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USB-zu-Seriell-Wandler (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

FTDI: Treiber manipuliert wieder bei Chip-Nachbauten

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USB-zu-Seriell-Wandler (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Der Windows-Treiber für FTDI-Chips weigert sich wieder, mit Nachahmern zusammenzuarbeiten und verändert den Datenstrom. USB-Geräte können deshalb als kaputt erscheinen.

Im Forum des EEVBlog berichtet ein Nutzer vom merkwürdigen Verhalten einer neuen Version (2.12.12.0) des FTDI-Treibers. Die Version wurde durch die automatische Update-Funktion von Windows Anfang Januar eingespielt. Der Treiber ersetzt die übermittelten Daten durch die Textfolge "NON GENUINE DEVICE FOUND". Das hat zur Folge, dass Programme unter Windows, welche versuchen über diesen Treiber Daten zu empfangen, nicht mehr oder fehlerhaft funktionieren. Für unerfahrene Nutzer kann der Eindruck entstehen, ein per USB angeschlossenes Gerät sei kaputt.

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Über Chips von FTDI wird häufig die USB-Schnittstelle eines Gerätes bereitgestellt. Er vermittelt die Kommunikation zwischen der seriellen Schnittstelle eines Mikrocontrollers beziehungsweise Prozessors und einem USB-Ausgang. Der FTDI-Treiber auf dem Windows-PC sorgt dafür, dass das per USB angeschlossene Gerät wieder als serielle Schnittstelle, auch als COM-Port bekannt, erscheint.

Aufgrund der großen Beliebtheit der FTDI-Chips werden sie häufig ohne Erlaubnis nachgemacht oder gefälscht. Weder für den Anwender noch für Geräteproduzenten sind diese Nachbauten immer zu erkennen. Deshalb fallen auch seriöse Hersteller immer wieder auf sie herein.

Erster Versuch war rechtlich fragwürdig

Bereits im Oktober 2014 hat FTDI deshalb einen Treiber veröffentlicht, der Nachbauten erkannte und Daten auf dem Chip selbst manipulierte. Dadurch konnte das Betriebssystem das angeschlossene Gerät nicht mehr korrekt erkennen und lud den notwendigen Treiber nicht mehr. Die Manipulation erfolgte zwar nur unter Windows-PCs, danach funktionierte das Gerät aber auch unter anderen Betriebssystem nicht mehr korrekt. Nach erheblichen Protesten hat FTDI diesen Treiber zurückgezogen, und er wurde auch nicht mehr automatisch über die Updatefunktion von Windows verteilt. Aus Sicht eines von Golem.de befragten Anwaltes war das Verhalten des FTDI-Treibers nach deutschem Recht zumindest fragwürdig.

Die neue Nachahmer-Erkennung arbeitet nicht mehr ganz so aggressiv. Sie wirkt sich nur unter Windows aus und greift dabei in den übermittelten Datenstrom ein. Für den Nutzer kann es dennoch so aussehen, als arbeite das Gerät fehlerhaft. Allerdings ist diese Manipulation für den Nutzer ohne zusätzliche Software deutlich schwerer zu erkennen als beim früheren Treiber. Reichte damals ein Blick in den Gerätemanager, muss der Nutzer nun die serielle Kommunikation selbst prüfen.

Wie eine Google-Suche zeigt, ist die Funktion offenbar bereits in den Treiberversionen seit Mitte 2015 vorhanden, allerdings wurden diese wohl nicht per automatischem Update von Windows ausgespielt. Wer von dem Problem betroffen ist, kann eine ältere Treiberversion installieren, wie es ebenfalls im EEV-Blog-Forum beschrieben wird. Bei der Suche zeigte sich übrigens, dass auch renommierte Hersteller nicht vor Nachahmer-Chips geschützt sind.


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