Teurer US-Mobilfunk als Ziel für Europa
Der freie Markt in den USA sorgt also Höttges zufolge zu hohen Kosten für die Kunden. Das verwundert, denn sonst lauten wirtschaftsliberale Versprechen doch genau anders herum: Mehr freier Markt mache alles billiger.
Doch in einem hat der CEO nicht ganz unrecht: Aus Konzernsicht muss es wünschenswert sein, dass zukünftig Kunden in der ganzen Welt die in den USA üblichen 100 bis 200 US-Dollar pro Monat für Infrastrukturdienste von mobil bis Kabel bezahlen, obwohl sowohl Netzabdeckung, Geschwindigkeit und Service keinesfalls ein vergleichbares Niveau erreichen wie in Europa (für im Schnitt 20 bis 40 Euro).
Die Funklöcher in den USA sind bisweilen so groß wie das Land weit. Außerhalb der Metropolen, in ländlichen Regionen abseits der Touristenströme, bleibt Kunden oft kaum Auswahl außer teurer Satelliten oder Richtfunkstrecken, deshalb ist Starlink dort auch so populär. Wer einmal mit US-Hotlines kommunizieren musste, weil etwas nicht funktioniert, fühlt sich wie in Terry Gilliams Brazil oder bei David Lynch – die vielbeschworene "Servicewüste Deutschland" verliert nach solchen Erlebnissen viel an Schrecken.
Spenden für Trumps Ballroom
Auch im Februar 2026 machte US-Fan Höttges von sich reden: Nicht nur hatte T-Mobile großzügig für Donald Trumps 300-Millionen-Dollar-Ballroom gespendet, Höttges gab sich auch alle Mühe zu erklären, warum das absolut in Einklang mit den Idealen und Werten des Konzerns stehe(öffnet im neuen Fenster). Wem es bis dato noch nicht klar ist: Höttges, der auf der Hauptversammlung der Aktionäre 2026 mit Legosteinen digitale Souveränität, Sicherheit und Cloud erklärte, ist ein Verkäufer.
Ein sehr guter, ohne Frage, aber eben auch niemand, der mehr als die Erträge seines Konzerns im Fokus hat. Er ist ein Opportunist, kein ideologisch oder gesellschaftlich interessierter Manager. "Wir sind digital souverän, weil überall Telekom-Mitarbeiter arbeiten", sagt er sinngemäß(öffnet im neuen Fenster). Ja dann.
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