FTTH-Ausbau: Telekom erzielt Rekordzahl von Glasfaserkunden

Die Deutsche Telekom hat im dritten Quartal erheblich mehr Glasfaserkunden gewonnen. Das gab der Netzbetreiber am 14. November 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .
"Im dritten Quartal entschied sich eine Rekordzahl von 131.000 Kunden dafür, einen Glasfasertarif der Telekom zu nutzen. In der Vergleichszeit des Vorjahres hatte die Zahl der neu in Betrieb genommenen FTTH-Anschlüsse noch bei 77.000 gelegen" , sagte Finanzchef Christian Illek. "Das ist ein Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal."
In Deutschland habe man die Zahl der Haushalte mit Homes Passed bis zum Ende des dritten Quartals 2024 auf 9,3 Millionen erhöht, Kooperationen seien hier eingerechnet, erklärte Illek. Homes Passed bedeutet laut Telekom(öffnet im neuen Fenster) , dass Glasfaser mindestens im Straßenzug von Immobilien, teils aber auch schon direkt an der Grundstücksgrenze anliegt.
Der Finanzchef sagte: "Wir fühlen uns sehr wohl mit unserer Guidance, die wir uns gegeben haben, dass wir im Laufe des Jahres über 450.000 Glasfaserkunden gewinnen wollen." Man habe in den ersten drei Quartalen knapp 340.000 Neukunden gewonnen.
Telekom: Umschlag von Quantität in Qualität
Der Zuwachs komme daher, dass die Telekom nunmehr über 9 Millionen Anschlüsse mit Homes Passed ausgebaut habe, erklärte Illek. "Und damit können wir eine deutlich höhere Zahl von Kunden auch anschließen." Die Take-up-Rate im FTTH-Bereich liege bei ungefähr 15 Prozent.
Wenn die Telekom Haushalte mit Homes Passed ausbaue, gehe es "vornehmlich um Handtuchwerfen zur Investitionsverdrängung und einer lukrativeren Weiterversorgung mit Kupfer-DSL" , argumentiert besonders der Wettbewerberverband VATM .
Homes Connected und der Glasfaser-Vertragsabschluss (Homes Activated) stünden bundesweit nicht im Fokus der Telekom. Dieses Vorgehen der Telekom beim Glasfaserausbau überrasche nicht, denn die Weiternutzung des abgeschriebenen Kupferkabels sei attraktiver als der Hausanschluss via Glasfaser.
VATM: Das ist Handtuchwerfen par excellence
VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir sehen auch im dritten Quartal 2024, dass die Telekom weiter daran festhält, Glasfaser vor allem in Form von Homes Passed auszubauen. Die Take-up-Rate der Telekom, also die Zahl der tatsächlich gebuchten Glasfaseranschlüsse, liegt aktuell bei knapp über 14 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des Jahres ist dies ein mageres Plus von einem Prozent. Die Take-up-Rate der Wettbewerber lag dagegen bereits im Sommer bei mehr als 35 Prozent."
Dazu passe, dass die Telekom an ihrer Strategie festhalte, erneut die Straßen dort aufzureißen, wo bereits das Glasfaserkabel eines Wettbewerbers lägen, "ohne dabei die Häuser anzuschließen. Das ist Handtuchwerfen par excellence" , betonte Ufer. "Homes Passed ist dabei für Telekom das probate Mittel, um zukünftig, nach Abschalten des Kupfernetzes, auf dem Glasfasermarkt eine dominante Stellung einnehmen zu können."