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FTTC: Deutsche Glasfaser lobt Vectoring

Für die Zeit des Rollouts von Glasfaser sei " Vectoring als Übergang gut geeignet" , sagte Uwe Nickl, Chef der Deutsche Glasfaser. Der FTTH-Rollout brauche noch viele Jahre.
/ Achim Sawall
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Super-Vectoring-Werbung der Deutschen Telekom (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Super-Vectoring-Werbung der Deutschen Telekom Bild: Achim Sawall/Golem.de

Der Chef der Deutsche Glasfaser hat sich in der Coronakrise überraschend positiv über das Vectoring der Deutsche Telekom und anderer Betreiber geäußert. "Natürlich kann man noch Vectoring einsetzen – auch und gerade weil wir nicht mit einem Fingerschnipsen mal so eben auf 100 Prozent Glasfaser oder 100 Prozent Gigabit umschalten können " , sagte Uwe Nickl dem Magazin Medialabcom(öffnet im neuen Fenster) .

Die dafür notwendige Infrastruktur sei im Bau und müsse noch viele Jahre lang ausgerollt werden, "auch wenn wir und andere in Glasfaser investierende Unternehmen hier jedes Jahr noch mal massiv den Rollout beschleunigen. So ist für diese Zeit Vectoring als Übergang gut geeignet" .

Nickl widersprach erst im September 2019 der Argumentation von Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner , die Telekom habe mit Vectoring "schnell und effektiv die Breitbandinfrastruktur für Millionen Haushalte ins Hochgeschwindigkeitszeitalter heben" wollen, weshalb man sich für eine Kombination aus Vectoring beziehungsweise Supervectoring als Brückentechnologie und FTTH entschieden habe.

"Ein Vectoring-Ausbau kann aufgrund des schnelleren Ausbautempos natürlich einen größeren Teil der Bevölkerung erst einmal auf eine etwas höhere Bandbreitenschwelle heben" , räumte Nickl ein. Das könne man nicht abstreiten. Auf der anderen Seite habe dieser Ausbau den Glasfaserausbau massiv verzögert, weil die Telekom seit dem Jahr 2006 ihre Ressourcen, Planungs- und Baukapazitäten auf Vectoring fokussiert habe. "Hätte sie spätestens ab 2006 auch mit den überschüssigen Einnahmen aus der Vermietung der bestehenden Kupfer-TAL den echten Glasfaserausbau vorangetrieben, wären wir heute bei mehr als 20 Prozent" , sagte Nickl damals.

Das neue Unternehmen: Deutsche Glasfaser und Inexio

Das neue Gemeinschaftsunternehmen von Deutsche Glasfaser und Inexio führe zu "Synergien, immer mit dem Ziel einer weiteren Beschleunigung des Glasfaserausbaus. Die regionale Stärke der Inexio gerade im Südwesten verschafft unserer Baumaschine dort einen noch besseren Start, das Gleiche gilt für die dort schon vorhandenen Kundenbeziehungen." Die langjährige Erfahrung von Inexio im Geschäftskundensektor und die dort vorhandene Netzbetreiber- und Lösungskompetenz bringe einen massiven Schub für alle aktuellen und künftigen Geschäftskunden der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe.

Die Deutsche Glasfaser wurde von der schwedischen Investitionsgruppe EQT und den kanadischen Pensionsfonds Omers gekauft. Nach einem unbestätigten Bericht wurde die Deutsche Glasfaser dabei mit 2,5 Milliarden Euro bewertet. Zuvor hatte EQT bereits den saarländischen Netzbetreiber Inexio für rund 1 Milliarden Euro gekauft.


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