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Für 5 Milliarden Dollar: Ventilatorenhersteller EBM-Papst in die USA verkauft

PC-Lüfter von Papst hatten früher einen guten Ruf. Inzwischen setzt der Hersteller mehr auf die Kühlung von Rechenzentren.
/ Friedhelm Greis und dpa
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Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst profitiert vom Bau von Rechenzentren. (Bild: EBM-Papst)
Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst profitiert vom Bau von Rechenzentren. Bild: EBM-Papst

Der Ventilatorenspezialist EBM-Papst wird für eine Milliardensumme in die USA verkauft. Das Familienunternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen (Hohenlohekreis) gehe zum Nettoverkaufspreis von 5 Milliarden US-Dollar an den börsennotierten Konzern Madison Air, teilte das US-Unternehmen am 17. August 2026 mit(öffnet im neuen Fenster). Im Rahmen der Transaktion werde EBM-Papst mit 5,1 Milliarden Euro bewertet, ergänzte der Ventilatorenhersteller(öffnet im neuen Fenster).

Unternehmenschef Klaus Geißdörfer will durch die Übernahme unter anderem von einem besseren Zugang zum US-amerikanischen Markt profitieren. Das Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe sei derzeit nicht ausgeschöpft "und mit Madison haben wir einen Partner gefunden, der genau versteht, was EBM-Papst ausmacht und was wir brauchen, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen", sagte Geißdörfer.

Der Firmenchef hatte zuletzt vor allem das Geschäft mit Rechenzentren stark erweitert. Im Juni 2026 kündigte das Unternehmen an(öffnet im neuen Fenster), wegen der stark wachsenden Nachfrage nach Ventilatoren insbesondere für Rechenzentren neue Mitarbeiter einzustellen.

Madison Air sei fast nicht in Europa und Asien vertreten, sagte Geißdörfer und fügte hinzu: "Hier ist EBM-Papst gut aufgestellt. Deshalb ergänzen wir uns gegenseitig gut." Mit Unterstützung des neuen Partners soll unter anderem das Servicegeschäft besser ausgebaut werden.

Gesellschafterfamilien scheiden aus

Madison Air mit Hauptsitz in Minneapolis ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert. Das Industrieunternehmen hat weltweit 9.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte über 33 Marken(öffnet im neuen Fenster). Der Umsatz betrug zuletzt 3,5 Milliarden US-Dollar.

Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst sehen Madison als idealen Partner: Madison setze seit Jahrzehnten auf nachhaltige Unternehmensentwicklung. Der Konzern habe eine beeindruckende Aufstellung in der Luft- und Kühltechnologie sowie regional in den USA, und die Perspektiven bei Rechenzentren und KI-Infrastruktur seien enorm. Die bisherigen Gesellschafterfamilien scheiden nach dem Verkauf aus.

EBM-Papst steigerte Umsatz

Der US-Konzern ist langjähriger Kunde des Familienunternehmens, das weltweit mehr als 13.000 Beschäftigte hat, davon 5.800 in Deutschland. Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März dieses Jahres endete, stieg der Umsatz von EBM-Papst um sechs Prozent auf rund 2,24 Milliarden Euro. Allerdings sei das Wachstum durch den Rückzug aus mehreren Geschäftsfeldern beeinflusst worden, im Kerngeschäft sei EBM-Papst um zwölf Prozent gewachsen, hieß es damals. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum in den fortgeführten Geschäftsbereichen von über zehn Prozent. Zum Gewinn macht EBM-Papst keine Angaben.

Mulfingen bleibt den Angaben zufolge auch bei einem Verkauf Hauptsitz von EBM-Papst. Der Vorstandschef von Madison Air, Jill Wyant sagte: "Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam auf dem bereits starken Fundament aufbauen können." Der Vollzug des Geschäfts wird Ende des Jahres erwartet. Die Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen.


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