ein günstigeres Modell hält den E-Prozessor auf Temperatur.

CPU-Neukäufern in der Preisklasse von 150 bis 200 Euro raten wir zwar vom Sockel AM3+ ab und empfehlen ein LGA-1150-System. Wer aber noch einen Phenom II X4 und ein Board besitzt, das mit den 125-Watt-FX Probleme bereitet, der trifft mit dem FX-8370E eine gute Wahl. Schade allerdings, dass AMD die E-Modelle nicht schon früher veröffentlicht hat.


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