Fuchsia: Google arbeitet an neuem Mini-Betriebssystem

Der Bastelrechner Raspberry Pi 3, Intel Nuc mit Broadwell- und Skylake-Chips sowie das Detachable Acer Switch Alpha 12 sind die Zielgeräte, auf denen das Betriebssystem Fuchsia(öffnet im neuen Fenster) beziehungsweise dessen Kern Magenta der Dokumentation auf Github(öffnet im neuen Fenster) zufolge laufen soll. Neben einigen technischen Details finden sich allerdings nicht viel mehr Informationen zu Fuchsia, außer dass es von Google-Angestellten erstellt wird.
Es ist zudem noch völlig unklar, zu welchem Zweck Fuchsia erstellt wird oder ob Google damit überhaupt ein unternehmerisches Ziel verfolgt. Möglich ist, dass es lediglich ein Experiment bleiben wird. Auch aus der sehr spärlichen Dokumentation lässt sich zurzeit nur sehr wenig schließen, ein vollständiger Ersatz für die auf dem Linux-Kernel basierenden Systeme Android und Chrome OS wird Fuchsia vermutlich vorerst aber nicht.
Kleine Kern-Plattform mit App-Framework
So wird etwa der Magenta-Kernel als "mittelgroßer Mikrokernel" mit nur wenigen Dutzend Systemaufrufen beschrieben(öffnet im neuen Fenster) . Magenta selbst basiert auf dem Little Kernel(öffnet im neuen Fenster) , der maßgeblich von dem Betriebssystem-Experten(öffnet im neuen Fenster) Travis Geiselbrecht sowie Brian Swetland und anderen erstellt worden ist. Little Kernel ist für die Verwendung in Embedded-Geräten gedacht und wird von Qualcomm(öffnet im neuen Fenster) oder auch Mediatek(öffnet im neuen Fenster) als eine Art Bootloader für Android genutzt.
Magenta erweitert den Little Kernel um einige Konzepte und Funktionen wie Prozesse, einen ausgereiften User-Mode, ein Objektsystem sowie ein Sicherheitsmodell für ausgeführten Code. Zusätzlich zum Kernel besteht Magenta aus "Diensten, Treibern und Bibliotheken im Userspace, die notwendig sind, um mit der Hardware zu kommunizieren und Prozesse zu starten" .
Fuchsia selbst vereint das Kernsystem Magenta mit einigen typischen Bestandteilen für ein vollständiges Betriebssystem für Smartphones oder Laptops. So verfügt Fuchsia über das Anwendungsframework Mojo(öffnet im neuen Fenster) mit einigen Sprachanbindungen, den Renderer Escher(öffnet im neuen Fenster) und kann zudem Anwendungen in der Sprache Dart ausführen. Für GUIs soll wohl Flutter(öffnet im neuen Fenster) genutzt werden, das ebenfalls Dart nutzt und zumindest teilweise schon auf Fuchsia läuft(öffnet im neuen Fenster) .



