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Funklöcher: 1&1 hält Zusagen für 1-Milliarde-Kredit bisher nicht ein

1&1 zahlt die 1,07 Milliarden Euro für die 5G-Frequenzen zinsfrei in Raten ab. Dafür sollten 400 Funklöcher geschlossen werden, bisher sind es 48. Schuld seien die anderen.

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Open RAN 5G-Antenne 1&1 (Bild: Rakuten)

1&1 erfüllt noch immer nicht die Verpflichtungen, die es im Rahmen der 5G-Frequenzauktion eingegangen ist. 1&1-Chef Ralph Dommermuth hatte zugesagt, mehrere Hundert Funkmasten zu bauen und bis zum 1. Januar 2022 seinen Konkurrenten zur Verfügung zu stellen.

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Mehr als zwei Jahre später habe 1&1 jedoch erst 48 Standorte von 400 zugesagten fertigstellen können, berichtet das Handelsblatt. Das räumen sowohl das Unternehmen als auch das zuständige Bundesdigitalministerium (BMDV) ein. 50 Standorte sind demzufolge "in Umsetzung". Für weitere 32 geplante Standorte wurde laut 1&1 noch nicht einmal eine Baugenehmigung erteilt.

1&1 rechtfertigt die Verzögerungen mit den komplizierten Abstimmungs- und Genehmigungsverfahren. So bremsten zum Beispiel die "fehlende Vermietbereitschaft von geeigneten Flächen sowie Bürgerinitiativen, die dem Bau neuer Antennenstandorte entgegentreten ". Die drei großen Netzbetreiber hätten die Liste der Maststandorte zudem erst 2021 final abgestimmt. Konsequenzen drohen 1&1 trotz der wiederholt verletzten Übergabefrist laut Bundesministerium zunächst nicht. Man prüfe derzeit, "ob und inwiefern die Verzögerungen durch den Netzbetreiber zu vertreten sind".

Seit 2021 konnte 1&1 ausbauen

Die drei Mobilfunkbetreiber vereinbarten im Juni 2018 mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), zusammen mindestens 1.000 Standorte in weißen Flecken neu mit 4G auszubauen oder aufzurüsten und mindestens 10.000 Standorte neu zu bauen oder aufzurüsten. Dafür sollten Zahlungen der Netzbetreiber für Frequenzen vom Bundesfinanzministerium aufgeschoben werden.

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1&1 war damals nicht dabei, verpflichtete sich aber später zu dem Ausbau, wofür der Staat einen zinslosen Kredit gewährte. 1&1 darf die 1,07 Milliarden Euro für die 5G-Frequenzen in Raten abbezahlen und es fallen keine Zinsen an. Real war für 1&1 erst ab 2021 eine Erfüllung der Ausbauverpflichtungen möglich.

Die drei Netzbetreiber haben dem Konkurrenten 1&1 mit Sicherheit geografisch und politisch schwierige Ausbauprojektre übergeben. "In ländlichen Regionen errichtet das Unternehmen fast ausschließlich zeit- und kostenintensive Maststandorte, deren Planung 2021 für 1&1 von Telekom, Vodafone und Telefónica festgelegt wurde", sagte 1&1-Sprecher Robin Schmidt Golem.de auf Anfrage. Diesen Firmen werden die neuen Standorte zur Nutzung überlassen, da 1&1 nicht über die zur Versorgung ländlicher Bereiche erforderlichen Low-Band-Frequenzen verfüge.

"Für die Errichtung der Standorte wurde eine fixe Investitionssumme festgelegt. Nach aktuellem Stand können damit insgesamt 130 neue Standorte gebaut werden. Derzeit sind 48 realisiert und weitere 50 befinden sich in der Umsetzung. Bei den verbleibenden Standorten stehen Baugenehmigungen aus, oft schon seit längerer Zeit", erklärte Schmidt.

Lässt die Bundesnetzagentur 1&1 alles durchgehen?

Das Mobilfunknetz von 1&1 bestand Mitte Januar 2024 zugleich aus lediglich 100 eigenen aktivierten Standorten und dem Roaming mit Telefónica und künftig Vodafone. Konzernchef Ralph Dommermuth sagte im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Es gibt jetzt rund 100 aktive Standorte." Doch auch hier bleibt die Bundesnetzagentur untätig. Ein begonnenes Verfahren gegen das Unternehmen hatte bislang keine Konsequenzen.