FTTH: Fünf Dörfer feuern Deutsche Glasfaser
Weil Deutsche Glasfaser Zusagen zum FTTH-Ausbau(öffnet im neuen Fenster) nicht eingehalten hat, haben mehrere Gemeinden eine im Dezember 2021 geschlossene Kooperation gekündigt. Das gab Thomas M. Thelen, Ortsbürgermeister von Wasserliesch, Ende Juni 2023 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Nach Abschluss der Vereinbarung habe die Umsetzung in Wasserliesch, Tawern, Wiltingen, Temmels und Oberbillig gestockt, die zur Verbandsgemeinde Konz im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz gehören.
"Viele Wochen" hätten die Gemeinden "vergeblich versucht", Informationen zum aktuellen Stand des Projekts zu bekommen, erklärte Thelen. "Zwar kam es zu einem gemeinsamen Gesprächstermin, doch auch die dabei gestellten Fragen wurden nicht zufriedenstellend beantwortet. Aufgrund der fehlenden Informationen wurde das Unternehmen zunächst abgemahnt. Da auch daraufhin keine ausreichende Reaktion seitens der Deutschen Glasfaser erfolgte, haben die Gemeinden nun die Kooperationsvereinbarungen gekündigt."
Die Kooperationsvereinbarung besagte, dass Deutsche Glasfaser ein Glasfasernetz in den Gemeinden baut und die Gemeinden Grundstücke für die Verteilerkästen zur Verfügung stellen. Doch Deutsche Glasfaser könnte den Ausbau des Glasfasernetzes auch ohne die Gemeinden umsetzen.
Deutsche Glasfaser baut nun doch aus
Tatsächlich will das Unternehmen weiterhin an dem FTTH-Projekt festhalten. Deutsche Glasfaser-Sprecher Dominik Beyer sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir stehen zu unserer Zusage des Glasfaserausbaus in der Verbandsgemeinde Konz und haben den zwischenzeitlich abgerissenen Gesprächsfaden mit den Verantwortlichen vor Ort wieder aufgenommen. Mittlerweile haben wir einen Baupartner mit dem Ausbau beauftragt und befinden uns in den letzten Vorbereitungen des Baustarts, den wir gerne im Schulterschluss mit den Ortschaften der Verbandsgemeinde zeitnah umsetzen wollen." Allerdings hat die Kündigung keinen Einfluss auf die Verträge, die Bürger mit der Firma abgeschlossen haben, erklärte der Bürgermeister.
Laut einem Bericht der lokalen Tageszeitung Trierischer Volksfreund(öffnet im neuen Fenster) haben viele Anwohner in den vergangenen Tagen Post bekommen. "Ihr Auftrag ist bestätigt", hieß es darin.
Der Wiltinger Ortsbürgermeister, Christoph Schmitz erklärte dem Trierischer Volksfreund, dass die Ortsgemeinden "mit großen Erwartungen gestartet und bitterböse enttäuscht worden" seien. Man habe den Bürgern versprochen, dass sie anderthalb Jahre nach Unterschrift ihres Vertrags auch einen Glasfaseranschluss hätten.
- Anzeige Hier geht es zu den Angeboten der Deutschen Glasfaser Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.