FTTH: Deutsche Glasfaser öffnet ihre Netze für Vodafone

Deutsche Glasfaser und Vodafone haben eine Verkaufsvereinbarung für FTTH-Zugänge geschlossen. Das gab Deutsche Glasfaser am 28. November 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Ab Herbst 2023 wird Vodafone über die Wholesale-Vereinbarung Zugriff auf das Netz von Deutsche Glasfaser haben. Vodafone kann damit theoretisch bis zu sechs Millionen zusätzliche Haushalte erreichen.
Der Vertrag ist über eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren geschlossen. Deutsche Glasfaser-Sprecher Dominik Beyer sagte Golem.de, dass Vodafone ein Bitstrom-Zugang-Layer-2 gewährt werde. "Es werden Übergabepunkte zum Netz von Vodafone errichtet." Deutsche Glasfaser hatte bis zum Ende des dritten Quartals 2022 im laufenden Jahr 1,6 Millionen neue FTTH-Zugänge im ländlichen und suburbanen Raum Deutschlands errichtet.
Firmenchef Andreas Pfisterer sagte: "Wir bieten allen Telekommunikationsanbietern die Möglichkeit, unsere Infrastruktur zur Erweiterung ihres Leistungsangebots zu nutzen."
Breko gegen Androhung von Überbau der Glasfasernetze
Breko-Geschäftsführer Stephan Albers erklärte(öffnet im neuen Fenster) : "Wir erleben beim Glasfaserausbau einen intensiven Wettbewerb um Ausbaugebiete. Das ist auf der einen Seite gut für den Ausbaufortschritt, auf der anderen Seite gilt es in dieser volkswirtschaftlich angespannten Phase mehr denn je, nachhaltig auszubauen und den Überbau bestehender Glasfasernetze zu vermeiden." 23 Prozent der Glasfaseranschlüsse der Breko-Netzbetreiber würden schon jetzt über Open-Access-Partner vermarktet. Die Androhung von Überbau geplanter oder bereits bestehender Glasfasernetze sei weder ökonomisch noch vor dem Hintergrund knapper Bau- und Planungskapazitäten sinnvoll und auch den Bürgern vor Ort nicht zu erklären.
"Dennoch sind solche Open-Access-Kooperationen heute leider noch nicht der Regelfall. Für sehr kleine Unternehmen kann es unter anderem technisch schwierig sein, Bitstrom anzubieten. Zudem sind sehr kleine Netze nur begrenzt attraktiv für Nachfrager und Vermarkter, da sich die Kosten solcher Kooperationen mangels Skaleneffekten bei nur wenigen Anschlüssen am Markt kaum realisieren lassen" , sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Zugleich appellierte er eindringlich an die Telekom, diese Zusammenarbeit, wo immer sie möglich sei, zu nutzen und nicht mit Parallelausbau, Überbau und dem doppelten Aufreißen von Straßen zu drohen. "Unser Ziel muss ein gemeinsamer Ausbau und kein strategischer Überbau sein" , betonte Grützner.



