FTTH: Hauseigentümer klagen über 600-Euro-Rechnung der Telekom
In Sachsen-Anhalt fördert die Landesregierung keinen FTTH-Ausbau, sondern nur Datenraten bis zu 50 MBit/s. Daher müssen Anwohner in Gegenden, in denen sich FTTC nicht realisieren lässt, für FTTH rund 600 Euro bezahlen. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet(öffnet im neuen Fenster), fühlen sich die Betroffenen ungerecht behandelt.
Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung erhielten Bewohner kleinerer Ortschaften bereits Angebote der Telekom. In mehreren Fällen im Kreis Mansfeld-Südharz wurde eine Zuzahlung von 600 Euro gefordert. Betroffen sind mehrere Tausend Menschen im ländlichen Raum.
Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagte Golem.de auf Anfrage: "Die Förderbedingungen des Landes Sachsen-Anhalt nehmen den Einbau des Glasfaseranschlusses explizit von der Förderung aus. Das heißt, dass ein Kunde, der einen Glasfaseranschluss haben will, dafür 600 Euro zahlen muss. Wir bauen in Sachsen-Anhalt im geförderten Ausbau in der Regel in einer Mischtechnik aus, da das Land verlangt, dass bei Privatkunden 50 MBit/s und bei Geschäftskunden 100 MBit/s ankommen. Diese Bandbreiten lassen sich in einigen Gebieten nicht in FTTC darstellen. Dort bauen wir dann FTTH."
Kunden, die diesen FTTH-Glasfaser-Anschlusspunkt in ihr Eigentum/Haus eingebaut haben wollen, müssten 600 Euro zahlen. Damit erhöhten sie aber ganz erheblich den Wert ihrer Immobilie, betonte von Wagner.
Der Vorsitzende des Digitalisierungsbeirates des Landes(öffnet im neuen Fenster), Marco Langhof, hatte laut dem Bericht die Breitband-Strategie des Landes kritisiert. "Jeder Euro, der noch in die alte Kupfer-Infrastruktur fließt, wäre in Glasfaser besser angelegt."
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