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In der Größe liegt die Kraft

Dass Subventionen auf so viele Unternehmen verteilt werden, macht sie nach Ansicht der Autoren zudem ineffizient. In einem so komplexen Bereich wie der High-End-Halbleiterfertigung stößt der kompetitive Ansatz an seine Grenzen. ASML baut nicht als einziger Hersteller weltweit EUV-Belichter, weil es sich in einem zermürbenden Wettkampf durchsetzen konnte, sondern durch die Zusammenarbeit zahlreicher Unternehmen und Forschungsinstitute.

Auch die Schaffung einheitlicher Standards regen die Autoren an. So sei aktuell die Kombination der Maschinen unterschiedlicher Hersteller schwer, da sie unterschiedlichen Leistungsstandards entsprächen. Das führt Berichten zufolge zu deutlichen Einbrüchen der Ausbeute (Yield), der neue Bericht ergänzt dies um erhöhte Ausfallzeiten. Auch Forschung und Entwicklung bräuchten eindeutige Zielvorgaben.

Die Forschung im Halbleiterbereich wollen die Autoren gestärkt sehen. Ihr Ziel ist zudem, hier langfristig zu denken: So solle die Forschung zehn Jahre vorausdenken. Es wird zwar nicht ausdrücklich geschrieben, gemeint sein dürfte damit aber insbesondere die Entwicklung neuer Transistorbauweisen wie CFETs und die Weiterentwicklung von Packaging-Techniken.

Nur wenn etwas genutzt wird, lassen sich Fehler finden

Die Autoren heben zudem hervor, chinesische Entwicklungen müssten schneller ihren Weg in die Praxis finden. Das legt die Schaffung neuer Anreizsysteme oder gar von Importbeschränkungen nahe. Bei Maschinen für die Halbleiterfertigung hat die chinesische Regierung bereits eine Quotenregelung eingeführt .

EDA-Software, IP-Cores, Materialien und Maschinen müssten in der Serienfertigung eingesetzt werden, um Mängel identifizieren und beheben zu können, so die Forderung.

Als Beispiel werden Automotive-Chips genannt: 95 Prozent der in chinesischen Fahrzeugen verbauten Chips seien importiert. Höhere Kosten im Rahmen der Umstellung müssten aufgefangen werden – ein weiterer Appell, die Subventionen zu erhöhen.

Die Verfasser werben zudem für eine Stärkung der internationalen Kooperation bei Forschung, Entwicklung und Beschaffung. Das dürfte allerdings eine Einbahnstraße sein, denn gleichzeitig halten sie am Konzept der zwei Kreisläufe (g+) fest. Das ist die Grundlage des chinesischen Decoupling und unterteilt die Welt in zwei Wirtschaftskreisläufe – China und den Rest der Welt. Der chinesische Kreislauf soll dabei vom Rest der Welt unabhängig sein.


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