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Fusionsenergie: Iter erhält sechsten Tokamaksektor

Innerhalb von 30 Stunden ist das Element in Position gebracht worden. Noch Ende des Jahres soll Iter weiter wachsen.
/ Mario Petzold
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Das sechste Element (links) gelangt an seine endgültige Position. (Bild: Iter)
Das sechste Element (links) gelangt an seine endgültige Position. Bild: Iter

Das sechste von neun Elementen des magnetischen Einschlusses für den Fusionsreaktor Iter(öffnet im neuen Fenster) hat am 28. Juli 2026 auf seiner Lagerhalterung aufgesetzt. Den knapp 1.400 Tonnen schweren Sektor, der in Südkorea angefertigt worden war, an seinen endgültigen Platz zu setzen, dauerte 30 Stunden. Mehr als 100 Menschen aus unterschiedlichen Fachbereichen waren daran in vier Schichten beteiligt.

Zwei Drittel der Kammer, in der später die Kernfusion stattfinden soll, sind damit fertiggestellt und an der richtigen Position. Es fehlen drei weitere Elemente, von denen das erste noch 2026 am Standort in Südfrankreich erwartet wird.

Alle Elemente besitzen jeweils eine Masse von mehr als 1.000 Tonnen. Sie bestehen aus einem Teil der Vakuumkammer und verfügen über je zwei toroidale Magnetfeldspulen, die sich nach Fertigstellung zu dem angestrebten geschlossenen Magnetfeld in Donutform zusammenfügen sollen.

Neue Herausforderung wird exakt dokumentiert

Mit jedem neuen Element steht das Team am Iter vor einer neuen Aufgabe, da jedes davon anderen Aufgaben in dem endgültigen Reaktor übernimmt. Deshalb weichen nicht nur Form und Größe immer wieder leicht voneinander ab. Insbesondere der Massenmittelpunkt ist bei jedem Sektor ein anderer, wodurch die Kräne stets neu justiert werden müssen.

Deshalb wurden hier wie in den anderen Sektoren Sensorwerte und Daten mit einer Frequenz von 10 Hertz gesammelt. Das allein sind mehr als eine Million Datenpunkte mit je tausenden Einzelwerten. Sie sollen helfen, die nächsten Positionierungen zu verbessern und zukünftige Bauarbeiten an potenziellen nächsten Reaktoren zu verbessern.

Kompliziert ist der Einbau eines neuen Sektors zudem, weil die Elemente nicht einfach in eine feste Halterung abgesenkt werden. Alle neun Einzelteile müssen sich bewegen können und liegen deshalb auf einem beweglichen Fuß, der schlussendlich den Tokamak mit einer Masse von mehr als 10.000 Tonnen tragen muss. Notwendig ist diese aufwendige Konstruktion, weil sich die Elemente durch die starke Erhitzung ausdehnen und sich damit untereinander und gegenüber dem Zentrum der Reaktorkammer verschieben werden.

Verläuft der weitere Aufbau des Tokamaks nach Plan, wonach es zuletzt aussah, könnte die Kammer bis 2028 vollständig sein.


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