FSF: Suse und Red Hat fordern Stallmans Rücktritt

Red Hat sei "entsetzt" über die Rückkehr und will die FSF-Kooperationen einstellen. Die Suse-Chefin hält die Wiedereinsetzung für "abscheulich".

Artikel veröffentlicht am ,
Das Suse-Maskottchen ist ein Chamäleon.
Das Suse-Maskottchen ist ein Chamäleon. (Bild: Pixabay)

Als kommerzielle Linux-Distributoren und jahrzehntelange Nutzer freier Software treten Red Hat und Suse nun wie viele andere für einen Rücktritt von Richard Stallman ein. Die beiden Unternehmen beschäftigen auf Grund ihrer Positionen und Software-Ausrichtung viele Entwickler, die an und mit GNU-Software arbeiten. Sie sind beide langjährige finanzielle Unterstützer der Free-Software-Bewegung.

Suse hat inzwischen als gesamtes Unternehmen den offenen Brief unterschrieben, der den Rücktritt von Stallman fordert. Neben Opensuse-Mitgliedern und einigen wichtigen Suse-Angestellten wie CTO Thomas Di Giacomo hat auch die Chefin Melissa Di Donato den Brief persönlich unterzeichnet. Auf Twitter schreibt Di Donato: "In einer Führungsrolle ist es an der Zeit, sich zu äußern und Stellung zu beziehen, wenn abscheuliche Entscheidungen getroffen werden. Diese Zeit ist jetzt. Ich bin enttäuscht von der Entscheidung der FSF und stehe entschieden gegen alle Formen von Frauenfeindlichkeit und Bigotterie."

In seinem Unternehmensblog stellt sich auch Red Hat gegen die Wiedereinsetzung von Richard Stallman im Vorstand der Free Software Foundation (FSF). "Angesichts der Umstände des ursprünglichen Rücktritts von Richard Stallman im Jahr 2019 war Red Hat entsetzt zu erfahren, dass er wieder Mitglied des FSF-Vorstandes geworden ist", schreiben die Verantwortlichen. Als Konsequenz soll nun vorerst die Zusammenarbeit mit der FSF komplett beendet werden.

Red Hat glaubt kaum noch an Veränderungen

Bei Red Hat heißt es weiter: "Richard Stallmans Rückkehr hat Wunden wieder geöffnet, von denen wir gehofft hatten, dass sie nach seinem Rücktritt langsam heilen würden. Wir sind der Ansicht, dass die FSF grundlegende und dauerhafte Änderungen an ihrer Führung vornehmen sollte, um das Vertrauen der breiteren Community für freie Software wiederzugewinnen". Zwar hat die FSF selbst bereits angekündigt, ihre Regularien ändern zu wollen und einen neuen Vorstand einsetzen zu wollen, Red Hat habe derzeit aber keinen Grund, daran zu glauben, dass dies eine "sinnvolle Verpflichtung zu positiven Veränderungen" sei.

Auslöser des ursprünglichen Rücktritts von Richard Stallman, dem Gründer des GNU-Projekts und der Free-Software-Bewegung, waren im Jahr 2019 verstörende Äußerungen rund um Vergewaltigungsvorwürfe gegen seinen langjährigen Freund Marvin Minsky sowie ein Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Forderungen zum Rücktritt gibt es inzwischen von mehreren Tausend Entwicklern und vielen Organisationen wie der unabhängigen FSF-Schwesterorganisation Free Software Foundation Europe (FSFE), der Gnome Foundation, Mozilla, dem Tor-Projekt, der EFF und vielen weiteren. Die für seinen basisdemokratischen Ansatz bekannte Debian-Community bereitet derzeit außerdem eine Abstimmung vor, um den offenen Brief mit der Rücktrittsforderung als Organisation zu unterschrieben.

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wurstdings 29. Mär 2021

Wo hast du denn diesen Bullshit her, gerade erst ausgedacht? Schonmal ne GPL...

Anonymer Nutzer 28. Mär 2021

Ja, die Angst sich zu äußern im Internet, egal wie trivial die Themen sind, ist nicht...

ulink 27. Mär 2021

Das hatte doch kürzlich eine Politikerin (grün vermutlich) genauso gesagt. Und in China...



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