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Für autonomes Fahren: BYD produziert eigenen 4-nm-KI-Chip Xuanji A3

BYD will Tesla bei der vertikalen Integration überholt haben. Der Xuanji A3 liegt knapp hinter Nvidias Thor, er soll aus den eigenen Fabs kommen.
/ Johannes Hiltscher
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BYD-CEO Wang Chuanfu zeigt den Xuanji A3. (Bild: BYD)
BYD-CEO Wang Chuanfu zeigt den Xuanji A3. Bild: BYD

Die Vorstellung von BYDs Xuanji A3(öffnet im neuen Fenster) dürfte Elon Musk neidisch machen: Während Tesla seine Chips für Fahrassistenzsysteme zwar selbst entwirft, aber von TSMC und Samsung fertigen lässt, erledigt der chinesische E-Auto-Hersteller beides selbst. Nach eigenen Angaben fertigt BYD den Chip in einem seiner fünf Halbleiterwerke in einem 4-nm-Prozess.

Viele Fragen bleiben allerdings offen: Wer hat den Fertigungsprozess entwickelt, und ist er tatsächlich mit den 4-nm-Prozessen von TSMC vergleichbar? Der modernste bekannte Fertigungsprozess in der Volksrepublik ist SMICs N+3, der ähnliche Transistordichten erreicht wie TSMCs 6-nm-Prozesse.

Da BYD bei der Halbleiterfertigung mit Huahong kooperiert(öffnet im neuen Fenster), liegt die Vermutung nahe, dass dessen 7-nm-Prozess genutzt und möglicherweise Chips gestapelt werden.

Auch bei den Spezifikationen des Chips bleibt BYD oberflächlich. Mit 16 nicht genauer spezifizierten Prozessorkernen und einer KI-Rechenleistung von 700 TOPS ist der Xuanji A3 vergleichbar mit Nvidias Drive Thor. Das ist ebenfalls für hochautonome Assistenzsysteme der Ebenen 3 und 4 (L3 und L4) gedacht, enthält pro Chip 14 ARM-Neoverse-V3AE-Kerne und kommt auf bis zu 1.035 TFLOPS (FP8 Sparse/FP4 Dense).

Auffällige Parallelen zu Drive Thor

Wie Nvidia strebt auch BYD für das Gesamtsystem rund 2 PetaOPS an KI-Rechenleistung an, nutzt dafür allerdings drei Xuanji A3 statt zwei Thor T5000. Auch Xuanji A3 scheint LPDDR5X-Speicher mit 8.533 MT/s über eine 256-Bit-Schnittstelle anzubinden, die Bandbreite ist mit 273 GByte/s identisch. Auch eine ASIL-D-Zertifizierung (Automotive Safety Integrity Level) nach ISO 26262 will BYD bereits erhalten haben.

Verwunderlich sind die Parallelen nicht, denn bislang nutzte BYD Nvidias Drive Thor als Plattform für seine Fahrassistenzsysteme(öffnet im neuen Fenster). Erst im März 2026 kündigte der E-Auto-Hersteller zudem an, künftig auch den Nachfolger Hyperion zu nutzen(öffnet im neuen Fenster). Durch mehr eigene Chips – Leistungshalbleiter und Mikrocontroller stellt BYD bereits lange selber her – sollen aber langfristig Autonomie und Kostenstruktur verbessert und schnellere Designzyklen möglich werden.

Insbesondere mehr Autonomie ist für chinesische Autobauer nicht zu unterschätzen, da diese sich zunehmenden Restriktionsbestrebungen seitens der USA ausgesetzt sehen. Auch Xpeng stellte kürzlich selbst entwickelte Chips für Assistenzsysteme vor. Für BYD ist Xuanji A3 nach Angaben von CEO Wang Chuanfu der 567. selbst entworfene Chip, der Automotive-Standards genügt.

Ähnlich wie Tesla hat auch BYD seine Chips an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Konkret ist das BYDs Assistenzsystem God's Eye. Das Hardware-Software-Codesign soll eine bessere Auslastung der Hardware ermöglichen, was impliziert, dass Xuanji A3 effektiv leistungsfähiger und effizienter sei als Nvidias Thor.


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