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Für Colossus 2: xAI installiert in Memphis mehr Gasturbinen als genehmigt

Umweltschützer klagen, dennoch stellt xAI bei Memphis neue Generatoren auf. Sie abzuschalten würde die US-Regierung laut xAI KI-Tools kosten.
/ Johannes Hiltscher
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Bereits beim hier zu sehenden Colossus 1 setzte xAI massiv auf mobile Gasgeneratoren. (Bild: x.AI)
Bereits beim hier zu sehenden Colossus 1 setzte xAI massiv auf mobile Gasgeneratoren. Bild: x.AI

Gegen die beiden Colossus-Rechenzentren von xAI in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee gibt es seit längerem öffentlichen Widerstand. Der Grund ist, dass beide Rechenzentren, von denen eines mittlerweile an Anthropic vermietet wird, hauptsächlich von mobilen Gaskraftwerken mit Strom versorgt werden. Wie das Magazin Wired berichtet(öffnet im neuen Fenster), sind für Colossus 2 aktuell mehr Generatoren installiert, als xAI genehmigt bekommen hat.

So erhielt das Unternehmen, das mittlerweile Teil von SpaceX ist, im März 2026(öffnet im neuen Fenster) eine Genehmigung für den Betrieb von 41 Gasturbinen zur Stromerzeugung. Installiert sind aktuell allerdings 46, wie aus E-Mails der Umweltbehörde hervorgeht.

Zwar müssen nicht alle gleichzeitig in Betrieb sein, in der Vergangenheit hatte es xAI aber bereits mit Genehmigungen nicht so genau genommen. Auch die Generatoren für Colossus 2 wurden vor Ausstellung der Genehmigung in Betrieb genommen(öffnet im neuen Fenster).

Gegen die Genehmigung zum Betrieb der 41 Generatoren legte die Umweltschutzgruppe Southern Environmental Law Center (Selc) im April 2026 Widerspruch ein(öffnet im neuen Fenster). Die Genehmigung ist nach Ansicht der Umweltschützer ungültig: Modellierungen der Schadstoffbelastung seien fehlerhaft. Zudem seien Anforderungen des Clean Air Act nicht erfüllt.

Umweltschützer fordern Abschaltung

Das Selc kritisiert den Betrieb des privaten Gaskraftwerks, dessen Gesamtleistung bei rund 700 MW liegen soll, aufgrund hoher Emissionen von Stickoxiden, Feinstaub, Kohlenmonoxid und Formaldehyd. Anwohner des Colossus-2-Kraftwerks klagen zudem über Lärmbelastung.

Aufgrund des nach Ansicht des Selc ungenehmigten Betriebs reichte die Gruppe Mitte April 2026 Klage gegen xAI(öffnet im neuen Fenster) sowie dessen Infrastrukturpartner Mzx Tech ein. Im Rahmen dessen wurde eine Abschaltung der Generatoren gefordert. In einer Reaktion auf die Vorwürfe teilte xAI laut Wired mit, das Kraftwerk sei "essentiell für den Betrieb modernster, von der US-Regierung und Millionen Nutzern weltweit verwendeter KI- und anderer Software-Tools".

Mobil oder stationär?

Die laxe Regulierung rechtfertigte die Umweltbehörde des US-Bundesstaats Mississippi lange mit der Ansicht, im Fall von xAI sei keine Genehmigung erforderlich. Begründet wurde dies damit, dass die von xAI genutzten Generatoren als mobile Einheiten und nicht als stationäres Kraftwerk anzusehen seien. Dem widersprach allerdings die US-Umweltbehörde. Im nachfolgenden Genehmigungsprozess hob sie ebenfalls Mängel in der Modellierung des Schadstoffausstoßes hervor. Allerdings hatte die Umweltbehörde von Mississippi Druck gemacht, das Verfahren schnell abzuschließen.

Anders als bei Colossus 1 sind bei Colossus 2 Rechenzentrum und Kraftwerk getrennt – nicht nur räumlich, sondern durch eine Bundesstaatengrenze(öffnet im neuen Fenster). Colossus 2 steht in Tennessee, das Kraftwerk hingegen in Mississippi.


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