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Früher Social-Media-Start: Schüler verlieren Lernstoff von sechs Monaten

Ein eigener Social-Media-Account verschlechtert die Leistung von Schülern drastisch. Es gibt eine Ausnahme.
/ Mike Faust
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Die frühe Social-Media-Nutzung hat starke Auswirkungen auf den Lernerfolg von Schülern. (Bild: Pexels / BOOM Photography)
Die frühe Social-Media-Nutzung hat starke Auswirkungen auf den Lernerfolg von Schülern. Bild: Pexels / BOOM Photography

Der frühe Einstieg von Kindern in die sozialen Medien hat deutliche Auswirkungen auf die Lernleistungen. Zu dieser Erkenntnis kamen Forscher der Universitäten Mailand-Bicocca und Brescia nach der Untersuchung der Auswirkungen sozialer Medien auf die schulischen Leistungen(öffnet im neuen Fenster) von 5.227 Schülern in Norditalien.

Laut der Studie verschlechterte sich die Leistung von Schülern der sechsten, siebten und achten Klasse in den Fächern Mathematik und Italienisch deutlich, wenn diese ein Social-Media-Profil hatten. Der negative Effekt verstärkte sich mit der angegebenen Nutzungsdauer.

Schüler, die bereits in der sechsten Klasse ein Social-Media-Profil besaßen, zeigten gegenüber Späteinsteigern der neunten Klasse einen Leistungsrückstand, der mit dem Lernstoff von sechs Monaten Schulunterricht vergleichbar ist.

Englischkenntnisse bleiben gut

Interessanterweise ließ sich laut den Studienautoren keine Verschlechterung der Englischkenntnisse feststellen. Die Forscher führen dies auf die ständige Präsenz englischsprachiger Inhalte in den sozialen Medien zurück.

Der frühe Start in den sozialen Medien lässt sich der Studie zufolge zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Wiederholung von Klassenstufen, einer geringeren akademischen Selbstwirksamkeit und einer geringeren Chance auf sehr gute Abschlussnoten in Verbindung bringen. Dabei spiele die Allgegenwärtigkeit von Smartphones eine wesentliche Rolle, da Schüler durch das Gerät von Hausaufgaben abgelenkt und beim Schlaf gestört würden.

Obwohl das gesetzliche Mindestalter für die eigenständige Nutzung digitaler Plattformen in Italien bei 14 Jahren liegt, besaßen in der Stichprobe der Untersuchung 98 Prozent der Schüler bereits zum Ende der achten Klasse ein eigenes Smartphone, und die Mehrheit hatte bereits vor der neunten Klasse einen eigenen Social-Media-Account.

In Deutschland plädiert unter anderem Familienministerin Karin Prien für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Social-Media-Nutzung. In anderen Ländern, die bereits ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche eingeführt haben, zeigt sich dieses als weitestgehend wirkungslos.


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