FTTH und Koax: Magenta Telekom baut bereits 50G-PON aus
Die Deutsche-Telekom-Tochter Magenta hat den neuen Glasfaserstandard 50G-PON schon vor Jahren getestet und verbaut bereits Komponenten, die den neuen Standard unterstützen. Das sagte Unternehmenssprecher Christian Traunwieser Golem auf Anfrage. "Der letzte große Schritt nach dem 50G-PON-Testlauf war, dass unser FTTH-Netz im Juni auf über 100.000 Adressen angewachsen ist", erklärte Traunwieser. "Parallel integrieren wir in unserem Glasfasernetz bereits jetzt neue 50-GPON-taugliche Komponenten."
Magenta ist ein Kabelnetzbetreiber in Österreich mit nach eigenen Angaben rund 1,7 Millionen Gigabit-Anschlüssen. "Der Großteil davon entfällt auf unser HFC-Netz. Dieses hat in Wien erst im Frühjahr ein Upgrade auf Multi-Gigabit erfahren", sagte Traunwieser.
Derzeit verfügen laut dem Netzbetreiber rund 40 Prozent der Haushalte in Wien über Datenraten von bis zu 2 GBit/s. Das Speed-Upgrade werde in den kommenden Jahren sukzessive auf das gesamte Wiener Stadtgebiet und andere Teile Österreichs ausgeweitet.
Volker Libovsky, CTIO von Magenta Telekom, erklärte im Februar 2026(öffnet im neuen Fenster): "Wir nutzen mit Docsis 3.1e und XGS-PON neueste Übertragungstechnologien, die den Kundinnen und Kunden deutlich mehr Bandbreite bringen. Wo jetzt 2 Gigabit/s möglich sind, werden wir in ein paar Jahren sogar auf 5 Gigabit/s und mehr upgraden."
Was ist Docsis 3.1e?
Docsis 3.1e ist kein offizieller Standardname der Branchenorganisation Cablelabs, sondern eine Bezeichnung von Hardwareherstellern wie Broadcom oder Commscope für die Ausreizung des bestehenden 3.1er-Standards.
Während klassisches Docsis 3.1 im Downstream in der Praxis meist zwei OFDM-Kanäle mit je 192 MHz Breite bündelt, schalten neue Modems und virtuelle Headends (vCMTS) bis zu vier OFDM-Kanäle parallel. Das vervielfacht die Downstream-Kapazität im selben Frequenzbereich.
Durch die Erweiterung des Upstream-Frequenzbereichs von früher 42/65 MHz auf 85 MHz oder 204 MHz (High-Split) rücken symmetrische Gigabit-Tarife von beispielsweise 2 GBit/s im Download und 1 GBit/s im Upload in greifbare Nähe. Möglich wird dies durch eine höhere Modulationsdichte von bis zu 4.096 QAM oder höher über mehr Frequenzblöcke hinweg.
Ein flächendeckendes Upgrade auf Docsis 4.0 erfordert den physischen Austausch aller Koaxial-Verstärker von 1,2 GHz auf 1,8 GHz an den Masten und in den Straßen. Das kostet Milliarden und dauert Jahre. Für Docsis 3.1e müssen die Netzbetreiber lediglich neuere Modem-Chipsätze verteilen und die Software ihrer virtuellen CMTS-Server aktualisieren. Die Kabelinfrastruktur in den Straßen bleibt unverändert.
Vodafone Deutschland hat zwar dieselbe Technik auf dem Tisch liegen, muss in seinem riesigen Flächennetz aber erst noch Segmentierungen und die Neuordnung der Uploadfrequenzen zu Ende bringen, bevor das Unternehmen solche Tarife der Masse der Kunden anbieten kann.
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