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Für EDA, EUV und Wafer: Chinas Halbleiterbranche fordert nationale Champions

Zu fragmentiert und zu wenig Geld: Vertreter großer Halbleiterhersteller aus China fordern eine neue nationale Strategie für ihre Branche.
/ Johannes Hiltscher
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Führende Köpfe aus Chinas Halbleiterbranche kritisieren eine zu wenig zielgerichtete Subventionspolitik. (Bild: jwvein, Pixabay)
Führende Köpfe aus Chinas Halbleiterbranche kritisieren eine zu wenig zielgerichtete Subventionspolitik. Bild: jwvein, Pixabay / Pixabay-Lizenz
Inhalt
  1. Für EDA, EUV und Wafer: Chinas Halbleiterbranche fordert nationale Champions
  2. In der Größe liegt die Kraft

In der Volksrepublik China wird aktuell der 15. Fünfjahrplan finalisiert. Das betrifft auch die Halbleiterbranche. Hochrangige Vertreter dieses Sektors fordern Änderungen der Industriepolitik. In einem Artikel im Magazin Science and Technology Review(öffnet im neuen Fenster) erläutern sie ihre Schwerpunkte und formulieren Vorschläge, wie die Halbleiterindustrie wettbewerbsfähiger werden könne.

Zu den Autoren zählen SMIC-Mitgründer Wang Yangyuan, die Leiter von YMTC und des Maschinenbauers Naura sowie des EDA-Herstellers Empyrean und mehrere Professoren der Pekinger und Tsinghua-Universität, wie die South China Morning Post (SCMP) berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die genannten Unternehmen sind führende Vertreter der chinesischen Halbleiterbranche, ihre Meinung dürfte entsprechendes Gewicht haben.

Die Autoren formulieren drei primäre Entwicklungsziele für den neuen Fünfjahrplan: EDA-Software, EUV-Belichter und eine Nationalisierung der Wafer-Produktion. Zudem kritisieren sie die Strategie im Halbleiterbereich grundlegend: Zu wenig Geld gehe an zu viele Unternehmen. China sei daher in zentralen Bereichen, insbesondere Lithografie sowie Maschinen zum Polieren und Testen von Wafern sowie Rohmaterialien wie Wafern und Chemikalien, weiter stark von Importen abhängig.

Viel Geld ist noch nicht genug

Zwar bekommt die Branche weiterhin viel Geld: 344 Milliarden Yuan(öffnet im neuen Fenster) (43,1 Milliarden Euro) stehen für die dritte Phase des oft nur Big Fund genannten China Integrated Circuit Industry Investment Fund(öffnet im neuen Fenster) (ICF) bereit.

Hinzu kommen die Förderprogramme lokaler Regierungen. Doch nach Ansicht der Autoren ist das noch zu wenig: Die Investitionen von Intel, Samsung und TSMC beliefen sich in einem Jahr auf knapp 90 Prozent dessen, was der Big Fund in 15 Jahren ausgegeben habe.

Chinas Halbleiterbranche ist zu fragmentiert

Die Vorschläge des Artikels widersprechen den gewohnten Ansätzen chinesischer Industriepolitik. Die ist eigentlich extrem kompetitiv, wie aktuell etwa bei Elektroautos zu sehen. Verschiedene Provinzen bauen jeweils eigene Unternehmen auf, die in starkem Wettbewerb stehen. Die Idee dahinter ist, dass sich am Ende das beste Konzept durchsetzen soll.

Die Autoren regen hingegen eine stärkere Kooperation sowie Zusammenschlüsse und die Schaffung nationaler Champions an. Aktuell ist die chinesische Halbleiterbranche extrem zergliedert: Laut Artikel existieren 3.626 Unternehmen, die Chips entwickeln, sowie über 100 Hersteller von EDA-Software, 185 Unternehmen bauen Maschinen für die Halbleiterfertigung, 224 bieten Packaging-Dienstleistungen an. Das Fazit der Autoren: "Sand lässt sich nur schwer zu einem Turm formen." Will heißen: Die vielen kleinen Unternehmen können nicht mit Größen wie Nvidia oder ASML konkurrieren.


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