Keine Direktnachrichten und automatischen Weiterleitungen

Immer und immer wieder erhalte ich Direktnachrichten mit Fragen zu Produkt- oder Brancheninformationen. Manchmal stellt mir Stunden oder sogar Wochen später eine andere Person dieselbe Frage. Ich habe mich andauernd wiederholt und die Menschen auf dieselbe Dokumentation oder dieselben Quellen verwiesen.

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Hilfreich war dann das Einrichten eines speziellen Teams-Kanals für den Wissenstransfer. Alle Fragen, die ich sonst als Direktnachricht erhalten hätte, konnten hier veröffentlicht werden und waren dann für alle sichtbar. Theoretisch hätten auch andere die Fragen beantworten können.

Außerdem konnte ich Direktnachrichten an diesen Kanal weiterleiten, um sie dort öffentlich zu beantworten. Oder ich verweigerte die Antwort in der Direktnachricht und forderte den Fragesteller auf, die Frage im Kanal für den Wissenstransfer erneut zu stellen. Selten hat eine andere Person Fragen beantwortet, aber das Ganze entwickelte sich in Richtung von Bürozeiten von SoFuckingAgile, was auf jeden Fall eine enorme Verbesserung darstellte.

Die Vertriebler waren arm dran. Sie wollten mich bei Verkaufsgesprächen immer als eine Art Sicherheitsnetz dabeihaben. Das Problem dabei war, dass die Abteilungsleiter davon keine Ahnung hatten. Ich stellte eine E-Mail-Regel auf, dass jede E-Mail von einem Vertriebsmitarbeiter an mich automatisch an die Vertriebsleiter und Abteilungsleiter weitergeleitet wurde. Diese konnten dann entscheiden, ob ich bei dem Termin dabei sein musste. Das war sehr hilfreich.

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In viertelmonatlichen Abständen bot ich zudem Schulungen für die anderen Abteilungsleiter zu den eklatantesten Wissenslücken in den jeweiligen Teams an. Ich unterstützte sie dabei, neue Inhalte für die Onboarding-Programme neuer Mitarbeiter zu erstellen. Beispielsweise fragten mich Vertriebsmitarbeiter nach Interessenten, die "Sockel Zwei" (sehr lustig) benötigen. In Wahrheit ging es natürlich um das Thema SOC-Zertifizierungen und andere Datenschutzthemen, die ich dann mit auf die Schulungsliste nahm.

Meeting mit einem Klick starten

Trotz einiger neu eingeführter Verfahren blieb ich der Engpass bei allen Themen rund um die Produktlinie. Mein gesamter Arbeitstag bestand darin, auf die Schaltfläche Meeting starten zu klicken, ohne zu wissen, was mich erwartete. Zudem spürte ich den Druck all der Menschen, die glaubten, ich wäre die Person, die sie bei ihren Aufgaben unterstützen könnte.

Ich bin kein Mikromanager. Ich kenne viele, die sich das von mir wünschen. Aber in Wahrheit mag ich es gar nicht, wenn ich Projekte leiten soll, die nichts mit der Einführung von Produkten zu tun haben - Themen wie Preissteigerungen, Outsourcing professioneller Services, Markenaufbau und ähnliches. Ich gab immer deutliche Hinweise wie "Ich glaube, das ist ganz ähnlich wie [identisches, gerade bearbeitetes Projekt einfügen], und ich denke, du kannst das als Referenz für das weitere Vorgehen nutzen." Das war ermüdend und wiederholte sich ständig.

Wie Agilität gelingt: Ein agiles Mindset entwickeln - typische Hürden meistern (Dein Business)

Warnung der Fairness halber

Unentbehrlich zu sein, ist wahrscheinlich gut für die Sicherheit des Jobs. Aber ich hatte aufgehört, etwas zu lernen. Seit Jahren habe ich schon nichts Neues mehr aus meiner Arbeit oder von den Menschen in meinem Umfeld gelernt. Natürlich habe ich neue Wege kennengelernt, anderen dabei zu helfen, unabhängig zu werden, doch die Effekte waren minimal. Ich steckte fest.

Eines der größten Probleme, wenn man unentbehrlich ist und den anderen mitteilt, dass man das Gefühl hat festzustecken, ist, dass das Unternehmen Maßnahmen ergreift, um dich noch enger festzuhalten, und zwar mit mehr Geld, beeindruckenderen Titeln und Aktienoptionen.

Meine Geschichte ist ein eher abschreckendes Beispiel. Ich habe noch nicht wirklich herausgefunden, wie ich mich lösen und dennoch im Unternehmen bleiben kann. Ich weiß nur, dass es sich manchmal gut anfühlen kann, ein Experte für eine Sache zu sein. Gleichzeitig ist das möglicherweise eine Falle, die das professionelle Wachstum behindern kann, wenn man sich zu lange nicht darum kümmert.

@SoFuckingAgile ist Lifetime Enterprise SaaS Product Manager. Sein Blog findet sich hier.

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 Ich, das wandelnde Lexikon
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AntonZietz 14. Aug 2022 / Themenstart

Ich habe eine sehr ähnliche Rolle, mehrmals Produkte aufgebaut und Postmerger betreut...

Nico67 13. Aug 2022 / Themenstart

In meiner letzten Firma gab es einen solchen "Alleswisser". Es hat der Firma nicht gut...

JE 13. Aug 2022 / Themenstart

Lösung: 20% des Sprints für die Behebung von technischen Schulden reservieren

JE 13. Aug 2022 / Themenstart

Wenn man sich die Zeit von Anfang an nimmt, spart man sich auf lange Sicht Zeit - und...

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