Futuristische Schwebebahn im Testbetrieb: Verkehrsmittel der Zukunft für die dritte Dimension

Eine Schwebebahn für die Stadt, die jeden Passagier zum Wunschziel bringt - bequem, grün, ohne Stau und vielleicht sogar kostenlos. Ist das realistisch?

Ein Bericht von veröffentlicht am
Ottobahn: allein in einer Gondel in der Luft statt im Stau auf der Straße
Ottobahn: allein in einer Gondel in der Luft statt im Stau auf der Straße (Bild: Ottobahn)

Wer wünscht sich im Feierabendverkehr nicht manchmal, einfach über den Stau hinweg zu schweben und dann von oben auf die anderen hinunterzuschauen? Aber bitte nicht wie in Berlin oder Hamburg in der ratternden Hochbahn mit Dutzenden anderen! Sondern bequem, allein und möglichst bis vor die Haustür. Das ist in etwa das Fahrerlebnis, das Ottobahn im Wortsinn vorschwebt.

Inhalt:
  1. Futuristische Schwebebahn im Testbetrieb: Verkehrsmittel der Zukunft für die dritte Dimension
  2. Ottobahn arbeitet mit einheimischen Partnern zusammen
  3. Eigene Steuerungssoftware für die Schwebebahn
  4. Mehr als 15 Städte haben Interesse an der Ottobahn

"Wir entwickeln eine Transportlösung für Menschen und Güter, die sich in der dritten Dimension bewegt, über dem heutigen Verkehr", sagt Marc Schindler, Geschäftsführer des Münchener Startups im Gespräch mit Golem.de. "Damit beansprucht und erobert es einen Raum für sich, der heute noch frei ist und Kapazitäten für den Nahverkehr bietet." Das Schienensystem soll schließlich die ganze Stadt überziehen und bis in jede Straße hineinreichen. Wo heute noch Autos fahren, sollen Gondeln schweben. Die Straßen selbst sollen weitgehend zurückgebaut und durch Grünflächen ersetzt werden.

Die Ottobahn wirkt wie eine Seilbahn, ist aber keine

Allein oder mit drei weiteren Mitreisenden wird der Fahrgast in einer Kabine Platz nehmen, die er zuvor über eine App gerufen hat. Sie kommt auf einer auf Pfeilern stehenden Trasse angeschwebt, hält direkt vor der Person oder der Gruppe an und sinkt dann zu Boden. Die Tür öffnet sich: Einsteigen, bitte! Dann geht die Fahrt los und endet vor der eigenen Haustür - zumindest in der Endausbaustufe. Und das alles gibt es für wenig Geld, möglicherweise sogar kostenlos.

Auf den ersten Blick sieht das, was das Münchener Startup plant, wie eine Seilbahn aus. Es sei aber keine, betont Schindler. Die Ottobahn ist nicht seilgeführt, sondern wird von einem schienengebundenen System angetrieben Als Hängebahn ähnele sie der Schwebebahn in Wuppertal. Aber noch mehr hat sie mit einem konventionellen Zug gemeinsam.

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Die Antriebseinheit einer Kabine besteht aus einem Fahrwerk mit vier Achsen. Aus Gründen der Redundanz gibt es jeweils zwei angetriebene Achsen, zwei dienen als Führungsachsen. An jeder Antriebsachse sitzt ein 1,2 Kilowatt starker Motor. Jeder Motor wird von einem Akku mit Strom versorgt. Beim aktuellen Prototyp, der bei Ottobahn im Büro unter der Decke hängt, sind es zwei 48-Volt-Fahrradakkus. Die regulären Kabinen werden größere Akkus haben. Dennoch soll das System sehr energieeffizient und damit auch besonders umweltfreundlich sein. Da es keine Schadstoffe emittiert, ist es per se schon umweltfreundlicher als der Autoverkehr.

Die Ottobahn ist ein konventionelles Rad-Schiene-System: Die Räder haben einen Spurkranz, die Antriebsräder sind mit einem Kunststoff für mehr Grip beim Beschleunigen und Bremsen beschichtet. Die Spurbreite beträgt 60 Zentimeter, die Räder haben einen Durchmesser von gerade mal 30 Zentimetern.

  • Die Ottoahn soll das Verkehrsmittel der Zukunft sein - zuerst in der Stadt, später auch über Land. (Bild: Ottobahn)
  • Das Münchener Startup will eine Infrastruktur aufbauen. (Bild: Ottobahn)
  • Die Trasse soll begrünt werden, um weniger aufzufallen. (Bild: Ottobahn)
  • Fahrgäste nehmen in einer Kabine Platz und schweben zum Ziel. (Bild: Ottobahn)
  • Kabinen gibt es auch für Vierergruppen. (Bild: Ottobahn)
  • Außerdem sollen sich mit der Ottobahn auch Waren transportieren lassen. (Bild: Ottobahn)
  • Der Fahrgast kann sich während der Fahrt am Bildschirm unterhalten... (Bild: Ottobahn)
  • ... oder in Ruhe arbeiten. (Bild: Ottobahn)
  • Die Kabinen wrden über eine App bestellt. (Bild: Ottobahn)
  • Der Antrieb ist konventionelle Rad-Schiene-Technik. (Bild: Ottobahn)
  • Die Kabinen sind sehr aerodynamisch und damit effizient. (Bild: Ottobahn)
  • Der Prototyp einer Kabine, (Bild: Ottobahn)
  • In seinem Büro hat das Startup eine Teststrecke aufgebaut. (Bild: Ottobahn)
  • Die Kabinen schwingen in der Kurve leicht aus, was für den Fahrgast angenehm ist. (Bild: Ottobahn)
Die Ottoahn soll das Verkehrsmittel der Zukunft sein - zuerst in der Stadt, später auch über Land. (Bild: Ottobahn)

Die Rad-Schiene-Technik ist bewährte und zugelassene Technik. Zudem sei sie "unschlagbar energieeffizient", sagt Schindler: Die Haftreibung beträgt etwa ein Zehntel der eines Autos. Die Kabine brauche rund 1,8 Kilowattstunden auf 100 Kilometer - in der Tat etwa ein Zehntel dessen, was zum Beispiel ein Renault Zoe braucht.

Der große Unterschied zum konventionellen Zug ist, dass die Schienen nicht auf dem Boden liegen. Sie hängen stattdessen in der Luft, etwa zehn Meter über dem Straßenniveau. Die Trasse soll aber deutlich filigraner werden als die Schwebebahn oder die Hochbahnen in Berlin oder Hamburg: Etwa alle 20 Meter steht ein rund 60 Zentimeter dicker Mast, an dem die Schienen aufgehängt sind.

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Die Gleise sollen überdacht werden, was unter anderem dem Lärmschutz dient. Das Dach wiederum soll mit Solarzellen ausgelegt werden, die aus Sonnenlicht den Strom generieren sollen, den das System braucht. Der Rest soll begrünt werden, damit das System weniger auffällt. Teile der Trasse könnten möglicherweise auch begehbar gemacht werden - nach dem Vorbild des High Line Park in New York.

Dedizierte Haltestellen vergleichbar mit den Bahnhöfen der Hochbahnen wird die Ottobahn nicht haben. Sie soll dort halten, wo die Fahrgäste aussteigen wollen. Stellt sich die Frage, wie sie aus mehreren Metern Höhe sicher auf den Boden gelangen.

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Ottobahn arbeitet mit einheimischen Partnern zusammen 
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Jossele 02. Dez 2020

Dann hast aber immer noch Autos auf den Straßen und nicht flanierende Spaziergänger...

derLaie 30. Nov 2020

Sowas muss man journalistisch trennen und einen IMHO Artikel verfassen. Du kannst deine...

MacWinUx 29. Nov 2020

Als Eisenbahner-Kind frage ich mich, wie sich die Entwickler vorstellen, dass die Gleise...

Flix 27. Nov 2020

Seilbahnen sind mist. Das wird sich niemals durchsetzen: - Ottobahn soll sich ausklinken...



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