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Ein Sorgenkind sind die Elektronik-Importe

Und doch gibt es weiterhin Störungen, wie Sören F. Peik von der Hochschule Bremen erklärt. Der Professor für Mikrowellentechnik und Satellitenkommunikation leitet die EMV-Messanlage der Hochschule, also ein Testlabor für elektromagnetische Verträglichkeit.

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"Störungen kommen häufig durch Geräte, die irgendjemand in China oder aus anderen Ländern bestellt hat und die nicht für den europäischen Markt bestimmt sind", erklärt Peik, "und dann werden die Leute, die solche Geräte einsetzen, unabsichtlich zu Störern."

Insbesondere Schaltnetzteile wie Handy-Ladegeräte seien ein Problem, wenn sie billig "vom Grabbeltisch" kämen oder direkt über Quellen aus Fernost bestellt würden, da diese Geräte teilweise nicht die Bestimmungen in Europa und Deutschland einhalten.

"Wenn Sie ein Gerät in der EU in Umlauf bringen wollen, dann müssen Sie vorher nachweisen, dass das Gerät kein anderes Gerät stört. Und Sie müssen auch nachweisen, dass das Gerät nicht leicht von anderen Geräten gestört werden kann. Erst dann dürfen Sie es vertreiben. Und dann bekommen Sie diesen Stempel auf Ihr Gerät und können es in Verkehr bringen in der EU", erklärt Sören Peik. Mit Markenprodukten sei alles im grünen Bereich, da sich die Hersteller an die Spezifikationen hielten.

Geräte, die hiesige Netze stören, soll es nach dem Willen der Bundesnetzagentur so gut es geht in Deutschland nicht geben. "Wir versuchen in Deutschland, und das macht die Bundesnetzagentur auch sehr konsequent, Geräte, die nicht den Vorgaben entsprechen, vom Markt fernzuhalten", erklärt Markus Schreiber.

"Das ist natürlich heute auch eine besondere Herausforderung, weil viele Dinge eben nicht mehr im Laden gekauft werden. Das versuchen wir aber in den Griff zu kriegen. Wir arbeiten sehr intensiv mit den Zollbehörden zusammen." Vor allem fielen den Fahndern Geräte auf, deren Nutzung in Deutschland grundsätzlich nicht zulässig ist.

Funkamateure vs. Powerline

Noch immer Sorgen macht zudem Powerline, wenn auch nicht mehr so sehr wie in früheren Jahren. Mittlerweile sei das Störungsaufkommen sehr gering, sagt Schreiber: "Es gibt traditionell Proteste aus dem Bereich der Funkamateure. Das ist auch nachvollziehbar. Aber wir haben da nur bedingt Möglichkeiten einzugreifen, weil diese Technik erst einmal nicht zu beanstanden ist." Wenn doch Probleme aufträten, suche die Behörde gemeinsam mit den betroffenen Funkern nach Lösungen für den Einzelfall: "Das kann etwa sein, dass man bestimmte Dinge ausnotcht, um zum Beispiel einzelne Rundfunkprogramme nutzbar zu machen am einzelnen Standort."

Vom Ärger der Funkamateure über Powerline erfährt auch der Bremer Professor immer wieder. Sören Peik zufolge beschwerten sich die Funker massiv über die von der Technik verursachten Störungen, die sich immer mehr ausbreiteten. "Die stören meistens sehr breitbandig, weil sie sehr breitbandig das Signal modulieren und dann über das Hauselektrizitätsnetz verbreiten."

Die Leitungen wirken in solchen Fällen wie Antennen und strahlen dann aus. Dabei träten die Störungen weniger als plötzliche Spitzen auf. Sie zeigten sich mehr als eine Art Rauschteppich. Gestört würde im gesamten Frequenzband von einem bis 50 Megahertz, so Sören Peik. Und es sind nicht nur Funkamateure, die Powerline stört. Auch bei x-DSL-Anschlüssen gibt es dank Powerline mitunter Probleme.

Auch Taktgeneratoren stören

Neben Powerline als einem der Störer sind es vor allem Taktgeneratoren, wie sie in einer Vielzahl von elektronischen Geräten zu finden sind. "Moderne Elektronik hat viel Digitaltechnik", erklärt Sören Peik, "und die braucht einen Takt. Dieser Takt ist dann üblicherweise bei irgendeiner Frequenz, zum Beispiel 30 Megahertz."

Der Taktgeber der Geräte sitze in der Regel direkt auf den Platinen der Geräte, die wiederum mit ihren zahlreichen Leitungen ungewollt als Antennen wirken. "Und dann kann man sehr schön im Labor sehen, dass man typische Abstrahlung bei 30 Megahertz hat und auch noch bei den Vielfachen." Dementsprechend zeigten sich in den Untersuchungen bei 30 MHz, 60 MHz, 90 MHz, 120 MHz und so weiter sehr auffällige Linien.

Smart-Home-Installationen funken im SRD-Band

Zu nahezu unvermeidlichen Störungen kommt es in den sogenannten ISM-Bändern. ISM steht für Industrial, Scientific, Medical und bezeichnet Frequenzbänder, die ohne Lizenz oder explizite Genehmigung genutzt werden können.

Bekannte Bänder sind beispielsweise 2,4 GHz, das unter anderem von WLAN und Bluetooth genutzt wird (auch wenn das streng genommen keine Nutzungen im Bereich ISM sind und sie weiterer Regulierung unterliegen) oder der Bereich bei 868 MHz, der als SRD-Band (Short Range Devices) bezeichnet wird und in dem vor allem Geräte mit extrem geringer Reichweite funken. Neben WLAN und Bluetooth sind unter anderem Smart-Home-Installationen, vernetzte Gebäude und industrielle Steuerungen betroffen, die auf Funk in den entsprechenden Bändern basieren.

Sören Peik sagt: "Dort senden diese Geräte mit Absicht und halten auch die Bestimmung ein. Nichtsdestotrotz stören sie natürlich andere Geräte, die in den gleichen Bändern senden und empfangen wollen." Sollen die Störungen minimiert oder ganz verhindert werden, müssen Geräte, die in diesen und anderen ISM-Bändern arbeiten, besonders auf gute Koexistenz hin entwickelt werden. Verwendet werden dafür unter anderem Beamforming oder Frequenzsprungverfahren wie Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS), die als positiver Nebeneffekt auch die nutzbare Bandbreite der jeweiligen Geräte erhöhen.

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 Funkverschmutzung: Wer stört hier?Folgen für die industrielle Vernetzung 
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tritratrulala 28. Jul 2020 / Themenstart

Mich stören regulatorisch vor allem die überbordenden Forderungen der Mobilfunk...

FreiGeistler 28. Jul 2020 / Themenstart

Radioteleskope horchen doch nur?

chefin 28. Jul 2020 / Themenstart

naja, es gibt halt kein 0 oder 1 in diesem Bereich. Es gibt ein breites Spectrum an...

chefin 28. Jul 2020 / Themenstart

Was sollen 6G Frequenzen sein? 4G, 5G, 6G sind Sendeprotokolle, die grundsätzlich...

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