FTTH: Deutsche Giganetz sagt Ausbau in mehreren Städten ab
Deutsche Giganetz hat sich in den vergangenen Monaten aus vielen Glasfaserprojekten zurückgezogen. Die Stadt Duisburg ist aus einer Ausbaukooperation mit dem FTTH-Betreiber ausgestiegen. In Erfurt(öffnet im neuen Fenster) und Dresden(öffnet im neuen Fenster) wurde die Quote nicht erreicht, und auch in Mainz(öffnet im neuen Fenster) war "die Resonanz nicht ausreichend" .
In der Ruhrgebietsstadt sind außerdem die Deutsche Telekom und Westconnect beim Glasfaserausbau aktiv. Duisburg und Deutsche Giganetz hatten am 25. November 2022 im Rathaus eine Vereinbarung unterzeichnet.
Laut einem Bericht von Radio Duisburg(öffnet im neuen Fenster) (Funke Mediengruppe) war der Grund nicht eingehaltene Zusagen beim geplanten Glasfaserausbau. Im Januar 2026 übernahm die städtische Duisburg Citycom demnach große Teile des Projekts. Andrea Lutz von den Grünen sagte dem Sender: "Endlich hat die Stadt der schlechten Planung und trägen Umsetzung Rechnung getragen und beendet die Zusammenarbeit mit Giganetz beim Glasfaserausbau." Die Verunsicherung der Bürger sei damit nicht vom Tisch.
Fast alle Glasfaser-ausbauenden Unternehmen sind durch die gestiegenen Zinsen und den Überbau durch die Telekom unter Druck.
Kein Teilrückzug bei Deutsche Giganetz
Carmen Fesenbeck, Sprecherin von Deutsche Giganetz, sagte Golem am 9. März 2026 auf Anfrage, dass das Unternehmen nicht in Schwierigkeiten sei. Einen kompletten Rückzug aus bestimmten Regionen werde es nicht geben. "Deutsche Giganetz baut wie immer bundesweit, ohne Beschränkung auf Regionen, also momentan in West, Ost, Mitte, Süd. In 50 Projekten wird gerade aktiv gebaut. In 70 Projekten wurde der Initialbau abgeschlossen, wobei in fast allen derzeit Nachverdichtungsaktivitäten stattfinden. Vier Projekte im Süden, in Mitte und im Westen beginnen jetzt im März mit dem Ausbau. Wir bauen zum Beispiel aktuell fleißig noch in Calbe und Egener Mulde, begleitet von Spatenstichen in den kommenden Wochen und in Hamm nächste Woche. Zusätzlich starten wir sechs Förderprojekte im Bau im April." Man baue aber natürlich absolut fokussiert.
In Mainz komme hinzu, dass ein Wettbewerber baut, und "wir keinen Überbau machen, weshalb wir dann auf Open Access setzen wollen" . Bei dem Wettbewerber handelt es sich laut Medienberichten um die Telekom.
Ausbauaktivitäten würden in eine Priorisierung geschoben, die der tatsächlich möglichen Umsetzung entspreche, erklärte Fesenbeck. Vermarktungen dauerten länger als geplant und der Ausbau benötige längere Abstimmungszeiträume mit den Kommunen, bei Genehmigungsverfahren sowie der baulichen Umsetzung.
Fesenbeck: "Kundinnen und Kunden, die nach Abschluss eines Glasfaservertrages mehr als ein Jahr auf ihren Glasfaseranschluss warten müssen, sind zunehmend ungeduldiger und müssen schneller bedient werden. Daher ergibt es Sinn, die Projekte erst dann in die Vermarktung zu bringen, wenn ein klarer, direkt daran anschließender Bauplan mit allen notwendigen Voraussetzungen vereinbart ist."
Zeit koste es auch, wenn man "die mangelhafte Arbeit von Generalunternehmen aus der Vergangenheit beseitigen" müsse, sagte sie.
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