FX-8150/8370/9590 im Retro-Test: So schnell ist AMDs Bulldozer heute

Die FX-CPUs hätten fast das Ende von AMD bedeutet: Ein Jahrzehnt später testen wir, ob die Bulldozer-Chips konkurrenzfähiger geworden sind.

Ein Test von veröffentlicht am
Der FX-9590 alias Centurion war das Bulldozer-Topmodell.
Der FX-9590 alias Centurion war das Bulldozer-Topmodell. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

So erfolgreich AMD mit den Ryzen-CPUs seit einigen Jahren ist, so erfolglos war die Generation davor: Die FX-Chips mit der Bulldozer genannten Mikroarchitektur gingen als kolossaler Flop in die Annalen ein, der Launch anno 2011 war ein Desaster.

Inhalt:
  1. FX-8150/8370/9590 im Retro-Test: So schnell ist AMDs Bulldozer heute
  2. Die Performance ist weiter bescheiden
  3. Bulldozer: Verfügbarkeit und Fazit

Eine Dekade später wollten wir es noch einmal wissen - wie würden die Prozessoren heute abschneiden? Innerhalb eines Jahrzehnts sind Anwendungen und insbesondere Spiele deutlich parallelisierter geworden, was den FX-CPUs tendenziell entgegenkommt.

Der CMT (Core respektive Cluster Multithreading) getaufte Design-Ansatz von Bulldozer unterschied sich drastisch von allen davor; statt klassischer Kerne gab es Module: Hier teilen sich zwei Integer-Einheiten einen Gleitkomma-Block sowie das vorangestellte Frontend und den L1-Instruktionen/L2-Cache.

Sammelklage wegen Octacore-Werbung

Für die Flächeneffizienz war die Idee klasse, laut AMD belegte die zweite Integer-Einheit gerade einmal 12 Prozent eines Moduls. Bulldozer sollte so 80 Prozent der Leistung zweier klassischer Kerne erreichen, dabei jedoch kompakter und sparsamer sein. Mit 315 mm² fiel das Orochi-Die mit vier Modulen und acht logischen Kernen (4M/8T) allerdings relativ groß aus.

  • Der FX-9590 alias Centurion war viele Jahre lang AMDs Topmodell. (Bild: Golem.de)
  • Alle FX-Desktop-Modelle basierten auf dem Orochi-Die. (Bild: AMD)
  • Darin befinden sich vier Module samt der L3/Northbridge. (Bild: AMD)
  • Ein Modul sollte 80 Prozent der Leistung eines klassischen Dualcores erreichen. (Bild: AMD)
  • Hierzu setzt AMD auf ein geteiltes Frontend, ... (Bild: AMD)
  • ... das zwei dedizierte Integer-Einheiten ... (Bild: AMD)
  • ... sowie eine gemeinsame Gleitkomma-Einheit ...
  • ... und den ebenfalls geteilten L2-Cache versorgte. (Bild: AMD)
  • Die Scorpio-Plattform unterstützte DDR3-1866-Speicher. (Bild: AMD)
  • Auf Bulldozer folgte Piledriver, ... (Bild: AMD)
  • ... mit einigen Optimierungen an der Technik. (Bild: AMD)
  • Steamroller und Excavator wurden nur in APUs mit 2M/4T eingesetzt. (Bild: AMD)
  • Das 990FXA-GD80 von MSI mit Sockel AM3+ (Bild: Golem.de)
Alle FX-Desktop-Modelle basierten auf dem Orochi-Die. (Bild: AMD)
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Hierbei gilt zu beachten, dass AMD damals noch exklusiv bei Globalfoundries fertigen musste und deren 32-nm-SOI-Verfahren nicht mit Intels 32 nm vergleichbar war. Ein Sandy-Bridge-Quadcore wie der Core i7-2600K (4C/8T) für PCs kam auf 216 mm², das Octacore-Pendant (8C/16T) als Xeon für Server mit 435 mm² quasi auf das Doppelte.

Ungeachtet des CMT-Prinzips ließ AMD es sich nicht nehmen, die Desktop-Modelle von Bulldozer als die weltweit ersten Achtkerner zu bewerben. Das führte viele Jahre später zu einer Sammelklage, die AMD verlor und 12 Millionen US-Dollar an Vergleichszahlungen leisten musste.

FX-8150FX-8370FX-9590
CodenameZambeziVisheraCenturion
ArchitekturBulldozerPiledriverPiledriver
Module / Threads4M/8T4M/8T4M/8T
CPU-Takt3,6 bis 4,2 GHz4,0 bis 4,3 GHz4,7 bis 5,0 GHz
Uncore-Takt2,2 GHz2,2 GHz2,2 GHz
SpeicherDDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866
TDP125 Watt125 Watt220 Watt
Bulldozer-Modelle im Überblick

Hinzu kam, dass für die Prozessoren das seit den Athlon 64 nicht mehr verwendete FX-Präfix verwendet und damit entsprechende Erwartungen geschürt wurden. Selbst einen Comic und ein Video zur "Rückkehr der Legende" legte AMD auf, um die Scorpio genannte Plattform zu bewerben - Gürtelschnallen gab es übrigens auch.

Schauen wir uns an, welche Bulldozer-Topmodelle es gab und wie diese in heutigen Benchmarks abschneiden. Wir haben sie mit Intels damaligen Sandy-Bridge-Chips und AMDs späteren Ryzen-CPUs, vom 1800X bis zum 5800X, verglichen.

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Die Performance ist weiter bescheiden 
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x2k 17. Okt 2021 / Themenstart

Wenn man mal die Befehlssätze der cpus vergleicht (sofern man da cpuboss glauben kann...

yumiko 15. Okt 2021 / Themenstart

Jupp. Bei mehreren Anwendungen gleichzeitig sowieso (Spiel, Browser, Teamspeak, Office...

herrmausf 13. Okt 2021 / Themenstart

Passt ja, es wird Winter - da kann man eine Heizung schon brauchen ;)

ms (Golem.de) 13. Okt 2021 / Themenstart

GTA 5 ist übrigens seit Ewigkeiten in den Top10: https://store.steampowered.com/stats...

Johannes321 13. Okt 2021 / Themenstart

Kommt auch hin wenn du die günstigen Modelle vergleichst.

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