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Fujifilm-Retrokameras: X20 und X100S mit X-Trans-Sensoren und optischen Suchern

Fujifilm hat mit der X20 und der X100S die Nachfolgegeneration seiner Retrokameras vorgestellt und sie mit dem X-Trans-Sensor ausgestattet, der auch schon in den Fujifilm-Systemkameras seinen Dienst verrichtet. Neu ist sein Einsatz als 2/3 Zoll großes Modell.
/ Andreas Donath
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Fujifilm X100S (Bild: Fujifilm)
Fujifilm X100S Bild: Fujifilm

Fujifilms X-Kamerserie ist um zwei Exemplare reicher geworden: Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES 2013 stellte der japanische Kamerahersteller die X100S mit APS-C-Sensor und Festbrennweite und die X20 mit 4fach-Zoom und 2/3 Zoll großem Sensor vor. Beide Sensoren sind in der X-Trans-Technik aufgebaut. Dabei wird statt des regelmäßigen Bayer-Musters eine unregelmäßige Verteilung der Farbfelder gewählt. Das soll nicht nur den Moiré-Effekt verringern und damit den Tiefpassfilter überflüssig machen, der die Bildqualität verschlechtert, sondern auch die Auflösung erhöhen. Bei der Systemkamera X-Pro1 funktionierte das sehr gut .

Die Fujifilm X20 arbeitet mit einem fest eingebauten 4fach-Zoom mit f/2 bis 2,8 und deckt eine Kleinbildbrennweite von 28 bis 112 mm ab. Ein optischer Bildstabilisator soll Verwackler reduzieren. Der Sensor erreicht eine Auflösung von 12 Megapixeln und arbeitet zwischen ISO 100 und 12.800.

Die X20 ist mit einem optischen Sucher ausgerüstet, der eine Bildfeldabdeckung von 85 Prozent bei einer Bildfeldgröße von 20 Grad liefert. Integriert in den Sucheraufbau ist ein durchsichtiges LCD-Element, das Daten wie Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und das aktive Autofokusfeld in das Sucherbild einblendet. Bei Tageslicht werden die Informationen in Schwarz angezeigt, beim Fotografieren in dunkler Umgebung wird auf Grün gewechselt. Alternativ kann auch der 7,1 cm (2,8 Zoll) große LC-Monitor mit 460.000 Bildpunkten genutzt werden.

Die X20 ist mit einem Hybridautofokus ausgerüstet, der je nach Situation einen Phasen- oder einen Kontrastautofokus verwendet. Beim Phasenautofokus werden einige Pixel des Bildsensors genutzt, um eine Berechnung der Phasendifferenz durchzuführen. Fujifilm gibt an, dass bei optimalen Bedienungen nur 0,06 Sekunden vergehen, bis die Scharfstellung erfolgt.

Die "Fokus Peaking"-Funktion hebt beim manuellen Scharfstellen die Kontrastkanten farbig hervor. Beim Filmen erreicht die Kamera Full-HD-Auflösung und nimmt bis zu 60 Bilder pro Sekunde auf.

Die Fujifilm X20 misst 117 x 69,6 x 56,8 mm und wiegt ohne Akku rund 333 Gramm. Sie soll ab Februar 2013 für rund 550 Euro in den Handel kommen.

X100S mit großem Sensor und Hilfestellung für manuelles Fokussieren

Die Fujifilm X100S verfügt im Gegensatz zur X20 über ein fest verbautes Objektiv mit 35 mm Festbrennweite bei einer maximalen Blendenöffnung von f/2. Ein eingebauter Neutraldichtefilter ermöglicht es, auch bei viel Licht die Offenblendenstellung einzusetzen, ohne dass es zu Überbelichtungen kommt.

Außerdem kommt bei der X100S auch kein kleiner Kompaktkamerasensor, sondern ein Modell in APS-C-Größe zum Einsatz. Diese Sensorgröße wird auch in DSLRs für Amateure eingebaut. Auch hier setzt Fujifilm auf den X-Trans-Farbmusteraufbau. Die X100S kommt auf 16,3 Megapixel Auflösung.

Zur Bildkontrolle gibt es nicht nur ein 7,1 cm (2,8 Zoll) großes Display mit 460.000 Bildpunkten, sondern einen hybrid-optischen Sucher. Das ist eine Kombination aus elektronischem Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten und optischem Sucher, der auf die 35-mm-Festbrennweite abgestimmt ist. Informationen des elektronischen Suchers können auf das optische Sucherbild gelegt werden. Wahlweise kann auch nur der elektronische Sucher genutzt werden.

Wie bei der X20 kommt auch hier ein Hybridautofokus zum Einsatz, der automatisch zwischen Phasen- und Kontrast-Autofokus umschaltet. Die Fokussierung soll in 0,08 Sekunden erfolgen - zumindest bei optimalen Bedingungen, wie Fujifilm betonte.

Wer lieber manuell scharf stellen möchte, erhält nicht nur durch die Fokus-Peaking-Funktion eine Hilfestellung. Wer will, kann auch so etwas wie die Weiterentwicklung des Schnittbildindikators verwenden, der bei Messsucherkameras eingesetzt wird. Der digitale Schnittbildindikator nutzt die Pixel, die auf dem X-Trans-Sensor für den Phasenautofokus verwendet werden. Er zeigt damit auf dem LCD oder im elektronischen Sucher ein digitales Schnittbild(öffnet im neuen Fenster) an, das überlagert werden muss.

Mit der X100S kann in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde gefilmt werden. Sie erreicht eine Bitrate von 36 MBit/s. Die X100S misst 126,5 x 74,4 x 53,9 mm und wiegt leer 405 Gramm. Wen die Festbrennweite stört, der kann die X100S mit einem optionalen Weitwinkelkonverter auf 28 mm Brennweite (KB) bringen.

Die Fujifilm X100S soll ab Februar 2013 für rund 1.200 Euro in den Handel kommen.


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