GSM nahezu flächendeckend, LTE schwächelt noch

Geht es nach den drei großen Netzbetreibern hierzulande, existiert das Kernproblem Funkloch zumindest für den Sprachbereich so gut wie nicht mehr. Alle bieten online eigene Karten zur Netzabdeckung an (die Übersicht der Telekom findet sich hier, die von Vodafone hier und die von Telefónica/O2 hier), auf denen - oberflächlich betrachtet - alles im grünen Bereich ist. Zoomt man hinein, offenbaren sich aber die unversorgten Gebiete vor allem in den Forsten, Wiesen und Wäldern der Republik. Bundesweit Funklöcher finden und melden können Nutzer zudem über Onlineverzeichnisse wie Kein-Netz.de.

Deutlich schlechter als bei GSM sieht die Bilanz beim schnelleren Standard LTE für mobile Datenübertragungen aus. Laut einer im Juni 2017 veröffentlichten Studie von Open Signal kommt hierzulande nur rund jeder zweite Nutzer in den Genuss entsprechend hoher Bandbreiten. Deutschland steht damit zwar besser da als etwa Frankreich, Großbritannien oder die USA. In Tschechien, Spanien, den skandinavischen Ländern oder Südkorea ist das LTE-Netz aber deutlich besser ausgebaut als hierzulande und erreicht dort zwischen 70 und über 90 Prozent der Mobilfunkkunden.

Für die Untersuchung ließ Open Signal die Nutzer der gleichnamigen App weltweit messen, wie gut der LTE-Empfang bei ihnen ist. Netzbetreiber zweifeln die Methode an, da sie nicht repräsentativ sei. Der Anbieter der App hat die Kritik jedoch zurückgewiesen, da die Analyse etwa für Deutschland auf 600 Millionen Messungen über mehr als 60.000 Einzelgeräte basiere und damit dem Stand der Wissenschaft entspreche. Laut dem Digitalverband Bitkom ist 4G hierzulande für mehr als 96 Prozent der Haushalte verfügbar. Wie die hohe Quote zustande kommen soll, verrät die Unternehmensvereinigung aber nicht.

Telefónica: das große Ganze sehen

Ein Sprecher von Telefónica Deutschland erklärte Golem.de, dass "die bundesweite Netzabdeckung bei rund 90 Prozent für UMTS (3G) und mehr als 80 Prozent für LTE (4G) liegt". In den "größten deutschen Städten" würden "deutlich über 95 Prozent" mit 4G abgedeckt. Die Zahlen bezögen sich auf die Bevölkerung, da es um diese ja letztlich gehe. Für das Unternehmen stehe "eine gesamtheitliche Betrachtung der eigenen Netzabdeckung und -performance im Vordergrund".

Ziel sei es, "die eigene Infrastruktur so auszubauen, dass sie den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Kunden entspricht", unterstreichen die Münchner. Beim Ausbau gehe Telefónica daher "konsequent nutzenorientiert vor" und konzentriere sich auf "die Gebiete und Verkehrswege, wo unsere Kunden leben, arbeiten und sich täglich bewegen". Ein anderer Konzernvertreter hatte diesen Ansatz früher schon einmal klarer auf den Punkt gebracht: "Vollversorgung ist nicht das Ziel unserer Strategie. Sie ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht machbar."

Mit den jüngsten Frequenzversteigerungen ging unter anderem die Auflage für die zum Zuge gekommenen Netzbetreiber einher, bis 2020 für mindestens 97 Prozent der deutschen Haushalte eine LTE-Abdeckung zu gewährleisten. Diese Versorgungspflichten "fristgerecht zu erfüllen", verfolgt Telefónica nach eigenen Angaben "selbstverständlich". Den weiteren Netzausbau wolle das Unternehmen "parallel zum laufenden Zusammenschluss der Mobilfunknetze von O2 und E-Plus vorantreiben". Wo nötig, sollten dabei neue Stationen hinzukommen. Bestehende Sendemasten erhielten zusätzliche Kapazitäten und aktuelle Upgrades.

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Bachsau 18. Jun 2018

Immer mehr Frequenzen werden mit Mobilfunk zugekleistert, anstatt dass man die alten...

EMP 16. Mai 2018

Erstaunlich aber jetzt tut sich doch langsam was. Kaum hat Vodafone den Ausbauzeitraum...

Anonymer Nutzer 30. Apr 2018

Problem gelöst. Wie kann man sich nur so anstellen.

Gandalf2210 28. Apr 2018

Selbst die Salzburger halten ihr Milliwatt nicht ein. Die Zukunft wird strahlend



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