Funklöcher: Bundesnetzagentur überprüft Mobilfunkabdeckung nicht

Die Bundesregierung und ihre Bundesnetzagentur stützen sich bei den Angaben zur Funkabdeckung auf die Karten der Netzbetreiber. Geprüft wird nur stichprobenartig, wenn überhaupt. Funklöcher bleiben so unentdeckt.

Artikel veröffentlicht am ,
LTE-Abdeckung verzweifelt gesucht
LTE-Abdeckung verzweifelt gesucht (Bild: Deutsche Telekom)

Die Bundesnetzagentur überprüft die Netzabdeckung und Versorgungsqualität im Mobilfunk nicht genau. Das ergab eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Expertin für die digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Margit Stumpp, die Golem.de vorliegt. "In meinen schriftlichen Fragen zum Thema LTE-Mobilfunkversorgung wollte ich von der Bundesregierung wissen, wie genau die Bundesnetzagentur über die Netzabdeckung und Versorgungsqualität informiert ist. Leider wird bestätigt, dass die Bundesnetzagentur nur stichprobenartig prüft und sich im Wesentlichen auf die Aussagen der Netzbetreiber verlässt."

Stellenmarkt
  1. Delphi - Entwickler (m/w/d)
    medavis GmbH, Karlsruhe
  2. Solution Architect (m/w/d) medizinische Dokumentation
    KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin
Detailsuche

In der Antwort erklärt der parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, dass die Bundesregierung nicht pauschal die Versorgung, sondern die Einhaltung der Versorgungsauflagen überprüfe. "Insofern ist der Bundesnetzagentur auf Grund der eingereichten Karten bekannt, in welchen Regionen die in der Auflage geforderte Qualität erreicht wird, und in welchen Regionen nicht."

Die Bundesregierung verfügt über die Daten im Breitbandatlas und prüft die Angaben der Netzbetreiber lediglich durch Stichproben. Unterschiedliche Abdeckungen bei Datenraten unterhalb von 50 MBit/s werden gar nicht mehr abgefragt oder überprüft.

Die Funkloch-App für die Bürger, die im Koalitionsvertrag steht, wurde vom Verkehrsministerium in Auftrag gegeben und solle laut Andreas Scheuer (CSU) Ende des Jahres starten.

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
  2. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Bundesnetzagentur beabsichtigt, die Vergabe der 5G-Frequenzen an eine Versorgungsverpflichtung zu koppeln, die den Mobilfunknetzbetreibern Auflagen zur Netzabdeckung macht. Der Umfang dieser Verpflichtungen - insbesondere hinsichtlich der zeitlichen und finanziellen Realisierbarkeit - ist jedoch noch ungeklärt. Die Auktion ist für Anfang 2019 in Mainz geplant. Bis Ende 2020 soll in Deutschland eine Mobilfunkabdeckung der bewohnten Gebiete von 99 Prozent erreicht werden. Doch das passiert nur, wenn die 5G-Bedingungen so ausfallen, wie die Konzerne es wollen.

Laut Stumpp ist die Absicht der Netzbetreiber offensichtlich. "Sie werden dieses Angebot im September, wenn es um die Kriterien für die 5G-Lizenzvergabe geht, als Verhandlungsmasse einsetzen." Es dürfe keine weiteren Zugeständnisse gegen die Interessen des ländlichen Raums geben, der ohnehin bisher im Mobilfunk abgehängt worden sei. Bereits bei der Vergabe der LTE-Funklizenzen ist den Bietern offengelassen worden, bis zu zwei Prozent der Haushalte auszusparen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Ceutur 02. Aug 2018

Ich muss zugeben, diese Methode für die Überprüfung finde ich doch sehr erstaunlich. Kein...

mac4ever 24. Jul 2018

Ist dir jetzt besser? Bleiben wir beim Thema: Die einzelnen Beamten können nichts dafür...

spyro2000 24. Jul 2018

Einfach den absolut neutralen Angaben der Hersteller vertrauen. Warum auch dazulernen.

Schnarchnase 24. Jul 2018

So ist das mit Statistik, man dreht sie sich so zurecht wie man sie gebrauchen kann. Echt...

froodle59 24. Jul 2018

Ich stelle jetzt schon zum 2. Mal fest, das Bundesbehörden etwas anderes unter...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fernwartung
Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat

Wie schätzt man die weitere Geschäftsentwicklung ein, wenn die Kunden in der Pandemie plötzlich Panikkäufe machen? Das gelang bei Teamviewer nicht.
Ein Bericht von Achim Sawall

Fernwartung: Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat
Artikel
  1. Pluton in Windows 11: Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren
    Pluton in Windows 11
    Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren

    Die neuen Windows-11-Laptops kommen mit dem Chip Pluton. Lenovo will diesen aber noch nicht selbst aktivieren.

  2. Netzneutralität: Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe
    Netzneutralität
    Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe

    Die beiden großen Internetkonzerne Google und Meta verweisen im Gespräch mit Golem.de auf ihren Beitrag zur weltweiten Infrastruktur wie Seekabel und Connectivity.

  3. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
    Probefahrt mit BMW-Roller CE 04
    Beam me up, BMW

    Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.
    Ein Bericht von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 989€ • The A500 Mini Retro-Konsole mit 25 Amiga-Spielen vorbestellbar 189,90€ • RX 6800 16GB 1.129€ • Intel Core i9 3.7 459,50€ Ghz • WD Black 1TB inkl. Kühlkörper PS5-kompatibel 189,99€ • Switch: 3 für 2 Aktion • RX 6700 12GB 869€ • MindStar (u.a. 1TB SSD 69€) [Werbung]
    •  /