FTTH/B: Glasfaser wird in Deutschland besser nachgefragt

Die tatsächliche Buchung von Glasfaseranschlüssen durch Endkunden ist laut FTTH Council im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent gewachsen. Wir bringen alle Angaben vom FTTH Council in Valencia zum Glasfaserausbau.

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Der FTTH Council - dieses Jahr im schönen Spanien
Der FTTH Council - dieses Jahr im schönen Spanien (Bild: FTTH Council)

Deutschland liegt bei FTTB/H (Fiber To The Home/Building)-Anschlüssen, die auch genutzt werden, weiter auf dem fünfletzten Platz in Europa. Die Angaben hat die Branchenorganisation FTTH Council Europe am 15. Februar 2018 in Valencia veröffentlicht (PDF). Die Studie mit Stand vom September 2017 wurde von Idate erhoben. Bei der Take-up-Rate ermittelt die Untersuchung einen Zuwachs von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Das FTTB/H-Panorama wird jährlich von den französischen Analysten für das Council erstellt und trägt für die EU28 und EU39 aktuelle Ausbau- und Take-up-Zahlen zusammen.

Vor Deutschland liegen im FTTB/H-Panorama 28 andere Staaten. Die ersten zehn in der Statistik sind Lettland, Schweden, Litauen, Russland, Weißrussland, Island, Rumänien, Spanien, Norwegen und Portugal.

Die Anzahl der FTTH- und FTTB-Teilnehmer in Europa stieg seit September 2016 um 20,4 Prozent und erreichte für die EU39-Länder im September 2017 mehr als 51,6 Millionen. Die Take-up-Rate für die EU39 stieg von 29,9 Prozent auf 34,8 Prozent.

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Die meisten Kunden für FTTH/B in Deutschland hatte im September 2017 die Deutsche Telekom mit 276.210 zahlenden und 686.400 versorgten Haushalten (Homes Passed). Gemessen an der Gesamtkundenzahl sind die Zahlen dennoch sehr gering.

Telekom ist ein schlechter Erster

Der zweitgrößte Glasfaseranbieter in Deutschland ist Netcologne, ein regionaler Telekommunikations- und TV-Kabelnetzbetreiber mit eigenem Netz in Köln und den umliegenden Kreisen und Gemeinden. Netcologne hat 248.000 zahlende und 518.415 versorgte Haushalte. Auf dem dritten Rang liegt M-Net aus München mit 127.720 FTTH/B-Kunden und 405.600 versorgten Haushalten. M-Net ist in Bayern und einem Teil von Hessen aktiv.

Buglas-Geschäftsführer (Bundesverband Glasfaseranschluss) Wolfgang Heer sagte Golem.de auf Anfrage: "Das Panorama bestätigt im Wesentlichen die Ergebnisse unserer Buglas-Ausbauumfrage von Dezember 2017." Die Zahl von Glasfaseranschlüssen, die bis mindestens in die Gebäude reichen, sei im vergangenen Jahr weiter und im zweistelligen Prozentbereich gestiegen.

"Idate kommt hier auf eine Steigerungsrate von 13 Prozent, wir hatten fast 15 Prozent ermittelt. An diesem Anstieg ebenso wie am gesamten bisherigen Ausbau haben die Buglas-Unternehmen wesentlichen und entscheidenden Anteil." Mit rund 70 Prozent aller bislang verlegten FTTB/H-Anschlüsse hätten sie den größten Anteil am bisherigen direkten Glasfaserausbau in Deutschland und werden in diesem und im nächsten Jahr weiter kräftig ausbauen.

Besonders erfreulich sei aus Sicht des Bundesverbandes auch der starke Anstieg der Take-up-Rate in Deutschland, also der tatsächlichen Buchung von Glasfaseranschlüssen durch Endkunden. "Wer einmal einen richtigen Glasfaseranschluss hat, wechselt in der Regel nicht zu einem anderen Anbieter", sagte Heer. Unterm Strich bleibe es für Deutschland trotz aller Fortschritte beim Glasfaserausbau die wichtigste Aufgabe, deutlich mehr Marktakteure für den FTTB/H-Ausbau zu gewinnen.

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