FugakuNext: Japan kooperiert für nächsten Supercomputer mit Intel

Um Zettascale- und Quantencomputer zu bauen, holt sich das Forschungszentrum Riken Intel als Partner. Das Ende japanischer Prozessoren ist das noch nicht.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Den A64FX-Chip mit ARM-Kernen hat Fujitsu für Fugaku entwickelt, gefertigt wird er bei TSMC.
Den A64FX-Chip mit ARM-Kernen hat Fujitsu für Fugaku entwickelt, gefertigt wird er bei TSMC. (Bild: Fujitsu)

Alle Jahre wieder steht der leistungsfähigste Supercomputer in Japan, und zwar am Forschungsinstitut Rikagaku Kenkyujo, kurz Riken. Die Systeme inklusive Prozessoren und Netzwerk wurden bislang stets in Japan entwickelt, der A64FX des aktuellen Hochleistungsrechners Fugaku entwickelte Fujitsu. Nun hat Riken, wie HPCwire berichtet, eine Entwicklungspartnerschaft mit Intel geschlossen.

Makoto Gonokami, Präsident des Riken, und Intel-CEO Pat Gelsinger unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) zur Kooperation bei der Entwicklung der nächsten Supercomputer-Generation für KI und wissenschaftliche Berechnungen sowie Quantencomputer.

Allerdings geht es dabei nicht um von Intel entwickelte Prozessoren und Beschleuniger. Seinen stets sehr erfolgreichen Eigenentwicklungen will Japan offensichtlich treu bleiben. Gegenstand der Vereinbarung ist die Entwicklung von Prototypen zusammen mit Intels Foundry Service (IFS), über den das Unternehmen seine Fertigungstechnologien für Kunden anbietet.

Dabei ist auch gemeinsame Forschung an neuen Technologien vorgesehen. Im Gegensatz zu anderen Foundries arbeitet Intel auch selbst an Quantencomputern, die am Riken als wichtige Technologie gesehen werden. Dementsprechend sind sie zentraler Bestandteil des Vorhabens Trip (Transformative Research Innovation Platform of RIKEN). Es soll die einzelnen Forschungsbereiche bündeln und neue Algorithmen zur Datenanalyse sowie den dazu passenden Supercomputer entwickeln.

Intel ist eine von mehreren Optionen

Dass Intel tatsächlich die Prozessoren für einen Nachfolger von Fugaku, an dem unter dem Namen Fugakunext gearbeitet wird, herstellen wird, ist keineswegs sicher. Der Leiter von Rikens Zentrum für Computational Science, Satoshi Matsuoka, stellte in einem Tweet klar: Intel ist nur ein Anbieter, mit dem man Machbarkeitsstudien für Fugakunext durchführt.

Fugakus Prozessoren wurden von TSMC im N7-Prozess gefertigt, der größte Auftragsfertiger der Welt dürfte eine der weiteren Optionen sein. Da Intel aber technologisch aufholen will und über IFS erstmals als Auftragsfertiger auftritt, erweitern sich die Möglichkeiten auch für eigene Prozessoren. Daneben will Japan eine eigene 2-nm-Fertigung aufbauen, ob die für Fugakunext rechtzeitig bereit ist, erscheint allerdings fraglich. Fugakunext kann von vielen Optionen aber nur profitieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Grim Fandango
Toller Trip durch das Reich der Toten

Morbide und lustig: Grim Fandango war kein Erfolg und gilt trotzdem als Klassiker. Golem.de hat es erneut durchgespielt - und war wieder begeistert.
Von Andreas Altenheimer

25 Jahre Grim Fandango: Toller Trip durch das Reich der Toten
Artikel
  1. Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
    Star Wars
    Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

    Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

  2. Autonomes Fahren: Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt
    Autonomes Fahren
    Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt

    Landmaschinen ohne Fahrer, Traktoren, die mit Gesten gesteuert werden - autonome Systeme sollen in der Landwirtschaft gleich mehrere Probleme lösen.
    Ein Bericht von Werner Pluta

  3. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /