FTTH: Google Fiber hat seine Vision verloren

Google Fiber ist nun seit Jahren im Standby-Modus. Immerhin räumt die Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat ein, dass man nicht genug getan habe, um den Markt wirklich aufzumischen.

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Google-Fiber-Ankündigung in Provo, Utah
Google-Fiber-Ankündigung in Provo, Utah (Bild: George Frey/Getty Images)

Die Alphabet-Führung hat noch immer keine Entscheidung darüber getroffen, wie es mit Google Fiber weitergehen soll. Wie das Onlinemagazin Motherboard berichtet, sagte Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat während der Morgan Stanley Technology Conference in der vergangenen Woche: "Die eine Sache, die sich nicht geändert hat, ist unsere Ansicht, dass ein echter Bedarf an qualitativ hochwertigem Services besteht", erklärte Porat.

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"Wir implementieren das Netz in den von uns angekündigten Städten weiter, aber wir haben das Tempo des Roll-outs verlangsamt, damit wir Zeit darauf verwenden können, herauszufinden, wie wir die Technologie sinnvoller einsetzen können", fügte sie hinzu.

"Nachdem wir uns unsere Roll-outs bis ins Jahr 2015 rückwirkend angesehen haben, waren wir der Ansicht, dass wir nicht genug getan haben", sagte Porat. Das Unternehmen habe seinen "Zehnfach-Moment" noch nicht erreicht. Eine zehnfache Verbesserung der bestehenden Breitbandtechnologie sei ihrer Meinung nach notwendig, um wirklich disruptiv zu sein.

Alphabets Google Fiber war einst angetreten, um TV-Kabelnetz- und Festnetzbetreiber wie Comcast, Time Warner Cable und Verizon, die "träge, räuberisch und innovationsfeindlich" seien, zu ersetzen. Geplant war nichts weniger als ein nationaler FTTH-Ausbau.

Google Fiber: Kundenverträge trotz niedriger Preise gering

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Google Fiber hatte nie Angaben zur Anzahl seiner Kunden gemacht. Laut Informationen von Motherboard konnte Google Fiber nur 500.000 Kundenverträge abschließen. Weil der Anbieter im August 2016 von den ursprünglich geplanten fünf Millionen Kunden fünf Jahre nach seinem Start noch sehr weit entfernt war, setzte die Konzernführung den Ausbau aus. Google Fiber kündigte im Oktober 2016 an, den Ausbau in zehn Städten zu stoppen oder auszusetzen und Beschäftigte zu entlassen.

Google Fiber hatte 2016 den Netzbetreiber Webpass übernommen. Webpass baut Dachantennen mit Richtfunkverbindungen. Im Haus wird Ethernet-Kabel verlegt. Das Unternehmen nutzt das 2,4-GHz- und 5-GHz-Band, aber auch andere Frequenzen. Es werden Datenraten von 1 GBit/s im Up- und Download für 60 US-Dollar pro Monat ohne Drosselung angeboten. Doch auch Webpass stellt nun mit Boston den Betrieb in der ersten Stadt wieder ein.

Google Fiber führe Versuche in den Bereichen 71 bis 76 GHz und 81 bis 86 GHz durch und unternahm eine Vielzahl unterschiedlicher Tests im 3,5-GHz-Band, im 5,8-GHz-Band und im 24-GHz-Band. Und obwohl diese Technologien vielversprechend seien, werde es laut den Informationen von Motherboard eine Weile dauern, bis Google die beste Kombination von Technologien gefunden habe, um seine Produkte zu unterstützen.

Tatsächlich ist es mit keiner verfügbaren Funktechnologie möglich, Fixed-Wireless-Zugänge zu errichten, die das Zehnfache der Konkurrenz erreichen.

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