FTTH: Deutsche-Glasfaser-Chef widerspricht Verkaufsgerüchten nicht

Für die Deutsche Glasfaser ist bei einem Verkauf nur die weitere Kapitalausstattung wichtig. Auch eine Million FTTH-Zugänge seien nur ein Zwischenschritt im unterversorgten Deutschland.

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Uwe Nickl beim Zocken
Uwe Nickl beim Zocken (Bild: Uwe Nickl)

Uwe Nickl, der Chef der Deutschen Glasfaser, hat in einem Interview mit MediaLABcom einem Bericht zu einem möglichen Verkauf des Unternehmens nicht widersprochen. "Ernsthaft interessiert hier nur die Frage, wie und mit welchen neuen Ausbauzielen eine Deutsche Glasfaser für den nächsten Abschnitt der Reise ausgestattet wird. Wir haben dazu schon viel Vorarbeit geleistet. Das Geschäftsmodell trägt, das Unternehmen und insbesondere die Baumaschine skaliert. Allerdings ist der Markt zersplittert."

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Aktuell sei der Netzbetreiber schon bei circa 750.000 Anschlüssen im baulichen Realisierungsprozess. Auch eine Million FTTH-Zugänge seien "nur eine Zwischenstation". Dank vieler Versäumnisse in der Vergangenheit sei das Potenzial für Glasfaser in Deutschland noch riesig.

Nickl widersprach der Argumentation von Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner, die Telekom habe mit Vectoring "schnell und effektiv die Breitbandinfrastruktur für Millionen Haushalte ins Hochgeschwindigkeitszeitalter heben" wollen, weshalb man sich für eine Kombination aus Vectoring beziehungsweise Supervectoring als Brückentechnologie und FTTH entschieden habe.

"Ein Vectoring-Ausbau kann aufgrund des schnelleren Ausbautempos natürlich einen größeren Teil der Bevölkerung erst einmal auf eine etwas höhere Bandbreitenschwelle heben", räumte Nickl ein. Das könne man nicht abstreiten. Auf der anderen Seite habe dieser Ausbau den Glasfaserausbau massiv verzögert, weil die Telekom seit dem Jahr 2006 ihre Ressourcen, Planungs- und Baukapazitäten auf Vectoring fokussiert habe. "Hätte sie spätestens ab 2006 auch mit den überschüssigen Einnahmen aus der Vermietung der bestehenden Kupfer-TAL den echten Glasfaserausbau vorangetrieben, wären wir heute bei mehr als 20 Prozent", sagte Nickl. So wäre im Wettbewerb auch eine Innovations- und Investitionsdynamik entstanden und man wäre im Bau, bei Verfahren und Prozessen für die Glasfaserverlegung viel weiter. "Zum anderen sehen sich viele ausbauwillige Unternehmen hauptsächlich im städtischen Umfeld nun der Konkurrenz aus Vectoring-VDSL und hochbitratigen HFC-Netzen ausgesetzt, was dort die Penetrationserwartungen dämpft und damit die Ausbaugeschwindigkeit." Die Aussagen von Wössner enthielten ein Körnchen Wahrheit, das jedoch einer genaueren Betrachtung nicht standhalte.

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