Funklöcher: Telekom sucht sich den schlechtesten Antennenstandort aus

Ein Gemeinderat und Funktechnikexperte berichtet, wie die Telekom einen sinnvollen Standort für eine Mobilfunkstation ablehnte. Damit wird ein Ortsteil weiter nicht versorgt. Doch die Telekom widerspricht.

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Landnetz beim Messen
Landnetz beim Messen (Bild: Landnetz)

Die Deutsche Telekom stellt sich bei der Schließung von Funklöchern derzeit gerne als Opfer der Kommunalpolitik dar, was nicht immer den Tatsachen entspreche. Das behauptet Nico Lange, seit kurzem Ortsteilbürgermeister von Alterstedt, einem Teil von Schönstedt in Thüringen. In Schönstedt wurde laut dem Kommunalpolitiker gegen den Willen des Gemeinderats ein Standort durchgesetzt, der eine schlechte Versorgung bietet.

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Lange ist seit fünf Jahren Mitglied des Gemeinderates in Schönstedt und baut seit 15 Jahren Richt- und Verteilfunknetze für Landnetz.

"Dass sich die Telekom seit geraumer Zeit als Opfer widerborstiger Kommunalpolitik und einzelgängerischer Hinterwäldler darstellt, nervt mich schon gewaltig. Wir haben die Telekom von einer ganz anderen Seite erlebt", sagte Lange.

60-Meter-Funkturm auf dem Landeplatz des Rettungshubschraubers

Alterstedt liegt zwei Kilometer von Schönstedt entfernt. Die Telekom fragte laut Lange im Gemeinderat an, ob sie einen 60-Meter-Funkturm direkt an den Ortseingang stellen dürfe. Die Gemeinde solle dafür ein Grundstück kaufen und für 1.500 Euro Jahrespacht an die Telekom vermieten. Doch der Standort liegt unmittelbar neben dem Sportplatz und ist der einzige Landeplatz für Rettungshubschrauber. "Zudem liegt der Standort mehr oder weniger am tiefsten Punkt in der Umgebung, weshalb ein unnötig hoher Funkturm nötig wäre. Auch ist selbst bei 60 Metern Höhe nicht einmal ansatzweise gewährleistet, dass auch der Ortsteil Alterstedt mit ausgeleuchtet würde", berichtete Lange.

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Man empfahl der Telekom daher einen alternativen Standort auf einer Anhöhe zwischen den beiden Orten. Dieser wäre topografisch wesentlich günstiger und hätte der Telekom die Möglichkeit geboten, nicht nur Schönstedt und Alterstedt auszuleuchten, sondern sogar noch etliche andere Orte in der Umgebung. "Denn wir leben hier in einer Region", betonte Lange, "die derart schlecht mit Mobilfunk versorgt ist, dass in vielen Orten noch nicht einmal 2G verfügbar ist".

Der Turm hätte demnach weitaus niedriger ausfallen können, eine Glasfaser- beziehungsweise Leerrohr-Infrastruktur liegt in unmittelbarer Nähe und Erdarbeiten hätten im Gegensatz zu dem von der Telekom präferierten Standort nicht unter versiegelten Flächen, sondern durchgehend über Ackerland und Feldwege erfolgen können.

Konzern drohte, einen anderen Standort zu finden

Doch die Telekom habe dem Gemeinderat die Kompetenz für Funktechnik abgesprochen und sei bei ihrer Standortwahl geblieben. Der Konzern habe gedroht, ansonsten den Turm 20 Meter weiter auf ein Privatgrundstück zu stellen und dann gar keine Pacht an die Gemeinde zu zahlen.

Die Telekom habe aber die gebotene Jahrespacht noch einmal um 1.000 Euro auf 2.500 Euro erhöht, woraufhin sich der Gemeinderat zu einer Genehmigung entschloss. "Eine Versorgungszusage für den Ortsteil Alterstedt konnten wir der Telekom nicht abringen", betonte Lange.

Anders als von Lange dargestellt, sei es laut Deutsche Telekom funktechnisch nicht möglich, mit nur einem einzigen Standort alles auszuleuchten. Zudem sei kein privater Stadnort angefragt worden.

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RipClaw 28. Jun 2019

Eigentlich hatte die Postings in diesem Forum gemeint. In den meisten Gemeinderäten...

Micha_T 27. Jun 2019

Wegen dem bisschen mehr geld haben die das dann bauen lassen?! Sind die dumm? Würd ich ja...

tg-- 26. Jun 2019

Niemand sagt, dass sie alles besser wissen, ich sage nur, dass hier gut ausgebildetes...

Prokopfverbrauch 26. Jun 2019

Ja aber wenn du von Sony Kopfhörer kaufst und dich über schlechten Service und Probleme...



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