FTTH: Berlin ist Zentrum des Glasfaserausbaus der Telekom
Die Deutsche Telekom hat rund eine Million Haushalte in Berlin mit Glasfaser (Homes passed) ausgestattet. Dies hat der Netzbetreiber am 4. Mai 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). Das Ziel war ursprünglich erst für Ende 2026 vorgesehen.
Dafür sind Bautrupps in mehr als 220 Ausbaugebieten in allen Berliner Bezirken im Einsatz. Damit soll Berlin das bundesweit größte Glasfaser-Ausbauprojekt der Telekom bleiben. Begonnen wurde mit dem großflächigen Ausbau im Jahr 2021. Bis 2030 will der Konzern insgesamt zwei Millionen Haushalte, Schulen und Unternehmen versorgen.
Das sind fast alle: Die Anzahl der Privathaushalte in Berlin für das Jahr 2026 wird nach neuen Prognosen auf deutlich über zwei Millionen geschätzt, dazu kommen rund 350.670 Unternehmen.
Berlin: Telekom kann nicht teilen
Rodrigo Diehl, Vorstand für das Deutschlandgeschäft der Telekom, sagte: "Wir haben Berlin schneller als geplant ausgebaut. Das zeigt, was möglich ist, wenn Unternehmen und Verwaltungen gut zusammenarbeiten." Zugleich bekenne sich die Telekom zum offenen Netzzugang (Open Access) und stelle ihre Leitungen auch anderen Anbietern zur Verfügung, kaufe selbst aber kaum Open Access bei anderen Netzbetreibern ein.
Vorn beim Ausbau waren die Bezirke Mitte, Lichtenberg und Tempelhof-Schöneberg. In diesem Jahr liegen Schwerpunkte in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf (31.000 Hausanschlüsse), Marzahn-Hellersdorf (23.000) und Mitte (19.000). Im Ausbauprogramm 2026 sind weitere 250.000 Haushalte vorgesehen. Doch die Telekom begann nicht im Jahr 2021 mit dem Glasfaserausbau. Unternehmenssprecher Adrian Sanchez sagte Golem: "Die eine Million bezieht sich im Wesentlichen auf den großflächigen Ausbau seit 2021. Vor 2021 haben wir schon vereinzelt Glasfaser (FTTH) in Berlin ausgebaut. Das waren Neubaugebiete und einige Gewerbegebiete, und die Zahl der Anschlüsse bewegte sich im mittleren fünfstelligen Bereich."
"Unsere große Stärke, unsere bestehende Leerrohrinfrastruktur, haben wir derart intelligent genutzt, dass wir wesentlich schneller vorangekommen sind und haben dabei noch Kosten reduziert", sagte Anton Renner, Vice President von Deutsche Telekom Technik.
Vor sechs Monaten habe man die Entscheidung getroffen, den Vollausbau zu skalieren. Diehl betonte: "Das heißt, wenn wir in eine Wohnung kommen, bleiben wir nicht im Keller, sondern schließen alle Wohnungen im Mehrfamilienhaus an."
Berlin: Vom Schlusslicht zum FTTH-Aufsteiger
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sagte, die Telekom sei einer der "wichtigen Strategiepartner". Die Gigabit-Strategie des Landes Berlin wurde am 15. Juni 2021 beschlossen. Diese setzt auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau der Netze durch Partnerunternehmen. Die Umsetzung wird seit März 2022 von der Senatsverwaltung für Wirtschaft mit den Partnern koordiniert.
Weitere Partner sind 1&1 Versatel, Colt Technology Services, Cito Networks, Deutsche Glasfaser, DNS:NET Internet Service, Eurofiber Netz, OXG Glasfaser/Vodafone und Tele Columbus. Die flächendeckende Glasfaserversorgung soll nach der Planung des Senats bis zum Jahr 2028 erreicht werden.
Anfang März 2026 erklärte der Berliner Senat(öffnet im neuen Fenster): "Der Glasfaserausbau gewann im Jahr 2025 nochmals deutlich an Dynamik. Die Versorgung (Homes passed) stieg innerhalb eines Jahres um 12,6 Prozentpunkte auf nunmehr 53,4 Prozent und liegt damit weiterhin klar über dem Bundesdurchschnitt (42,9 Prozent). Heute verfügen rund 1,2 Millionen Haushalte und Gewerbestandorte in Berlin über einen Glasfaseranschluss. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 270.000 zusätzlichen Anschlüssen innerhalb des vergangenen Jahres."
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