Zu viel IoT, Bluetooth und Wi-Fi stört massiv

Ändern könnte sich die Situation, wenn die Zahl der Geräte in den ISM-Bändern rasant wächst. Sören Peik beschreibt den Bereich der Heimvernetzung: "Wenn Sie jetzt in einem Hochhaus in jeder Wohnung 30, 40 Glühlampen und Steckdosen und Ähnliches haben, die alle vor sich hin funken, dann könnte es irgendwann kritisch werden." Denn trotz Techniken zur Kooperation im Spektrum nehmen die Geräte sich gegenseitig wahr. Das Sendesignal des einen Geräts ist für das andere ein leises Hintergrundrauschen wie ein Flüstern, das erstmal nicht weiter stört.

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"Nur wenn jetzt ganz viele Geräte rauschen, also ganz viele Geräte, die vor sich hin flüstern, dann wird das Flüstern irgendwann zu einem Schreien. Das ist alles eine Frage der Masse. In dem Moment, wo irgendwann eine kritische Masse überschritten wird, an IoT-Geräten und Bluetooth- und Wi-Fi-Geräten in einem Band, werden die sich so massiv stören, dass es dann zu großen Behinderungen kommt."

Zurzeit sei die Schwelle nicht erreicht. Noch nähmen die Geräte untereinander Rücksicht und wichen gegenseitig aus. Allerdings kann sich das rapide ändern, wenn die Zahl der Geräte zunimmt. Das zeigt unter anderem eine Studie der Universität Aalborg auf. "Da muss man halt jetzt ein Auge darauf haben", warnt Sören Peik. "Das weiß keiner so ganz genau, was passieren wird, wenn die kritische Masse erreicht ist."

Zunehmend betroffen: die Wissenschaft

Zu den von elektromagnetischen Störungen besonders betroffenen Branchen gehören mehr und mehr Astronomen und Meteorologen, weiß Sören Peik aus Bremen zu berichten: "Die empfindlichsten Geräte werden von Naturwissenschaftlern verwendet, die Radioastronomie betreiben." Sie nutzten Frequenzbereiche, die speziell geschützt sind und die extrem sensitiv reagieren auf Störungen.

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"Da geht es darum, dass man von Galaxien, die Hunderte Millionen Lichtjahre entfernt sind, Signale aufzeichnen will. Und die Signale sind so extrem schwach, dass sie keinesfalls von anderen Signalen irdischen Ursprungs überlappt werden sollen." Die Radioastronomie leidet sehr stark unter Einstrahlungen und Interferenzen. Standorte für Radioteleskope frei von elektromagnetischen Störungen seien immer schwerer zu finden. "Am allerliebsten würden Wissenschaftler sie natürlich auf der Rückseite des Mondes stationieren. Daran sieht man, wie stark die Erdoberfläche belastet ist von elektromagnetischen Wellen irdischen Ursprungs, so dass man nicht mehr vernünftig Radioastronomie betreiben kann."

Auch Satellitensysteme kämpfen mit zunehmenden Störungen beziehungsweise befürchten die Nutzer solche. Seit einiger Zeit schlagen Meteorologen Alarm: Der Mikrowellen-Bereich von 5G könnte die Erdbeobachtung beeinträchtigen. Streitpunkt sind die Frequenzen rund um 24,25 GHz. Denn nicht nur Technik "funkt", sondern auch die Natur. So hat Wasserdampf die Eigenschaft, bei exakt 23,8 Gigahertz ganz schwach zu schwingen - aber genug, um von sensiblen Sensoren auf Satelliten gemessen zu werden.

5G könnte Wettervorhersagen erschweren

Mit diesen Messungen können Meteorologen bisher Wolkenansammlungen verfolgen und zum Beispiel Regen oder Unwetter vorhersagen. Die Wasserdampf-Frequenz-Erfassung ist entscheidend für die moderne Wettervorhersage. Mit 5G wird nun befürchtet, dass der Mobilfunk die schwachen Signale überlagert oder zumindest stört und so Wettersatelliten in Sachen Wasser und Wolken sozusagen blind macht. Zwar wurden Sicherheitsabstände eingeführt, doch noch ist nicht klar, ob die Maßnahmen reichen.

Auf starke Störungen bei der Erdbeobachtung verweist eine aktuelle Studie, die den Einfluss von Interferenzen bei der satellitengestützten Erdfeuchte-Bestimmung mit Hilfe des Soil-Moisture-Active-Passive-Satelliten (SMAP) untersuchte. Dieser arbeitet im sogenannten L-Band bei 1.400 bis 1.427 MHz. Die Studie zeigt, dass schon wenige extrem starke Sender auf der Erde ausreichen, um die Ergebnisse der Erdbeobachtung stark zu verfälschen. Wie stark die "Verschmutzung" mit Interferenzen im L-Band bereits ist, zeigt eine frühere Studie, die im November 2018 veröffentlicht wurde.

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ElMario 05. Aug 2020

*kwT*

tritratrulala 28. Jul 2020

Mich stören regulatorisch vor allem die überbordenden Forderungen der Mobilfunk...

FreiGeistler 28. Jul 2020

Radioteleskope horchen doch nur?

chefin 28. Jul 2020

naja, es gibt halt kein 0 oder 1 in diesem Bereich. Es gibt ein breites Spectrum an...

chefin 28. Jul 2020

Was sollen 6G Frequenzen sein? 4G, 5G, 6G sind Sendeprotokolle, die grundsätzlich...



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