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Fujitsu: Ansteckbarer Übersetzer hilft Ärzten bei der Kommunikation

Mit Hilfe von mehreren Mikrofonen erkennt Fujitsus Übersetzungsgerät Gesprächspartner im Raum und deren gesprochene Sprache. Es übersetzt automatisch und ohne jede Interaktion. Ganz ohne die Cloud kommt aber auch dieses System nicht aus.
/ Oliver Nickel
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Fujitsus Übersetzer ist so klein wie eine Postkarte oder ein Namensschild. (Bild: Fujitsu)
Fujitsus Übersetzer ist so klein wie eine Postkarte oder ein Namensschild. Bild: Fujitsu

Auf der Medizintechnikmesse Ceatec 2017 in Japan hat Fujitsu ein Übersetzungsgerät im Postkartenformat vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Es wird von der Forschungsabteilung des Unternehmens Fujitsu Laboratories entwickelt und soll vorerst im medizinischen Umfeld von Ärzten und Pflegepersonal eingesetzt werden - zu Testzwecken jedoch vorerst nur in Japan.

Der kleine Computer kann mit einer Reihe von integrierten Mikrofonen automatisch die gesprochene Sprache eines Patienten erkennen und übersetzt diese in die gewünschte Sprache des Trägers. Das System kann dabei die Position des Gesprächspartners im Raum lokalisieren und schaltet dementsprechend von selbst auf die jeweils benötigte Sprache um. Fujitsu legt Wert darauf, dass die Übersetzung ohne Interaktion, einen Sprachbefehl oder eine Handberührung funktioniert, damit sie in der Praxis nicht stört.

Fujitsus Übersetzungstechnik auf der Cebit 2017
Fujitsus Übersetzungstechnik auf der Cebit 2017 (00:42)

Ein Raum kann bis zu 60 Dezibel laut sein. Das entspricht laut Fujitsu einer normalen Krankenhausumgebung und einer laufenden Klimaanlage. Patient und Mediziner sollten sich in einer Entfernung von 80 Zentimetern voneinander befinden. Die Spracherkennungsrate liegt bei 95 Prozent. Momentan versteht das System aber nur die Sprachen Englisch, Japanisch und Chinesisch. Weitere Sprachen sind mit der Marktreife denkbar.

Übersetzungssoftware liegt in der Cloud

Ganz ohne Cloud geht es dann doch nicht: Das ansteckbare Übersetzungssystem muss mit einem Speech Translation Server in einem Rechenzentrum über WLAN kommunizieren. Dort werden Übersetzungen verarbeitet und zurück an das Gerät und an den Gesprächspartner über die integrierten Lautsprecher ausgegeben. Es ist also zumindest eine gewisse Latenz zwischen Übersetzungen zu erwarten.

In Kooperation mit dem Krankenhaus der Universität Tokio wird das neue System im praktischen Einsatz getestet werden - beginnend ab November 2017. Später will Fujitsu dessen Nutzen auch in anderen Branchen wie dem Tourismus oder im öffentlichen Dienst testen. Im Fiskaljahr 2018 des Unternehmens soll es verkauft werden. Dieses startet ab April 2018.


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