FTTH: 1.500 Schulen nutzen Glasfaser der Telekom nicht

Die Deutsche Telekom versorgt bereits knapp 750 Schulen mit Glasfaser. Das sagte Unternehmenssprecherin Michaela Kühn Golem.de auf Anfrage. "Aktuell liegen uns über 1.800 Aufträge zur Realisierung weiterer Glasfaser-Anschlüsse von Schulen vor." Beim Kabeltiefbau sind die Kapazitäten sehr angespannt.
Weitere 1.500 Schulen hätten die Möglichkeit, bei der Telekom einen Glasfaseranschluss zu buchen. Die Gebäude sind also bereits erschlossen, aber die Schulen nutzen den FTTH-Zugang der Telekom nicht.
Die Digitalisierung der Schulen kommt nur langsam voran. Das Magazin Focus hatte im Juni 2020 eine Umfrage unter den 16 Kultusministerien veröffentlicht, wonach lediglich Anträge im Umfang von rund 125 Millionen Euro bewilligt wurden, was 2,5 Prozent des Budgets entspricht. Geplant ist, dass in dieser Legislaturperiode 3,5 Milliarden Euro und in fünf Jahren 5 Milliarden Euro für die Initiative bereitgestellt werden.
Bürokratie und fehlende IT-Experten
Die Schulen wollten das Geld nutzen, die Mittel würden aber trotz vieler Einreichungen nicht freigegeben, sagte ein Lehrer und IT-Verantwortlicher eines Berliner Gymnasiums Golem.de. Schulen müssen zuerst eine Breitbandverbindung einrichten. Jede Schule, die sich bewirbt, müsse ein Medienkonzept vorstellen.
Auf kommunaler Ebene der Schulträger gebe es laut einem Golem.de-Leser "kaum IT-Kompetenz. Die Gebäude sind marode, insbesondere die Verkabelung. WLAN scheiterte an 100-MBit/s-Verkabelung und überlasteten Stromkreisen für Power-over-Ethernet-Switches" . Die Lehrer an den Schulen würden gefragt, wo Access Points aufgehängt werden sollen, wüssten aber keine Antwort, weil sie dafür nicht ausgebildet seien.



