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FTTH: Deutsche Glasfaser muss Netzausbau Ende 2027 abschließen

Deutsche Glasfaser hat nach langen Verhandlungen einen Rettungsplan erreicht. Doch man will nur noch 3 Millionen statt 6 Millionen FTTH-Zugänge bauen.
/ Achim Sawall
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Werbeplakat der Deutschen Glasfaser bei Vertragsunterzeichnung in Baden-Württemberg (Bild: Deutsche Glasfaser)
Werbeplakat der Deutschen Glasfaser bei Vertragsunterzeichnung in Baden-Württemberg Bild: Deutsche Glasfaser

Deutsche Glasfaser erhält von ihren Eignern EQT und Omers und rund 50 kreditgebenden Banken 1,2 Milliarden Euro und kann damit sein Überleben sichern. Damit ändert sich aber der Fokus des Unternehmens: Firmenchef Andreas Pfisterer sagte (öffnet im neuen Fenster) am 29. April 2026, man werde "den geplanten Netzausbau abschließen und gleichzeitig die laufende Transformation von einem stark baufokussierten Unternehmen hin zu einem kundenorientierten Breitbandanbieter vorantreiben".

Wie das Handelsblatt von Insidern erfahren hat(öffnet im neuen Fenster), kommen von der schwedischen Investitionsgruppe EQT und dem kanadischen Pensionsfonds Omers 845 Millionen Euro und von den Banken 400 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende Juni erwartet. Das Unternehmen hat mit rund sieben Milliarden Euro eine sehr hohe Nettoverschuldung. Die Verhandlungen hätten sich über ein halbes Jahr hingezogen. Zuerst hatte das Unternehmen versucht, 1,7 Milliarden Euro von den Geldgebern zu erhalten, was aber scheiterte.

Deutsche Glasfaser war ursprünglich angetreten, sechs Millionen Haushalte mit Glasfaser zu versorgen, ein Ziel, das nicht weiter verfolgt wird. Bislang hat man mit dem Ausbau rund 2,6 Millionen Haushalte mit FTTH erreicht. Im Oktober 2025 folgte die Ankündigung, rund 250 Arbeitsplätze im Unternehmen abzubauen. Schon im Januar 2024 entließ die Firma fünf Prozent der Beschäftigten.

Deutsche Glasfaser: Ausbauziele halbiert

Firmensprecher Dominik Beyer sagte Golem, man müsse "im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit unsere Ausbauprioritäten anpassen. 2026 wollen wir rund 200.000 neue Glasfaseranschlüsse realisieren und auch 2027 auf diesem Niveau bleiben. Unser Fokus liegt darauf, bereits erreichte Adressen zu aktivieren und beauftragte Projekte fertigzustellen".

Das Unternehmen wolle die Penetration über Nachanschlüsse und weitere Wholesale-Partnerschaften erhöhen. Mit einer Quote von rund 40 Prozent Vertragskunden und rund 2,8 Millionen realisierten Anschlüssen sei man in Deutschland "ein Vorreiter". Die Ausbauplanung reicht bis Ende 2027. Orte, die bis dahin nicht erreicht werden, werden keine Glasfaser mehr von dem Betreiber bekommen. "Die betroffenen Kommunen werden darüber sukzessive informiert. Neue Projekte beauftragen wir nur noch sehr selektiv und unter strengen Kriterien", sagte Beyer.


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