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Future Travel Experience: 100 MBit/s wird zum Standard und Sitze kommunizieren

Flugzeuge werden intern immer stärker vernetzt. In ein paar Jahren haben Flugzeuge genug Bandbreite für Videostreaming und zur Überwachung von Komponenten. Und selbst Flugzeugsitze werden bis 2025 Teil der Vernetzung.
/ Andreas Sebayang
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Moderne Flugzeuge, hier ein A380-800 (LH) und eine B747-8i (CA), werden immer mehr zu fliegenden Netzwerken. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Moderne Flugzeuge, hier ein A380-800 (LH) und eine B747-8i (CA), werden immer mehr zu fliegenden Netzwerken. Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Flugzeuge der Zukunft werden fliegende Netzwerke. Der Think Tank der Organisation Future Travel Experience hat die Apex Expo 2016 in Singapur genutzt, um seine Vision für das Jahr 2025 zu präsentieren. Es ist dabei nicht irgendeine Organisation. Teilnehmer sind unter anderem Google, Panasonic Avionics, Boeing, Fluggesellschaften und die Apex selbst.


Die Teilnehmer gehen davon aus, dass bis 2025 80 Prozent aller im Dienst befindlichen Passagierflugzeuge mit einem Internetzugang ausgestattet sind. Neuauslieferungen sollen bis dahin immer mit Inflight-Connectivity ausgestattet sein. Das ist durchaus realistisch, da einige Fluggesellschaften bereits heute fast die gesamte Flotte mit einem Internetzugang bestückt haben. Interessant ist aber die Prognose der Bandbreite. 100 MBit/s sollen in Flugzeugen insgesamt zur Verfügung stehen.

Dauerüberwachung der Flugzeugteile

Genutzt wird die Bandbreite auch durch die Flugzeugsysteme selbst, so die Prognose. Und zwar für das Internet of Things. Sensoren in den Flugzeugen sollen die Daten des Flugzeugs sammeln und über den Internetzugang an die Zentrale schicken.

Die vielen Daten sollen dafür sorgen, dass die dauerhaft überwachten Flugzeugteile vorausschauend ausgetauscht werden, sollten Anzeichen eines Ausfalls zu erkennen sein. Das soll dafür sorgen, dass sich insbesondere die ungeplante Wartungszeit auf dem Boden reduziert und das Flugzeug effizienter eingesetzt werden kann. Auch für den Passagier dürfte das Vorteile haben, denn Ausfälle sind damit seltener. Plötzliche Flugannulierungen wegen mechanischer Probleme sind ein Ärgernis, sind aber nicht immer zu vermeiden.

Flugzeugpassagiere wollen Bandbreite

Dazu kommen dann noch ein paar Hundert Passagiere, die ein oder mehrere Geräte mit dem Flugzeug-Internetzugang verbinden wollen und vermutlich höheren Bandbreitenbedarf haben. Sie wollen nicht nur kurze Mitteilungen per Messenger verschicken, sondern immer größer werdende E-Mails empfangen und Videostreaming nutzen. Die US-Fluggesellschaft Jetblue macht das schon heute und streamt Amazon-Videos sogar kostenlos(öffnet im neuen Fenster) .

Der wichtigere Part ist aber laut dem Think Tank der ständige Zugriff auf die eigenen flugrelevanten Daten. Fluggäste bekommen Zugriff auf ihre Buchungen und Umleitungen, wählen Sitze aus und informieren sich vorab über das Ziel. Das ist bei einigen Fluggesellschaften heute teils Standard. Manche bietet sowohl im nationalen als auch internationalen Verkehr kostenlosen Zugriff auf die Firmenwebseite, um Buchungen anzuschauen und gegebenenfalls Umbuchungen bei Unregelmäßigkeiten durchzuführen.

Kabinenpersonal muss nicht mehr an die Strippe

Auch das Kabineninnere soll in Zukunft stärker vernetzt werden. Panasonic sieht Kabinenpersonal drahtlos über das Netzwerk kommunizieren, mitunter sogar mit einer Kamera an der Uniform. Bisher funktioniert das noch mit drahtgebundenen Onboard-Telefonen und das Personal muss zu den entsprechenden Telefonen laufen.

Die Möglichkeiten sind jedenfalls groß, so Panasonic. Vorstellbar sind beispielsweise zahlreiche Sensoren in den Flugzeugsitzen. Die könnten erkennen, ob dem Fluggast kalt oder warm ist und entsprechende Aktionen auslösen, etwa die Kabinentemperatur anpassen. Mit weiteren Sensoren, wie beispielsweise einer Smartwatch, ließe sich sogar eine Dehydration erkennen und das Kabinenpersonal würde automatisch mit Getränken vorbeikommen. Das setzt allerdings voraus, dass der Kunde seine Daten auch teilen möchte.

Und das geht so weit, dass in Zukunft die Buchungsdaten bis ins Inflight-Entertainment-System (IFE) geleitet werden. Der Anwender wird mit dem eigenen Namen angesprochen und bekommt ein stärker personalisiertes Erlebnis.

Trotz all der Vernetzung glaubt man bei der Future Travel Experience im Jahr 2025 daran, dass die Sicherheit nicht eingeschränkt wird. Wichtig ist, dass die einzelnen Bereiche nicht einfach mit einer Firewall getrennt werden, sondern physisch getrennt sind. Es soll gar nicht erst eine Verbindung möglich werden, um etwa vom Kabinen-WLAN auf die Sensordaten des Flugzeugs zugreifen zu können oder gar virtuell ins Cockpit zu gelangen.

Aus der Sicherheitsperspektive bedenklich ist allerdings eine Aussage des Apex-Chefs Joe Leader. Er glaubt, dass es sicherer ist, dass man über Schutzmechanismen lieber nicht zu viel spricht, um einen Angriff zu vermeiden. Dieser Weg hat sich in der Vergangenheit der IT jedoch häufig als falsch erwiesen.


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