FSF: GNU-Projektbetreuer wollen sich unabhängig organisieren

Wohl als Reaktion auf die Rückkehr Richard Stallmans wollen sich Betreuer von GNU-Software in einem eigenem Projekt organisieren.

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Die GNU Assembly soll Entwickler und Betreuer der GNU-Software versammeln.
Die GNU Assembly soll Entwickler und Betreuer der GNU-Software versammeln. (Bild: Pixabay)

Mit einer kurzen Ankündigung geben einige Betreuer von GNU-Software-Projekten die Gründung der GNU Assembly bekannt. Dazu heißt es: "Dieser Ort soll eine Plattform für die Zusammenarbeit der Entwickler von GNU-Paketen sein, die alle 'für die Freiheit der Benutzer hacken' und die Vision für das Gesamtprojekt teilen."

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Auch wenn dies nicht explizit erwähnt wird, liegt die Vermutung nahe, dass die GNU Assembly eine Reaktion auf die Rückkehr Richard Stallmans in den Vorstand der Free Software Foundation (FSF) ist. Stallman ist zudem Gründer des GNU-Projekts und sieht sich selbst als Projektleiter, der formal die Kontrolle über die einzelnen Teilprojekte ausübt.

Das führte in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen: Stallman überging in einer Entscheidung etwa die Entwickler der Glibc. Auch die GCC-Community entschied sich vor wenigen Wochen dafür, Stallman formal aus seinem Leitungsgremium zu entfernen.

Darüber hinaus sprachen sich im Jahr 2019 mehrere GNU-Maintainer für einen Rücktritt Stallmans aus. Diese Forderungen wurden nach der erneuten Rückkehr Stallmans vor wenigen Wochen wiederholt - und die Projektbetreuer gründeten nun die GNU Assembly. Dazu gehören die Entwickler und Betreuer von GNU Guix, der Glibc, GCC oder auch GNUPG.

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Laut der Ankündigung setzt das GNU-Assembly-Projekt nun eine Idee der GNU-Betreuer um, über welche die Beteiligten bereits vor fast zehn Jahren diskutierten, sie aber nie endgültig umsetzten. In der dazu zitierten E-Mail von Andy Wingo, auf die sich die Gründung bezieht, heißt es: "Es bestand ein breiter Konsens darüber, dass das GNU-Projekt gesünder und effektiver sein würde, wenn die GNU-Betreuer über unsere Kapazitäten in unseren einzelnen Projekten hinaus in der Lage wären, gemeinsam zu handeln." Wingo selbst ist nun ebenfalls an der GNU Assembly beteiligt.

Solch ein Forum wäre eigentlich bereits mit dem GNU-Projekt selbst gegeben, dieses hat aber so gut wie keine formalen Strukturen und ist eng mit der FSF verbunden. Die FSF übernimmt die juristische Vertretung und Sponsorschaft des GNU-Projekts.

Das Projekt gab sich selbst zunächst einen Sozialvertrag, hinzu kommen strikte Verhaltensregeln, die auf dem sogenannten Contributor Covenant basieren, der bereits von vielen weiteren Open-Source- und Free-Software-Projekten genutzt wird. Die GNU Assembly arbeitet ebenfalls an einem Governance-Modell, also einer formalen Führungsstruktur. Dafür wollen sich die Beteiligten an der Gnome-Foundation oder auch an Debian orientieren.

Welche praktischen Auswirkungen das GNU-Assembly-Projekt für die betreute Software haben wird, ist derzeit noch nicht klar. So liegt die Infrastruktur der GNU-Projekte weiter beim bisherigen GNU-Projekt und der FSF. Darüber hinaus verlangt die FSF eine vollständige Übertragung einer Urheberrechtslizenz für die von ihr vertretenen Projekte. Ob die GNU-Assembly mittelfristig davon abweicht, eigene Infrastruktur betreibt und damit praktisch auch Forks der GNU-Software anstrebt oder sich vom restlichen GNU-Projekt loslöst, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

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