Fusionsforschung: Forscher erzielen Rekorde am Wendelstein 7-X

Es wird wieder gebaut am Wendelstein 7-X. In zwei Jahren sollen die nächsten Experimente an der Fusionsforschungsanlage in Greifswald durchgeführt werden. Es gilt dann, die Bestmarken für Stellaratoren, die in diesem Jahr aufgestellt wurden, zu übertreffen.

Artikel veröffentlicht am ,
Außengefäß des Stellarators Wendelstein 7-X in Greifswald: Entladungsdauer von 30 Minuten
Außengefäß des Stellarators Wendelstein 7-X in Greifswald: Entladungsdauer von 30 Minuten (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Erfolgreiches Ende der zweiten Runde der Experimente an der Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X: Nach einigen Ausbauten erzielten die Wissenschaftler an der Anlage in Greifswald einige neue Rekordergebnisse bei Entladungsdauer, Dichte und Energieinhalt des Plasmas. Als Nächstes wird wieder gebaut.

Stellenmarkt
  1. Data Engineer (m/w/d)
    Matrix42 AG, Frankfurt am Main
  2. IT Projektleiter Hardware-in-the-Loop(HiL) (m/w/d)
    MicroNova AG, Kassel
Detailsuche

Für die Experimentrunde von Juli bis November war der Stellarator aufgerüstet worden. So wurde das Plasmagefäß mit einer Innenverkleidung, bestehend aus Graphitkacheln, und einem Divertor ausgestattet. Dieser besteht aus zehn breiten Kachelstreifen an der Wand des Plasmagefäßes, die es ermöglichen, die Reinheit und Dichte des Plasmas zu regeln. Weitere Neuerungen waren neue Messgeräte und Heizsysteme.

Der so aufgerüstete Stellarator ermöglichte einige Rekorde für Anlagen dieser Art. So konnten die Wissenschaftler beispielsweise ein Plasma mit einer Temperatur von 20 Millionen Grad Celsius erzeugen. Der Energieinhalt betrug erstmals mehr als ein Megajoule. Zudem schafften es die Forscher, ein Plasma 100 Sekunden lang zu erhalten.

Zudem gelang es ihnen, Plasmadichten von bis zu 2 x 10^20 Teilchen pro Kubikmeter zu erreichen. Mit einer solchen Plasmadichte lässt sich laut dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) ein Fusionskraftwerk betreiben.

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Nach dem Ende der Experimente folgt jetzt die nächste Umbauphase. So werden die Graphitplatten des Divertors durch wassergekühlte Elemente aus kohlenstofffaserverstärktem Kohlenstoff ersetzt. Das soll es ermöglichen, heißere Plasmen zu erzeugen, ohne die Gefäßwand zu schädigen. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern. In den nächsten Experimentrunden wollen die Forscher unter anderem schrittweise länger andauernde Plasmen erreichen. Ziel sind Entladungsdauern von 30 Minuten.

  • Der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der große Moment: Wird alles klappen? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vor dem Start des Countdowns: Anspannung in der Glocke, von wo aus der Stellarator gesteuert wird (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Institutsleiter Thomas Klinger fordert das Publikum auf, die letzten zehn Sekunden laut mitzuzählen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Premiere gelungen: Die Kameras im Stellarator haben das Heliumplasma aufgenommen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf den Erfolg darf angestoßen werden: Klinger, Betriebsdirektor Stefan Bosch und Sibylle Günter, die wissenschaftliche Direktorin (v. l.) (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Stellaratorhalle wird mit meterdicken Betontüren verschlossen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick auf das Außengefäß des Stellarators (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Viel ist nicht zu erkennen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die supraleitenden Magnete sind ohnehin im Außengefäß verborgen. Vor der Tür des Instituts steht ein Modell. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Modell eines Moduls des Stellarators. Er besteht aus fünf dieser Module, die fast identisch sind. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Der vor drei Jahren eröffnete Wendelstein 7-X in Greifswald ist eine Anlage, an der für die Kernfusion geforscht wird und an der getestet werden soll, ob ein Stellarator ein für ein Fusionskraftwerk geeigneter Reaktor ist. Bei der Fusion werden Atomkerne miteinander verschmolzen. Die Kernfusion soll die saubere Energiequelle der Zukunft werden.

Das Plasma wird in einer ringförmigen Kammer mit einem Durchmesser von 16 Metern erzeugt. Sie ist von einer komplizierten Struktur aus 50 supraleitenden Magnetspulen umgeben, die einen Magnetfeldkäfig erzeugen. Dieser hält das Millionen Grad heiße Plasma, das nicht mit den Wänden der Kammer in Berührung kommen darf. Nur im Plasmazustand ist es möglich, zwei Atomkerne miteinander zu verschmelzen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


flauschi123 02. Dez 2018

TMSR werden gerade in China mit einem Budget von 3Mrd USD entwickelt. Kommerzielle...

Abdiel 30. Nov 2018

Es gibt mehr als genug Wasser auf der Erde, nur ist ein Großteil davon für den Menschen...

lestard 29. Nov 2018

Zukünftige Generationen werden uns in jedem Fall verfluchen aber dass wir versucht haben...

lestard 29. Nov 2018

ITER ist kein Fass ohne Boden sondern in erster Linie ein Friedensprojekt. Das hat einen...

Dieter Grosch 28. Nov 2018

Richtig und diese höher Temperatur könnte man durch die Protonen-Energie erzeugt werden...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Waffensystem Spur
Menschen töten, so einfach wie Atmen

Soldaten müssen bald nicht mehr um ihr Leben fürchten. Wozu auch, wenn sie aus sicherer Entfernung Roboter in den Krieg schicken können.
Ein IMHO von Oliver Nickel

Waffensystem Spur: Menschen töten, so einfach wie Atmen
Artikel
  1. OpenBSD, TSMC, Deathloop: Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt
    OpenBSD, TSMC, Deathloop
    Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt

    Sonst noch was? Was am 15. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Whatsapp: Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei
    Whatsapp
    Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei

    Ein Vater nutzte ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines Sohnes als Statusfoto bei Whatsapp. Nun läuft ein Kinderpornografie-Verfahren.

  3. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 21% auf Logitech, bis 33% auf Digitus - Cyber Week • Crucial 16GB Kit 3600 69,99€ • Razer Huntsman Mini 79,99€ • Gaming-Möbel günstiger (u. a. DX Racer 1 Chair 201,20€) • Alternate-Deals (u. a. Razer Gaming-Maus 19,99€) • Gamesplanet Anniversary Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /