Abo
  • Services:

FTDI: Treiber manipuliert wieder bei Chip-Nachbauten

Der Windows-Treiber für FTDI-Chips weigert sich wieder, mit Nachahmern zusammenzuarbeiten und verändert den Datenstrom. USB-Geräte können deshalb als kaputt erscheinen.

Artikel veröffentlicht am ,
USB-zu-Seriell-Wandler
USB-zu-Seriell-Wandler (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Im Forum des EEVBlog berichtet ein Nutzer vom merkwürdigen Verhalten einer neuen Version (2.12.12.0) des FTDI-Treibers. Die Version wurde durch die automatische Update-Funktion von Windows Anfang Januar eingespielt. Der Treiber ersetzt die übermittelten Daten durch die Textfolge "NON GENUINE DEVICE FOUND". Das hat zur Folge, dass Programme unter Windows, welche versuchen über diesen Treiber Daten zu empfangen, nicht mehr oder fehlerhaft funktionieren. Für unerfahrene Nutzer kann der Eindruck entstehen, ein per USB angeschlossenes Gerät sei kaputt.

Stellenmarkt
  1. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

Über Chips von FTDI wird häufig die USB-Schnittstelle eines Gerätes bereitgestellt. Er vermittelt die Kommunikation zwischen der seriellen Schnittstelle eines Mikrocontrollers beziehungsweise Prozessors und einem USB-Ausgang. Der FTDI-Treiber auf dem Windows-PC sorgt dafür, dass das per USB angeschlossene Gerät wieder als serielle Schnittstelle, auch als COM-Port bekannt, erscheint.

Aufgrund der großen Beliebtheit der FTDI-Chips werden sie häufig ohne Erlaubnis nachgemacht oder gefälscht. Weder für den Anwender noch für Geräteproduzenten sind diese Nachbauten immer zu erkennen. Deshalb fallen auch seriöse Hersteller immer wieder auf sie herein.

Erster Versuch war rechtlich fragwürdig

Bereits im Oktober 2014 hat FTDI deshalb einen Treiber veröffentlicht, der Nachbauten erkannte und Daten auf dem Chip selbst manipulierte. Dadurch konnte das Betriebssystem das angeschlossene Gerät nicht mehr korrekt erkennen und lud den notwendigen Treiber nicht mehr. Die Manipulation erfolgte zwar nur unter Windows-PCs, danach funktionierte das Gerät aber auch unter anderen Betriebssystem nicht mehr korrekt. Nach erheblichen Protesten hat FTDI diesen Treiber zurückgezogen, und er wurde auch nicht mehr automatisch über die Updatefunktion von Windows verteilt. Aus Sicht eines von Golem.de befragten Anwaltes war das Verhalten des FTDI-Treibers nach deutschem Recht zumindest fragwürdig.

Die neue Nachahmer-Erkennung arbeitet nicht mehr ganz so aggressiv. Sie wirkt sich nur unter Windows aus und greift dabei in den übermittelten Datenstrom ein. Für den Nutzer kann es dennoch so aussehen, als arbeite das Gerät fehlerhaft. Allerdings ist diese Manipulation für den Nutzer ohne zusätzliche Software deutlich schwerer zu erkennen als beim früheren Treiber. Reichte damals ein Blick in den Gerätemanager, muss der Nutzer nun die serielle Kommunikation selbst prüfen.

Wie eine Google-Suche zeigt, ist die Funktion offenbar bereits in den Treiberversionen seit Mitte 2015 vorhanden, allerdings wurden diese wohl nicht per automatischem Update von Windows ausgespielt. Wer von dem Problem betroffen ist, kann eine ältere Treiberversion installieren, wie es ebenfalls im EEV-Blog-Forum beschrieben wird. Bei der Suche zeigte sich übrigens, dass auch renommierte Hersteller nicht vor Nachahmer-Chips geschützt sind.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Atalanttore 03. Apr 2016

Das kann man anzeigen.

Lasse Bierstrom 03. Feb 2016

So, und bei wem liegt der Fehler? Der Chip der als serielle Schnittstelle fungiert, oder...

picaschaf 03. Feb 2016

Eine BlackBox Fälschung zu betreiben führt für sich schon zu undefiniertem Verhalten...

Pwnie2012 03. Feb 2016

Wie oft noch? Der Anwender weiß davon nichts!

kernkraftzwerg 02. Feb 2016

Bin deiner Meinung, Fälschungen toleriere ich auch nicht. Aber man bekam sie halt...


Folgen Sie uns
       


Golem.de besucht Pininfarina (Reportage)

Golem.de hat bei Pininfarina in Turin hinter die Kulissen geschaut und sich mit den Designern des Elektrosportwagens PF0 unterhalten.

Golem.de besucht Pininfarina (Reportage) Video aufrufen
Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

Requiem zur Cebit: Es war einmal die beste Messe
Requiem zur Cebit
Es war einmal die beste Messe

Nach 33 Jahren ist Schluss mit der Cebit und das ist mehr als schade. Wir waren dabei, als sie noch nicht nur die größte, sondern auch die beste Messe der Welt war - und haben dann erlebt, wie Trends verschlafen wurden. Ein Nachruf.
Von Nico Ernst

  1. IT-Messe Die Cebit wird eingestellt

Landwirtschafts-Simulator auf dem C64: Auf zum Pixelernten!
Landwirtschafts-Simulator auf dem C64
Auf zum Pixelernten!

In der Collector's Edition des Landwirtschafts-Simulators 19 ist das Spiel gleich zwei Mal enthalten - einmal für den PC und einmal für den C64. Wir haben die Version für Commodores Heimcomputer auf unserem Redaktions-C64 gespielt, stilecht von der Cartridge geladen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Giants Software Ländliche Mods auf Playstation und Xbox

    •  /