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Funkverschmutzung: Wer stört hier?

Ob WLAN, Bluetooth, IoT oder Radioteleskope - vor allem in den unlizenzierten Frequenzbändern funken immer mehr elektronische Geräte. Die Folge können Störungen und eine schlechtere Performance der Geräte sein.

Ein Bericht von Jan Rähm veröffentlicht am
Doch. Auch er funkt - und ist damit ein potenzieller Störer.
Doch. Auch er funkt - und ist damit ein potenzieller Störer. (Bild: Gabriel Bouys/AFP via Getty Images)

Eigentlich funktioniert das Leben mit den diversen digitalen "Funkgeräten" in Deutschland ziemlich gut. "Sie können zu Hause bei sich sitzen, haben eine WLAN-Verbindung, offene Bluetooth-Verbindung und gleichzeitig telefonieren Sie noch übers Mobilfunknetz. Und das alles funktioniert in den meisten Fällen eigentlich einwandfrei", sagt Dominic Schulz vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin. "Das ist schon eine ganz schöne Leistung dieser ganzen funkbasierten Technologien."

Dass ein großer Teil der Geräte mit Funkschnittstelle heute frei von Interferenzen und anderen Störungen funktioniert, ist ein Erfolg von Jahren und Jahrzehnten an Forschung und Entwicklung. Dennoch, so steht zu befürchten, könnte es mit dem störungsfreien Betrieb in wenigen Jahren vorbei sein.

Immer mehr funkvernetzte Geräte drängen auf den Markt und mit der weiteren Verbreitung des Konzepts Internet der Dinge und der sogenannten Industrie 4.0 wird die Zahl der Geräte nochmals sprunghaft ansteigen. Gegenseitige Beeinflussung und Störungen sind da fast programmiert.

Störungsaufkommen in Deutschland rückläufig

Im Moment ist die Lage in Deutschland nach Aussage der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Bundesnetzagentur in Mainz, noch sehr gut - trotz der hohen Dichte an elektronischen funkenden Geräten (der sogenannten Belegungsdichte), der hohen Industrialisierung und der vielen unterschiedlichen Nutzungen der verfügbaren Spektren.

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Ingenieur Markus Schreiber, Leiter des Referats Prüf- und Messdienst bei der Bundesnetzagentur, erklärt zum Störungsaufkommen: "Wir haben in den letzten drei, vier Jahren einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen."

Als Störung bei Funkverbindungen werden umgangssprachlich vor allem sogenannte Interferenzen bezeichnet. Dabei handelt es sich vereinfacht beschrieben um Überlagerungen beim Zusammentreffen zweier oder mehrerer Wellen. Kommt es zu einem solchen Zusammentreffen, merken die Nutzer das unter anderem als eine deutliche Verschlechterung der Funkverbindung mit Aussetzern, langsamerer Datenübertragung oder im schlimmsten Fall mit einem kompletten Ausfall der Verbindung, wenn die Funkwellen sich derart überlagern, dass sie sich gegenseitig auslöschen.

Den Rückgang an Störungsmeldungen in Deutschland erklärt der Fachmann der Bundesnetzagentur vor allem damit, dass Störungen vor allem bei bereits digitalisierten Diensten weniger auftreten. Das betrifft gerade den Rundfunk.

Klemmende Tasten gibt es kaum mehr

Nur, ob es wirklich weniger Störungen sind oder nur weniger Störungen gemeldet werden, da ist sich Markus Schreiber nicht sicher: "Vielleicht hängt das im Rundfunk auch mit dem geänderten Marktverhalten zusammen." Die Menschen würden sowohl Radio als auch Fernsehen zunehmend über das Internet empfangen und weniger über die terrestrische Verbreitung via Antenne.

Aber auch in anderen bereits digitalisierten Bereichen erfasst die Bundesnetzagentur weniger Störungen. Markus Schreiber nennt als Beispiel den BOS-Bereich, also Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei und Feuerwehr.

Dort habe es im analogen Betrieb häufig zum Teil triviale Probleme wie klemmende Tasten gegeben, die so heute nicht mehr aufträten, erklärt Schreiber: "Die Technik war weniger selbstheilend. Man hat jetzt bei diesen digitalen Netzen natürlich ganz viele Dinge, die sozusagen auffallen und gleich abgestellt werden können, wenn nicht sogar schon automatisiert."

Moderne Übertragungstechnik sucht sich den besten Weg

Der Referatsleiter schränkt zwar ein, dass man in der Behörde nur die Spitze des Eisbergs sehe, weil nicht jede Störung gemeldet werde. Aber: "Wir stellen fest: Über die vielen Jahre geht die Tendenz eher nach unten." Daran hätten auch der Gesetzgeber und die Bundesnetzagentur selbst ihren Anteil durch Regulierung, die eine effiziente und störungsfreie Nutzung ermögliche.

Außerdem versuche die Regulierung auf nationaler, aber auch europäischer und internationaler Ebene, Funkdienste in den Ländern so anzusiedeln, dass sie miteinander verträglich seien. Der technische Fortschritt selbst habe ebenfalls einen großen Teil beigetragen: "Da kommen natürlich moderne Übertragungsverfahren ins Spiel, die häufig schauen: Welche Kanäle sind belegt? Welche kann ich gut nutzen? Wie kann ich sozusagen auch gegenseitige Beeinträchtigung reduzieren?"

Als Beispiel führt er die heutzutage sehr weit verbreiteten WLAN-Router an: "Man hat immer eine Vielzahl von Routern, die sozusagen vom eigenen Router erkannt werden, im Umfeld. Trotzdem ist es in der Regel schon möglich, auch wirklich ordentliche WLAN-Netze aufzubauen im eigenen Haushalt."

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tritratrulala 28. Jul 2020 / Themenstart

Mich stören regulatorisch vor allem die überbordenden Forderungen der Mobilfunk...

FreiGeistler 28. Jul 2020 / Themenstart

Radioteleskope horchen doch nur?

chefin 28. Jul 2020 / Themenstart

naja, es gibt halt kein 0 oder 1 in diesem Bereich. Es gibt ein breites Spectrum an...

chefin 28. Jul 2020 / Themenstart

Was sollen 6G Frequenzen sein? 4G, 5G, 6G sind Sendeprotokolle, die grundsätzlich...

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