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FTX-Pleite: Sam Bankman-Fried will sich nicht schuldig bekennen

Dem Gründer der Kryptobörse FTX wird Betrug vorgeworfen. Das hatte er schon früher bestritten.
/ Werner Pluta
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Sam Bankman-Fried (nach einer Kautionsanhörung am 22. Dezember): "komplettes Versagen an Unternehmenskontrolle" (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Sam Bankman-Fried (nach einer Kautionsanhörung am 22. Dezember): "komplettes Versagen an Unternehmenskontrolle" Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

Nicht schuldig: Sam Bankman-Fried, Gründer der bankrotten Kryptobörse FTX, muss am 3. Januar 2023 vor einem Bezirksgericht in New York aussagen. Dabei wird er sich voraussichtlich nicht schuldig bekennen.

Das berichtet die US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mehrere Informanten. Laut einer der Quellen wird Bankman-Fried persönlich vor Gericht erscheinen.

Bankman-Fried und Gary Wang sowie Caroline Ellison, Chefin des FTX-Tochterunternehmens Alameda Research, werden mehrere Straftaten vorgeworfen, unter anderem Betrug gegenüber Kunden und Kreditgebern und Geldwäsche .

Es drohen lange Haftstrafen

Dafür könnten die drei zu sehr langen Haftstrafen verurteilt werden. Ellison und Wang haben sich schuldig bekannt und Deals mit der Staatsanwaltschaft abgeschlossen .

Bankman-Fried hatte Ende November bei einer Konferenz in New York Betrugsvorwürfe bestritten . Für den Auftritt wurde er von den Bahamas zugeschaltet, wo seine Handelsplattform für Digitalwährungen ihren Hauptsitz hatte. Dort wurde Bankman-Fried Mitte Dezember verhaftet und anschließend in die USA ausgeliefert.

Der neue Chef war entsetzt

Die von Bankman-Fried und Wang gegründete Kryptowährungsbörse FTX hatte am 11. November 2022 Insolvenz angemeldet . FTX verzeichnete zuletzt ein Defizit von 8 Milliarden US-Dollar. Aus Gerichtsunterlagen des Insolvenzverfahrens geht hervor, dass das Unternehmen mehr als eine Millionen Gläubiger hat.

Der neue FTX-Chef John Ray sagte nach seinem Amtsantritt, er sei entsetzt über den Zustand von FTX : "Noch nie in meiner Karriere habe ich solch ein komplettes Versagen an Unternehmenskontrolle und so einen Mangel an vertrauenswürdigen Finanzinformationen erlebt." Ray ist im Rahmen des Insolvenzverfahrens als neuer Chef von FTX eingesetzt worden. Zuvor hatte er unter anderem den skandalträchtigen Energiekonzern Enron abgewickelt.

Zahlreiche von der Pleite geschädigte Kunden haben inzwischen eine erste Sammelklage eingereicht.


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