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Ein Adventure mit einem ungewohnt rauen Tonfall

Schon das achtminütige Intro macht klar: Im Vergleich zu anderen Lucas-Arts-Adventures sollte man mit deutlich weniger Klamauk rechnen. Das Szenario erinnert eher an einen Hybriden aus unserer realen Welt und einer rauen, postapokalyptischen Dystopie à la Mad Max.

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Obwohl die Story von Full Throttle ungewöhnlich ist, lässt sie sich leicht zusammenfassen: Malcolm Corley ist Gründer und Leiter der letzten aktiven Motorradfabrik der USA. Gemeinsam mit Vizepräsident Adrian Ripburger ist er unterwegs zu einem Meeting, um sich mit Aktionären zu treffen. Während der alte Corley ein Motorradfan durch und durch ist, verkörpert Ripburger den profitorientierten Geschäftsmann.

Die beiden sprechen gerade über die Rekrutierung einer Bikergang, die bei den Aktionären für die richtige Stimmung sorgen soll, als die Polecats an ihnen vorbeibrettern. Genauer gesagt fährt deren Anführer Ben kaltschnäuzig mit seinem Motorrad über Corleys Limousine und zerschmettert die Motorhaubenfigur des Autos.

Passend dazu dröhnt Legacy von The Gone Jackals aus den Lautsprechern - ein Hardrock-Song, der in Zusammenarbeit mit dem Videospiel-Komponisten Peter McConnell extra für Full Throttle geschrieben wurde.

Das famos inszenierte Intro liefert den perfekten Einstieg in ein ungewöhnliches Adventure. Auch die Sprachausgabe ist auf hohem Niveau und im Gegensatz zu vielen anderen Titeln aus jener Zeit hervorragend gealtert.

Kein Wunder: Nahezu alle Beteiligten der englischen Originalversion sind professionelle Synchronsprecher oder Schauspieler. Besonders positiv sticht Adrian Ripburger hervor, den Mark "Luke Skywalker" Hamill hervorragend vertont hat.

Der ganz normale Biker-Alltag

Zurück zum Spiel: Malcolm Corley ist von den Polecats angetan und folgt ihnen zu einer Bar, wo es zu einem freundschaftlichen Plausch kommt. Adrian Ripburger sieht hingegen seine Chance, Ben in eine Falle zu locken. Er gibt vor, mit den Polecats zusammenarbeiten zu wollen, nur um ihren Anführer kurzerhand niederschlagen und in einen Müllcontainer werfen zu lassen.

Direkt danach darf ich Ben übernehmen und die erste Aktion des Spiels durchführen: Mit dem Maus-Cursor klicke ich auf den Container, der sich dadurch öffnet. Ich klettere heraus und stelle fest, dass jemand die Schlüssel meines Bikes gestohlen hat.

Also begebe ich mich erneut in die Bar, deren Tür ich mit den Füßen eintrete. Ich frage den Wirt, wo meine Crew und Corley abgeblieben sind. Aufgrund mangelnder Kooperationsbereitschaft muss ich erneut körperlichen Einsatz zeigen und meine Hand einsetzen, um den riesigen Nasenring des Besitzers mitsamt seinem Kopf buchstäblich auf die Theke zu klatschen!

  • Ben und die Polecats geben Gas: Das Intro von Full Throttle führt den Spieler gebührend in die Welt knallharter Bikergangs ein. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Eine weitere Szene aus dem famosen Intro: Diese Figur, die in wenigen Sekunden von Bens Motorrad zerschmettert werden wird, ist ein Abbild von Full-Throttle-Director Tim Schafer. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Adrian Ripburgers größenwahnsinniger Plan lässt das Blut aller Biker gefrieren: Geht es nach ihm, dann wird Corley Motors künftig nur noch Minivans herstellen! (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Kämpfe sind der größte Schwachpunkt des Spiels, müssen glücklicherweise aber nur selten absolviert werden. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Der alte Malcolm Corley fühlt sich sichtlich wohl in der Gesellschaft des raubeinigen Bikers Ben Throttle, dem Protagonisten des Adventures. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Der Barkeeper ist wenig erfreut über unsere "liebenswürdige" Art, ihn zur Kooperation zu bewegen. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Im Schutz der Nacht dringen wir in einen Schrottplatz ein, indem wir die Kette zum Öffnen des Haupttors als Kletterseil missbrauchen. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Auch in der Urversion von Full Throttle sieht die pixelige Grafik äußerst schick aus und erinnert mehr an einen animierten Trickfilm als an ein typisches Computerspiel aus dem Jahr 1995. Sie lässt sich in der Remastered-Fassung jederzeit auf Tastendruck aktivieren. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Mechanikerin Maureen bietet sich freiwillig an, unser demoliertes Bike zu reparieren. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Nach dieser heftigen Explosion ist die einzige Brücke zur Überquerung der Schlucht dahin. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)
Der Barkeeper ist wenig erfreut über unsere "liebenswürdige" Art, ihn zur Kooperation zu bewegen. (Bild: Lucas Arts / Screenshot: Medienagentur plassma)

Ich bekomme den Schlüssel, setze mich auf meinen Chopper und brause los. Kurz darauf wird Ben von einem Mitglied der konkurrierenden Bikergang der Rottwheelers angegriffen, die Zwischensequenz geht nahtlos in eine spielerisch anspruchslose Actionszene über. Ich hämmere auf die linke Maustaste und verpasse dem neben mir fahrenden Biker so lange Faustschläge, bis er zu Boden geht.

Dummerweise verliere ich anschließend mein Vorderrad. Es kommt zum unvermeidlichen Unfall: Ich lande im staubigen Straßenrand und drohe langsam aber sicher zu verbluten. Zum Glück kommt eine vorlaute Reporterin vorbei und setzt mich in der nächstbesten Werkstatt ab. Genauer gesagt in einer kleinen Garage, die der kratzbürstigen Mechanikerin Maureen gehört.

Bis zu diesem Zeitpunkt wirkt Full Throttle wie ein geschniegeltes Interactive Movie, dessen Rätsel selbsterklärend sind und das jede noch so kleine Aktion mit einer aufwendigen Animation belohnt. Jetzt darf ich endlich rätseln: Mein Bike ist halbwegs unbeschadet, allerdings fehlt der letzte Schliff. Um es fit zu machen, benötigt Maureen Benzin, eine Vordergabel und ihr Schweißgerät, das dummerweise jemand gestohlen hat.

Um die Ecke denken

Ich darf nun mehrere Orte in der unmittelbaren Umgebung besuchen, darunter den Wohnwagen eines Nachbarn und einen Schrottplatz. Ich muss die richtigen Gegenstände sammeln und korrekt einsetzen - jetzt spielt sich Full Throttle wie ein klassisches Adventure. Auch wenn sich der Umfang der Rätsel weiter in Grenzen hält, so erinnert die Cleverness einiger Puzzles doch an beste Lucas-Arts-Tage.

Ein Beispiel: Der Eingang des Schrottplatzes ist mit einem Tor gesichert. Daneben hängt ein großes Seil. Ich kann daran ziehen, woraufhin sich das Tor öffnet. Allerdings schließt es sofort wieder, sobald ich loslasse. In einem "gewöhnlichen" Adventure müsste ich nun einen Weg finden, das Seil irgendwie zu befestigen, damit das Tor offenbleibt.

Full Throttle hingegen verlangt vom Spieler eine andere Denkweise: Es gilt, ein Sicherheitsschloss zu ergattern, mit dem Ben das Tor verschließen kann. Daraufhin ist das Seil gespannt, und ich kann mich daran hochziehen und über die Geländemauer klettern.

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 Full Throttle: Der Rocker-Rebell unter den AdventuresIn Full Throttle wird heftig geprügelt 
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Schroeffu 06. Mai 2020

Konnte man nicht durch hochdrehen des Gamma Werts die Umrisse der geheimen Tür sichtbar...

schueppi 06. Mai 2020

Vollgas habe ich vor 6 oder 7 Jahren mal mit meiner Frau durchgespielt. Eben in dem...


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