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Funkstrahlung: Bürgermeister in Oberbayern greifen 5G der Telekom an

Einige Bürgermeister in Bayern wenden sich gegen 5G, angeblich, weil sie nicht über den Ausbau informiert wurden. "Sie reden immer nur denen das Wort, die gegen Mobilfunk sind" , kontert die Telekom.

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5G der Telekom in München (Bild: Deutsche Telekom)

Einige oberbayerische Gemeinden wehren sich gegen einen vermeintlich unangekündigten 5G-Ausbau durch die Deutsche Telekom und andere Betreiber. Das berichtet der Merkur unter Berufung auf den Kreisverband Garmisch-Partenkirchen des Bayerischen Gemeindetags. Laut dem Bericht haben Bürgermeister von 22 Kommunen eine Resolution verabschiedet, in der sie "Unmut bezüglich der Kommunikation zwischen der Deutschen Telekom AG und den Kommunen im Hinblick auf die aktuelle Inbetriebnahme des 5G-Netzes" äußern.

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Angeblich habe der Dialog bei der Inbetriebnahme des 5G-Netzes "in Teilen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen nicht stattgefunden", erklären die Bürgermeister. Aus Sicht der betroffenen Kommunen widerspreche diese Vorgehensweise der Telekom einer Grundidee des Mobilfunkpaktes Bayern aus dem Jahr 2002.

Der Vorsitzende des Kreisverbands des Gemeindetags, Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer, sagte laut Merkur: "Wir sind sehr überrascht, dass überhaupt keine Kommunikation stattfindet. Wir sind es dem Bürger schuldig, dass wir uns dahinterklemmen."

Schreiben der Gemeinde im 5G-Gegner-Forum

Doch hinter der Beschwerde über mangelnde Kommunikation steckt offenbar mehr. Bürgermeister Scheuerer ist mit einem älteren Schreiben auf der Plattform Stoppt-5g.jetzt (PDF) zu finden. Unter der Überschrift "Ohlstadt gegen 5G" stellt er sich gegen einen "ungeprüften und ungehinderten Ausbau des geplanten Mobilfunkstandards 5G", da die Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und die Auswirkungen auf die Umwelt noch nicht ausreichend erforscht seien. Ansinnen der Netzbetreiber auf den Ausbau des 5G-Netzes und Unterstützung für die Suche nach Antennenstandorten würden darum in öffentlicher Sitzung des Gemeinderates beraten. Man sei jedoch "keineswegs technik- beziehungsweise fortschrittsfeindlich eingestellt", sondern wolle nur der Verantwortung für die Gesundheit der Bürger und Gäste gerecht werden.

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Telekom-Sprecher Markus Jodl erklärte Golem.de auf Anfrage: "Unsere Kommunikation zu 5G ist mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt, diese begrüßen unser Vorgehen und die Versorgung mit 5G ausdrücklich. Wir haben im Zuge des 5G-Rollouts bereits 3.800 Kommunen aktiv informiert." Wenn vorhandene Masten nur aufgerüstet werden, sei dies nicht nötig. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhielten 11 von 22 Kommunen 5G auf dem Frequenzband 2100. Neun seien bereits informiert. Zwei stünden noch aus, weil die Einschaltung hier voraussichtlich erst Ende August erfolge. "Die negativen Reaktionen zu unserer 5G-Initiative kann ich an den Fingern meiner Hände abzählen. Eine Hand ist dabei für Oberbayern reserviert. Diese Kommunen werden niemals aus der Negativ-Spirale rauskommen, weil sie keine Nutzenkommunikation in Angriff nehmen. Sie reden immer nur denen das Wort, die gegen Mobilfunk sind."

Bayerischer Gemeindetag steht zu 5G

Die Menschen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hätten durch alle Schichten und Generationen die Technik akzeptiert: Sie führten pro Tag in dem Landkreis rund 100.000 Mobilfunk-Gespräche allein im Mobilfunk-Netz der Telekom. Mehrere Terabyte Daten flössen pro Tag durch das Netz, Tendenz weiter steigend.

Auch der Bayerische Gemeindetag stellt sich eindeutig hinter den 5G-Ausbau: "Die Anbieter von Mobilfunkleistungen (Deutsche Telekom, Vodafone etc.) informieren die Gemeinden und Städte vorab über geplante (Aus)Baumaßnahmen im jeweiligen Gemeindegebiet und suchen - zusammen mit den Kommunen - geeignete Alternativstandorte, wenn es zu Unstimmigkeiten kommen sollte. So läuft das seit vielen Jahren", sagte Wilfried Schober, Sprecher des Bayerischen Gemeindetags Golem.de auf Anfrage. Er vermute, dass es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen "ein Kommunikationsproblem zwischen der Deutschen Telekom und den Kommunen gibt, das - mit entsprechend gutem Willen auf beiden Seiten - schnell und zufriedenstellend gelöst werden kann." An der Notwendigkeit, den neuen Standard 5G flächendeckend einzuführen, dürfte laut Bayerischem Gemeindetag kein Zweifel bestehen.