Fusion mit Oppo: Oneplus steht am Scheideweg

Oneplus wird Teil von Oppo - Chance und gleichzeitig Risiko für den einstigen "Flagship-Killer". Was könnte sich in Zukunft ändern?

Eine Analyse von veröffentlicht am
Links teuer, rechts preiswert: Oneplus 9 Pro und Oneplus Nord CE
Links teuer, rechts preiswert: Oneplus 9 Pro und Oneplus Nord CE (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Mit der Nachricht, dass Oneplus ein eigenständig agierender Teil von Oppo werden wird, hat Oneplus-Gründer Pete Lau möglicherweise den ein oder anderen Fan noch überrascht. Dass Lau seit gut einem Jahr aber bereits Produktionsleiter beider Marken war, die auch noch beide zum gleichen Mutterkonzern gehören, macht den Schritt etwas weniger überraschend.

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Die Frage ist: Was wird sich in Zukunft bei Oneplus ändern? Von der Zusammenarbeit dürfte Oneplus' Produktportfolio profitieren: Es ist kleiner als das von Oppo und anderer Mitbewerber und bis zum vergangenen Jahr auch kaum diversifiziert gewesen. Erst da hat Oneplus angefangen, mit der Nord-Serie Mittelklassegeräte auf den Markt zu bringen - möglicherweise gab es hier bereits einen Einfluss Oppos.

Mit der nun mutmaßlich noch engeren Zusammenarbeit dürfte Oneplus seinen Vorstoß in bislang kaum bediente Marktsegmente fortführen, die preislich für mehr Nutzer attraktiv sind - also auch im Einsteigerbereich. Diese Taktik birgt Chancen, kann gleichzeitig aber auch nach hinten losgehen.

Durch die Diversifizierung könnte Oneplus seine Marktanteile in Europa verbessern, die momentan je nach Quelle bei einem bis zwei Prozent liegen. Gleichzeitig könnte der Nimbus als "Flagship Killer" mit ausschließlich technisch hochwertigen Smartphones leiden.

Mittelklasse kann gut funktionieren

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Dass sich gute Mittelklassegeräte positiv auf die Verkaufszahlen auswirken, beweist Samsung: Geräte aus deren Galaxy-A-Serie gehörten in der Vergangenheit zu den meistverkauften Geräten weltweit - zusammen mit Mittelklasse-Smartphones von Xiaomi. Oneplus scheint bezüglich Marktanteilen auch auf einem guten Weg zu sein: Unternehmensangaben zufolge wurde der Absatz im ersten Quartal 2021 um 388 Prozent gesteigert, die Oberklasse-Reihen machen nur noch 65 Prozent des Umsatzes aus.

Der Erfolg der Mittelklasse könnte aber am Renommee kratzen, das sich Oneplus über die Jahre aufgebaut hat. Hersteller wie Samsung haben schon immer parallel Oberklasse- und Einsteigergeräte angeboten und erfolgreich zwischen den unterschiedlichen Welten ihre Marke aufgebaut. Als Anbieter extrem günstiger Top-Smartphones wie dem Oneplus One gestartet, war Oneplus hingegen lange Jahre nur in der Oberklasse vertreten und tendenziell eher eine Alternative für Nutzer, die sich auskennen. Große Marktanteile hat diese Taktik nicht gebracht, daher möglicherweise auch die Diversifizierung ins Mittelklassesegment im Jahr 2020.

OnePlus Smartphones

Oneplus betont zu seinen Mittelklassegeräten zwar stets, dass sie das Nutzungsgefühl der Topmodelle transportieren sollen, nach dem guten Oneplus Nord konnten die weiteren Geräte aber nicht sonderlich überzeugen.

Das N10 5G war angesichts des ursprünglichen Nord aber obsolet, das neue Nord CE ist ein langweiliges Smartphone, das nicht aus der Masse der Mittelklassegeräte hervorsticht. Durch eine engere Zusammenarbeit mit Oppo, das ein Portfolio von Einsteiger-, Mittelklasse- und Oberklasse-Smartphones hat, könnten sich derartig unspektakuläre Modelle in Zukunft häufen.

Bleibt Oneplus unabhängig von Oppo?

Aber vielleicht kommt alles auch ganz anders: Pete Lau zufolge soll Oneplus weiterhin als eigenständige Marke agieren, neue Smartphones könnten also mehr Oneplus sein als vergleichbare Oppo-Modelle. Das jüngst veröffentlichte Nord CE macht diesbezüglich allerdings wenig Hoffnung - vielleicht war es aber auch nur ein Ausrutscher.

Nach der offiziellen Fusion mit Oppo dürfte klar sein, dass Oneplus seinen 2020 eingeschlagenen Weg der Diversifizierung in andere Marktsegmente fortführen wird. Damit wird das Unternehmen endgültig zu einem herkömmlichen Smartphone-Hersteller - mit allen Vor- und Nachteilen.

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nicoledos 24. Jun 2021

statt den Samsung den novoluncher und schon ist man ein Problem los. Was mich gewaltig...

bootstorm 22. Jun 2021

Ich habe mit den Nexus Geräte das MDM eingefügt. Mit den Motos fortgesetzt und als die...

jpk1337 22. Jun 2021

Gehören ja auch alle zum selben Mutterkonzern BBK Electronics. Vivo, Realme unter...



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