Future Operating Model: Telefónica Deutschland will massiven Stellenabbau
Der Vorstand der Telefónica Deutschland hat seine Beschäftigten auf einen großen Stellenabbau im Projekt Future Operating Model (FOM) eingestimmt. Das gab der Verdi-Gewerkschaftssekretär und Telefónica-Aufsichtsrat Christoph Heil bekannt(öffnet im neuen Fenster). "Fest steht bislang lediglich, dass die Veränderungen mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben werden und wesentliche Maßnahmen bereits im Laufe dieses Jahres umgesetzt werden sollen. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass der Transformationsprozess weit über das Jahr 2026 hinausreichen wird."
Informierten Kreisen zufolge möchte die Firma mehr als 1.000 ihrer zuletzt 6.820 Jobs in Deutschland streichen. Damit würde etwa jede sechste Stelle wegfallen. Hintergrund ist der Wechsel des MVNO 1&1 zu Vodafone, was für Telefónica starke Umsatzeinbußen bedeutet.
Verdi hatte zuvor in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) an seine Mitglieder von einem "Kahlschlag" gesprochen. Aus vertraulichen Quellen der Mitglieder sei zu vernehmen, dass der "Verlust von Arbeitsplätzen massiv ausfallen soll". Nach den Informationen der Gewerkschaft beabsichtigt Telefónica Deutschland, rund 100 Millionen Euro weniger auszugeben.
Beschäftigte erwirtschafteten jährlich 500 Millionen Euro
Die Beschäftigten bei Telefónica Deutschland hätten, so Verdi, "lange Zeit jährlich Dividenden von mindestens 500 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotzdem haben sie im Durchschnitt seit 2018 einen Reallohnverlust durch niedrige Gehaltssteigerungen von circa 4,5 Prozent hingenommen. Andererseits sind auch für die verbleibenden Beschäftigten die Aussichten bedrückend: steigende Arbeitsbelastung, weil die Arbeit sich nun auf weniger Schultern verteilt, und die Ungewissheit, wie die Zukunft der Telefónica aussieht".
Der Telefónica-Group-Chef Marc Murtra setzt seit seinem Amtsantritt auf massiven Stellenabbau in Spanien und den Verkauf der Landestöchter in Lateinamerika.
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