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Fujitsu Ontenna: Hören mit den Haaren

Wer nicht hören kann, hat nicht nur ein Problem mit dem Wahrnehmen der Sprache seines Gegenübers, sondern mit Annäherungen von hinten oder nicht hörbaren Telefonen. Fujitsu will das Problem mit Ontenna lösen.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein kleiner, aber doch auffälliger Clip ermöglicht das Wahrnehmen von Umgebungsgeräuschen über Vibrationen.
Ein kleiner, aber doch auffälliger Clip ermöglicht das Wahrnehmen von Umgebungsgeräuschen über Vibrationen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Ontenna ist ein Konzept, das Gehörlosen helfen soll, ihre Umgebung wahrzunehmen. Fujitsu will dafür die Haare als Transportmedium für Informationen verwenden. Es geht dabei nicht unbedingt um das Sprachverständnis, sondern um Umgebungsgeräusche. Denn einem Gehörlosen hilft auch eine Zeichensprache nicht, wenn es um bestimmte Umgebungsinformationen geht.

  • Ontenna überträgt über die Haare Vibrationen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Gerät ist eigentlich recht klein. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Halteklammer fixiert Ontenna. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Ontenna überträgt über die Haare Vibrationen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
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Ontenna setzt Umgebungsgeräusche in feine Vibrationen mit 256 Stufen um, die der Anwender wiederum über seine Haare spürt. Dafür wird das Gerät per Clip einfach in die Haare gesteckt. Das Projekt, an dem Fujitsu Design seit über zwei Jahren arbeitet, ist allerdings noch immer in einer Anfangsphase.

Wie viel ein Gehörloser tatsächlich mit Training interpretieren kann, ist noch unbekannt. Laut dem Chefdesigner Ippei Takami braucht es ungefähr eine halbe Stunde Training, bis etwa das Klingeln eines Telefons über Ontenna interpretierbar ist. Denkbar ist allerdings noch viel mehr. Mit zwei Geräten müsste es Gehörlosen theoretisch möglich sein, Fahrzeuge, die sich hinter ihnen bewegen, gut zu verorten. Möglicherweise können sogar Rufe erkannt werden. Sprache wird hingegen vermutlich nicht interpretierbar sein.

Der große Test steht noch aus

Genau weiß das Fujitsu allerdings noch nicht. Nach dem Fujitsu Forum in Tokio soll allerdings ein größerer Test starten - und zwar nicht nur in Japan, sondern auch in den USA. Je mehr Erfahrungen Fujitsu sammelt, desto besser hofft das Unternehmen zu verstehen, was funktioniert und was nicht möglich ist.

Auch am Design wird vielleicht noch gearbeitet, ein übergroßer weißer Haarclip dürfte nicht jedem gefallen. Denkbar sind auch andere, weniger auffällige Accessoires, wie etwa eine Sonnenbrille, die nicht unbedingt auf der Nase sitzen muss. Auch sie kann im Haar oder am T-Shirt befestigt sein, um die Hauptaufgabe zu erfüllen: Geräusche erkennbar machen, für die es keinen sichtbaren Ersatz gibt.

In gewisser Weise bleibt das Ontenna-System aber sichtbar, denn es gibt mit Lichtsignalen Rückmeldung. Bei Vibrationen wird also erkennbar, dass der Nutzer gerade etwas auf Umwegen hört. Das soll bei direkter Geräuscheinwirkung anderen Personen helfen einzuschätzen, ob die gehörlose Person Signale empfängt.

Die Akkulaufzeit des Clips gibt Fujitsu derzeit mit sechs Stunden an. Allerdings hat das Unternehmen noch keinerlei Optimierungen vorgenommen, was den Energiebedarf angeht. Fujitsu geht davon aus, dass sich die Werte noch verbessern lassen. Eine weitere Miniaturisierung wäre auch denkbar.

Innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate soll Ontenna als fertiges Produkt bereitstehen.



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johnsonmonsen 20. Mai 2016

Hallo Zusammen, ich gehe stark davon aus, dass die Visualisierung und haptische...


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