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Fujian: Chinas neuer Flugzeugträger hat elektromagnetische Katapulte

Mit elektromagnetischen Katapulten auf der Fujian positioniert sich China als Seemacht – und setzt auf eine Technik, die der US-Marine Probleme bereitet.
/ Andreas Donath
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Flugzeugträger Fujian (Bild: Marine der Volksrepublik China)
Flugzeugträger Fujian Bild: Marine der Volksrepublik China

China hat seinen dritten Flugzeugträger offiziell in die Marineflotte aufgenommen. Bei einer Zeremonie im Marinestützpunkt Sanya auf der Insel Hainan wurde die Fujian mit der Kennnummer 18 in Dienst gestellt. Staatspräsident Xi Jinping nahm persönlich an der Feier teil und betätigte die Steuerung des elektromagnetischen Katapults als Teil des offiziellen Zeremoniells.

Das chinesische Verteidigungsministerium veröffentlichte nach der Veranstaltung(öffnet im neuen Fenster) einige interessante Details: Auf dem Träger sind J-35- und J-15-Kampfjets, Frühwarnflugzeuge vom Typ KJ-600 sowie Z-20F-Hubschrauber stationiert. Der Träger absolviert seit 2024 Erprobungsfahrten; Start- und Landetests mit Flugzeugen fanden im September 2025 statt.

Mit der Entscheidung für elektromagnetische Flugzeugstartsysteme (EMALS) auf der Fujian überspringt China die dampfbetriebene Katapult-Technologie komplett. Laut Verteidigungsministerium ordnete Präsident Xi persönlich die Integration elektromagnetischer Katapulte in das Trägerdesign an. Diese Technologie ist weltweit bislang nur auf einem weiteren einsatzbereiten Träger im Einsatz: der USS Gerald R. Ford(öffnet im neuen Fenster) , berichtet The War Zone(öffnet im neuen Fenster) .

Das elektromagnetische System bietet gegenüber Dampfkatapulten einige operative Vorteile. Die Startkraft lässt sich präziser auf unterschiedliche Flugzeugtypen abstimmen, was besonders relevant für künftige unbemannte Flugzeuge ist, die China aktiv für den Trägereinsatz entwickelt. Diese sind in der Regel viel leichter als bemannte Systeme.

Gegensätzliche Ansätze bei Träger-Technologie

Die US-Marine sammelte mit der EMALS-Technologie bisher gemischte Erfahrungen. Die USS Gerald R. Ford hatte seit ihrer Indienststellung mit Problemen bei Katapulten, Fangseilen und elektromagnetischen Aufzügen zu kämpfen, was ihre Zuverlässigkeit anging.

Präsident Donald Trump äußerte sich im vergangenen Monat in einer Rede zu diesen Problemen und kündigte an, eine Durchführungsverordnung zu unterzeichnen, die die Marine zur Rückkehr zu Dampfkatapulten und hydraulischen Aufzügen für künftige Träger verpflichten würde. Trump hatte das Design der Ford-Klasse bereits mehrfach kritisiert. Eine solche Anordnung liegt zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.

Auch Chinas neuestes amphibisches Angriffsschiff, der Typ 076(öffnet im neuen Fenster) , wird mit einem Katapultsystem ausgerüstet, das vermutlich ebenfalls elektromagnetische Technologie nutzt.

Die Fujian unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von Chinas beiden bestehenden Trägern. Die Liaoning und die Shandong nutzen beide Sprungschanzen für den Flugzeugstart statt Katapulte. Die Liaoning entstand aus einem unvollendeten sowjetischen Rumpf(öffnet im neuen Fenster) , der von einem Käufer 1998 von der Ukraine erworben und später umgerüstet wurde. Die Shandong wurde in China gebaut(öffnet im neuen Fenster) , basiert aber auf dem Entwurf der Admiral-Kusnezow-Klasse wie die Liaoning.

Ausbau der Marinekapazitäten

Die Fujian ist Chinas erster Träger, der nicht auf sowjetischen Designs basiert. Das konventionell angetriebene Schiff lief 2022 vom Stapel und liegt seit über einem Monat zusammen mit der Shandong in Sanya vor Anker. Die Aufnahme des J-35-Tarnkappenjägers und des KJ-600-Frühwarnflugzeugs in die Trägerluftgruppe erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Schiffs erheblich.

Die drei Träger befähigen China zu ausgedehnten Operationen jenseits der Küstengewässer, einschließlich des gesamten pazifischen Raums. Die Schiffe spielen auch eine Rolle in der Planung für mögliche Operationen im Zusammenhang mit Taiwan, heißt es bei The War Zone.

Chinas Trägerprogramm ist Teil eines großen Flottenbauprogramms, das in den 1990er Jahren begann. Die Flotte umfasst mittlerweile zahlreiche moderne Überwasserschiffe und U-Boote aus heimischer Produktion. Berichten zufolge könnte bereits am Bau eines vierten Trägers gearbeitet werden, möglicherweise als Type 004 bezeichnet, der einen Atomantrieb erhalten könnte.


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