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FTTH: Deutsche Glasfaser und Baufirmen richten erneut Chaos an

Ewige Wartezeiten, keine Kommunikation mit dem Netzbetreiber oder dem Bauunternehmen: Eine Familie im oberbayerischen Markt Indersdorf ist am Verzweifeln.
/ Achim Sawall
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Beschäftigte bei Ne4net arbeiten am Netz. (Bild: Ne4net)
Beschäftigte bei Ne4net arbeiten am Netz. Bild: Ne4net

Eine Familie im oberbayerischen Markt Indersdorf wartet seit rund zwei Jahren auf ihren FTTH-Anschluss durch Deutsche Glasfaser. Das berichtet der Münchner Merkur unter Berufung auf die Betroffenen(öffnet im neuen Fenster) .

Christina S., ihr Partner Stefan S. und ihr Sohn gaben im Frühjahr 2022 den Glasfaseranschluss bei dem Netzbetreiber in ihrem neu erbauten Haus im Zentrum von Markt Indersdorf in Auftrag. Im Herbst desselben Jahres erfolgten der Anschluss an das Glasfasernetz sowie ein erster Einblasversuch durch ein Subunternehmen.

Das beauftragte Unternehmen habe jedoch "die Ausführung der Gewerke nicht zu unserer Zufriedenheit erfüllt" , sagte Unternehmenssprecherin Nora Lippelt dem Merkur. Daher wurde die Baufirma Ne4net beauftragt, was "einige Zeit in Anspruch genommen" habe. Die Kunden wurden während der gesamten Zeit im Unklaren gelassen und nicht über die Probleme und die Suche nach einem neuen Baupartner informiert.

Im Februar 2024 erhielt die Familie ein schriftliches Angebot von Ne4net. Für das Einblasen der Glasfaser wurde eine Anzahlung von 1.000 Euro gefordert. Dabei wurde mehrfach das Grundstück von Stefan S. mit dem seines Bruders verwechselt, das aber einige Kilometer entfernt liegt.

Am 13. März 2024 um 12 Uhr wollte Ne4net das Einblasen erledigen, doch man wurde früher aktiv. Von dem Trupp wurde allerdings eine Baugrube ausgehoben und wieder verschlossen, obwohl laut den Kunden kein neuer Tiefbau nötig war.

Nach Angaben von Ne4net war die Familie nicht telefonisch erreichbar. Laut den Betroffenen wurde gar nicht versucht, sie anzurufen, oder die Videotürklingel betätigt. Dafür wurde von Deutsche Glasfaser und Ne4net die Zahlung von 1.000 Euro verbucht.

Für das Einblasen der Fasern in die Leerrohre, die Spleißarbeiten und die Einrichtung des Hausübergabepunkts sollte eine weitere Zahlung geleistet werden, was die Familie verweigerte. Nun wolle der Kundendienst das Problem offenbar anders lösen, erklärte die Familie S.

Gemeinde verkaufte das Netz an Deutsche Glasfaser

Markt Indersdorf ist eine Ortschaft etwa 35 Kilometer nordwestlich von München im oberbayerischen Landkreis Dachau mit unter 10.000 Einwohnern. Im Dezember 2019 verständigten sich Deutsche Glasfaser und die Gemeinde Markt Indersdorf(öffnet im neuen Fenster) auf den Verkauf der passiven Netzinfrastruktur des örtlichen Glasfasernetzes an den Netzanbieter. Der aktive Betreiber blieb Tele Columbus.

"Durch die Übernahme des Glasfasernetzes ist sichergestellt, dass für weitere Anschlüsse im Gemeindegebiet das Netz weiter ausgebaut werden kann" erklärte Deutsche Glasfaser. Hier kämen "Investitionskraft und Expertise von Deutsche Glasfaser im Netzausbau zum Tragen" .

Negativbeispielen wie dem geschilderten stehen mehrere Zehntausend Kunden gegenüber, die Deutsche Glasfaser in der gleichen Zeit erfolgreich angeschlossen hat. Dennoch häufen sich Berichte über unseriösere Baupartner besonders bei diesem Netzbetreiber.


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